Seilbahn: Wuppertaler Rat entscheidet im November

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Das Modell der Wuppertaler Stadtwerke: Die geplante Seilbahn soll den Hauptbahnhof mit den Südhöhen verbinden. 

WUPPERTAL Wuppertal beschäftigt sich weiter mit dem Millionen-Projekt in der Innenstadt.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Am 10. Juli 2017 fasste der Rat der Stadt Wuppertal den Grundsatzbeschluss zum Bau einer Seilbahn unter dem Vorbehalt, dass ein Grundstück für den Bau der Talstation verfügbar sei und das Projekt im Kostenrahmen bleibe. Im Ausschuss für Stadtentwicklung nannte Ludwig Froning von den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) am Donnerstag einen Termin, an dem der Stadtrat beurteilen muss, ob die Vorbehalte ausgeräumt sind: Am 19. November steht im Rat der Nachbarstadt die Entscheidung an, ob das kostenintensive Planfeststellungsverfahren aufgenommen wird oder ob die Seilbahnpläne zu den Akten gelegt werden.

An einem fehlenden Grundstück für die Talstation dürfte das Projekt nicht scheitern. Davon sind jedenfalls die Stadtwerke überzeugt, die die Seilbahn vom Döppersberg zu einer Mittelstation an der Universität und hinauf zu den Südhöhen bauen wollen.

Die WSW berufen sich auf die Absichtserklärung (letter of intent), die Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) und Bahnvorstand Ronald Pofalla bezüglich der Bahn-Immobilien am Döppersberg unterzeichnet haben.

Stadtwerke-Aufsichtsrat muss grünes Licht geben

„Es hat dort Ortsbegehungen mit der Bahn gegeben“, berichtete Ludwig Froning. Da das betreffende Gebäude, das frühere Fundbüro der Bahn, alles andere als ein Schmuckstück ist, dürfte der Gebäudewert nicht einmal mehr den Abrisskosten entsprechen.

DIE SEILBAHN

DER PLAN Die 2800 Meter lange Strecke auf 6 Stützen soll einen Höhenunterschied von 165 Metern überwinden. Wahrscheinlich 44 Kabinen werden auf der Strecke unterwegs sein. Dabei können pro Richtung und Stunde bis zu 3500 Personen befördert werden.

Der Augenschein genügt allerdings nicht, was die Investitions- und Folgekosten betrifft. Neben dem beauftragten Ingenieurbüro und den WSW soll noch ein unabhängiger Dritter prüfen, ob das Planfeststellungsverfahren aufgenommen werden kann. „Und dann werden wir uns ins stille Kämmerlein zurückziehen, bevor wir zu einer Entscheidung kommen“, kündigte Froning im Ausschuss an. Am 7. Dezember tagt dann der WSW-Aufsichtsrat, der ebenfalls grünes Licht für das Seilbahn-Projekt geben müsste. Die WSW haben die Kosten für den Bau der Seilbahn mit 82,7 Millionen Euro angegeben. Gegner der Seilbahn sehen weit höhere Ausgaben auf die städtische Tochter zukommen.

Bereits 2014 wurde im Rahmen der „Strategieentwicklung Wuppertal 2025“ die Idee einer umweltfreundlichen Seilbahn vom Hauptbahnhof auf die Wuppertaler Südhöhen geboren, eine Seilbahn als nachhaltige Verkehrslösung für die Anbindung von Universität, Schulzentrum Süd und den Südhöhen.

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