Bildung

130 Senioren nutzen das „Studium für Ältere“

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Christine Schrettenbrunner ist an der Bergischen Universität Wuppertal Ansprechpartnerin für die älteren Studierenden. 

WUPPERTAL Seit mehr als 30 Jahren gibt es das Angebot an der Bergische Universität Wuppertal. Auch Gasthörer sind willkommen.

Von Martin Wosnitza

„Senior-Studierende haben mit dem ‚Studium für Ältere‘ einen Zugang zur wissenschaftlichen Weiterbildung“, erläutert Christine Schrettenbrunner. Die 57-Jährige ist an der Bergischen Universität Wuppertal Ansprechpartnerin für die älteren Studierenden. Zur Auswahl stehen primär geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Fächer, etwa Theologie oder Politikwissenschaft, aber auch Angebote aus den Ingenieurs- und Naturwissenschaften.

„Dabei belegen Senior-Studierende die gleichen Kurse wie jüngere Bachelor-Studierende und können unter den gleichen Qualitätsansprüchen Leistungsnachweise erwerben. Sie belegen jedoch weniger Kurse und erwerben in ihrem ersten Semester in einem von mir geleiteten Begleitseminar Grundlegendes zum wissenschaftlichen Arbeiten“, so Schrettenbrunner weiter.

Derzeit seien rund 130 Senior-Studierende an der Bergischen Universität Wuppertal angemeldet. Dazu kämen noch etwa gleich viele Gasthörer im höheren Alter. Letztere können zwar universitäre Veranstaltungen besuchen, aber im Gegensatz zu den Senior-Studierenden keine Prüfungen ablegen oder eine Abschlussarbeit schreiben.

Eine starre Altersgrenze gibt es indes nicht, wie Schrettenbrunner erklärt: „In der Regel sind alle älter als 50, die meisten Anfang bis Mitte 60.“ Auch seien Frauen und Männer in etwa gleich vertreten. Davon haben auch nicht alle einen akademischen Hintergrund. „Etwa die Hälfte unserer Senior-Studierenden haben früher einen Beruf mit akademischer Qualifikation ausgeübt. Meist sind Männer höher qualifiziert, weil Frauen früher keinen guten Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen hatten.“

„Über das Studium entstehen neue Freundschaften.“
Christine Schrettenbrunner, Studium für Ältere

Entsprechend unterschiedlich fällt auch deren Motivation aus: „Manche möchten andere Fächer studieren, als in einem früheren Studium, andere konnten in jungen Jahren kein Studium beginnen und möchten es jetzt nachholen.“

STUDIUM FÜR ÄLTERE

ANGEBOT Das Studium für Ältere kann nur im Wintersemester begonnen werden. Es wird eine Gebühr von 100 Euro pro Semester erhoben. Christine Schrettenbrunner ist montags von 11 bis 12 Uhr unter Tel. (02 02) 4 39 32 55 erreichbar.

Dabei stünden ihnen alle Angebote der Universität offen, die auch jüngere Studierende nutzen: „Senior-Studierenden können die Mensen und Cafeterien des Hochschul-Sozialwerkes auf dem Campus besuchen. Sie können auch die Universitätsbibliothek nutzen oder sich technische Geräte im Zentrum für Informations- und Medienverarbeitung (ZIM) ausleihen und auch Vorträge und Veranstaltung außerhalb des Studienplans besuchen. Die meisten verbringen die freie Zeit in der Bibliothek und sind sehr sorgfältig in der Vor- und Nachbereitung von universitären Veranstaltungen.“ Es gehe nicht nur um die fachliche beziehungsweise wissenschaftliche Seite, die die Senior-Studierenden reizt, wie Schrettenbrunner betont: „Über das Studium entstehen neue Freundschaften, die oftmals in eigene Initiativen münden. So haben wir beispielsweise einen philosophischen Zirkel, der sich regelmäßig außerhalb der Universität zur Diskussion trifft. Zudem organisiert eine Gruppe regelmäßig Exkursionen zu historischen Städten mit Referaten und Museumsbesuchen.“

Das gesamte „Studium für Ältere“ mache den Senior-Studierenden so viel Spaß, dass sie schon eine eigene Art von Langzeitstudierenden an der Universität sind: „Viele bleiben auch nach dem Abschluss, nicht wenige studieren auch einfach so und streben gar nicht eine Zertifizierung an. Beides ist völlig in Ordnung. Zum Teil belegen sie schon ihr viertes Fach oder vertiefen sich intensiv in eines.“

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