Gutachter suchen nach Ursache des Unfalls

Stadtwerke entwickeln Lösung für die Schwebebahn

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Die Wuppertaler Schwebebahn schwebt seit November vergangenen Jahres nicht mehr. 

WUPPERTAL Eine doppelte Befestigung der Stromschiene soll den Betrieb ab Sommer wieder möglich machen – unabhängig von der Absturzursache.

Von Katharina Rüth

Seit dem Absturz der tonnenschweren Stromschiene der Schwebebahn am 18. November vergangenen Jahres suchen Gutachter nach der Ursache des Unfalls. Parallel entwickeln die Stadtwerke eine Lösung, die den Betrieb unabhängig von der Ursache wieder möglich machen soll: eine zusätzliche Befestigung der Stromschiene, die einen weiteren Absturz verhindert.

Die Stromschiene, die pro Meter 17 Kilogramm wiegt, war im November wenige Meter von der Station Zoo entfernt vom Gerüst in die Wupper und auf die Straße gestürzt, hatte dabei ein Auto getroffen. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Schwebebahn steht seit dem Unfall still.

Schon 2013 war die Stromschiene einmal auf die Straße gefallen, es gab zwei Leichtverletzte. Ursache war damals ein falsch justierter Stromabnehmer. Diese haben seitdem Sollbruchstellen, damit sie die Schiene nicht vom Gerüst trennen können. Daher muss der aktuelle Absturz eine andere Ursache gehabt haben.

Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH, macht deutlich, dass es in Zukunft möglicherweise noch andere Gründe für eine Ablösung der Schiene vom Gerüst geben könne. „Deshalb suchen wir jetzt eine Möglichkeit, dass die Stromschiene auf jeden Fall oben bleibt.“ Das Prinzip erklärt er so: „Zum Gürtel verwenden wir jetzt noch Hosenträger.“

Der Austausch der Wagen soll weiterlaufen

CHRONOLOGIE

2013 Am 18. Oktober fällt die Stromschiene zwischen Kluse und Landgericht auf die Straße, zwei Menschen in Autos werden leicht verletzt, 76 Fahrgäste per Leiter aus der Bahn geholt. Betriebspause: sechs Wochen. Ursache: ein falsch justierter Stromabnehmer.

2016 Am 18. Dezember geht der erste neue Wagen in Betrieb.

2017 Am 19. Mai touchiert ein Wagen das Gerüst. Deshalb wird das Tempo gedrosselt. Mehrere Faktoren sollen dazu geführt haben.

2018 Am 18. November stürzt die Schiene an der Station Zoo hinab.

Zwei konkrete Konzepte für eine zusätzliche Befestigung würden jetzt näher untersucht. Sobald feststehe, wie genau die Befestigung aussieht und auch die Behörden damit einverstanden sind, werden die Stadtwerke sie vorstellen, kündigt Ulrich Jaeger an. Bis Juni oder Juli sollen diese Befestigungen montiert sein. Dann, so hoffen die Stadtwerke, erlaube die Behörde auch wieder den Fahrbetrieb, selbst wenn die genaue Ursache des Absturzes noch nicht feststeht. Nach internen Unterlagen, die unserer Redaktion vorliegen, sollen zunächst Sicherungsbleche zur Verstärkung der Klemmbacken montiert werden. Dazu kommt die zusätzliche Sicherung der Schiene am Traggerüst. Muster dafür wollen die Stadtwerke im Februar bei der Technischen Aufsichtsbehörde vorstellen.

Laut dem internen Papier gehen die Stadtwerke davon aus, dass die Genehmigung der neuen Befestigung und die Materialbestellung bis April dauert und im Mai der Einbau beginnen kann, der etwa fünf Wochen dauern werde. Außerdem soll ein Abriss des Stromabnehmers automatisch erfasst werden, spezielle Bauteile und ein Software-Update dafür sind geplant.

Die Stadtwerke halten weiter daran fest, das neue Betriebssystem in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen. Es soll unter anderem die schnelleren Taktzeiten der Schwebebahn ermöglichen. Auch der Austausch der Wagen soll weiterlaufen, die letzte der himmelblauen Bahnen im Juli in Wuppertal ankommen.

Für jede neue Bahn wird eine alte abgehangen, der letzte orange-blaue Gelenktriebwagen soll im Mai vom Gerüst genommen werden.

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