Schwimmtiere ziehen ins Badehaus

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V.l.: Ela Schneider, Güdny Schneider-Mombaur und Susanne Müller-Kölmel. Foto: Heimann

Die Kunstobjekte entstanden im alten Solinger Hallenbad Vogelsang.

Von Jürgen Heimann

Burscheid. Es geht um viele Fische und anderes Meeresgetier – von vier Künstlerinnen: „Von Orkas und anderen Tieren“ mit dem Untertitel „Vom Auszug der Schwimmtiere“ heißt die Ausstellung der vier Künstlerinnen Judith, Funke, Susanne Möller-Kölmel, Güdny Schneider-Mombaur und Ela Schneider, die jetzt erst mal im Aquarius Wassermuseum Mülheim zu sehen ist, im August aber nach Burscheid ins Badehaus kommt.

Nach guter alter Tradition hat der 2. Vorsitzende des Burscheider Kulturvereins, Heinz Peter Knoop, die Bewerbungen für die diesjährige Jahresausstellung gesammelt, sich bei der abschließenden Bewertung der insgesamt fünf Bewerbungen aber zurückgehalten. Die Gruppe der vier Künstlerinnen, die den Vorzug erhielten, ist nämlich mit Knoop bei den Solinger Künstlern aktiv. Lobende Worte darf er freilich dennoch finden. „Die Kunstaktion fand in einem Bad statt“, sagt er. „Das Ergebnis dieser Performance werden wir zeigen, es sind herausragende Bilder entstanden. Auch die Aktivitäten der Künstlerinnen werden wir über einen Beamer präsentieren.“

Als Labor diente der Gruppe das Schwimmerbecken des Solinger Hallenbades Vogelsang kurz vor dem Abriss. „Ein ganzes Wochenende haben wir darin gearbeitet, ohne Strom“, sagt Susanne Möller-Kölmel. „Wir wollten raus aus der Komfortzone des Ateliers.“

Schwimmerbecken im Hallenbad wurde zum Atelier

Eine Erlaubnis zum Arbeiten in dem Bad vor dem Abbruch habe die Gruppe aber nur mit großem Kampf bekommen. Die Öffentlichkeit, die ursprünglich zuschauen sollte, durfte aus Sicherheitsgründen nicht hinein. In dem von Wasser bereits geleerten Becken mussten die Künstlerinnen nicht mehr drauf achten, etwas schmutzig zu machen. In einer gemeinschaftlichen Farb-Performance wurden Schwimmtiere aufgepustet und mit Acrylfarbe zu Kunstobjekten gemacht. „Wir haben sie auch geteert und gefedert“, ergänzt Güdny Schneider-Mombaur.

Als Symbolik für den anstehenden Abriss zogen die Plastiktiere dann aus dem Schwimmbad aus. Und in einer zweiten künstlerischen Arbeitsphase wurde ihnen dann die Luft herausgelassen. Im Atelier erfuhren sie somit eine Metamorphose, eine Wandlung. Entstanden sind daraus zweidimensionale Kunstwerke für die Ausstellung, die ab August auch in Burscheid zu sehen ist. Die reliefartigen Bilder wirken nun wie Schwimmhäute.

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