Wichtigstes Verkehrsmittel im Tal

WSW klagen nicht wegen Schwebebahnen

Die Schwebebahnen werden derzeit untersucht: Warum verschleißen die Räder so schnell? Für Wuppertal bedeutet das eine neue Zeitspanne ohne das wichtigste Verkehrsmittel im Tal. Bis Sommer fahren die Bahnen nur am Wochenende. Archivfoto: Tim Oelbermann
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Die Schwebebahnen werden derzeit untersucht: Warum verschleißen die Räder so schnell? Für Wuppertal bedeutet das eine neue Zeitspanne ohne das wichtigste Verkehrsmittel im Tal. Bis Sommer fahren die Bahnen nur am Wochenende.

Gutachten von Ernst & Young: Werkstatt muss sich neu aufstellen.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Die Stadtwerke werden sich personell und organisatorisch im Bereich der Schwebebahnwerkstätten verstärken. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des unabhängigen Gutachters Ernst & Young, das auf der Sitzung des Aufsichtsrates der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) bekannt gegeben wurde.

Hersteller Kiepe Electric habe schriftlich zugesichert, alles unternehmen zu wollen, die Mängel innerhalb eines Zeitplans, der aktuell abgestimmt werde, zu beseitigen, heißt es in einer Mitteilung. Davon unabhängig habe man über eine bessere technische und personelle Ausstattung der Schwebebahn-Werkstätten beraten. Es sei eine Herausforderung, bis zum Sommer alle Mängel abzustellen, zumal die Ursachenforschung noch nicht abgeschlossen sei. Dabei sei nicht nur eine enge Zusammenarbeit mit Kiepe erforderlich, sondern auch mit den Herstellern der Ersatzteile.

„Wichtiger ist, dass die Schwebebahn wieder fährt.“

WSW-mobil-Chef Ulrich Jaeger

Vor diesem Hintergrund sei es nicht zielführend, sofort juristische Schritte einzuleiten. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell erklärte: „Eine Klage ist die Ultima Ratio, aber wichtiger für Wuppertal ist, dass die Schwebebahn wieder fährt.“ WSW-Chef Markus Hilkenbach kündigte an: „Die Gutachter haben Vermutungen aber noch keine Erklärungen für den großen Räderverschleiß. Wir werden die Mängelbeseitigung bei Kiepe eng überwachen.“ Unter anderem steht aktuell das ABS-System der Schwebebahnen auf dem Prüfstand – zu klären ist die Frage, ob es einen Anteil an den aktuellen Schwierigkeiten haben könnte. Über allem steht aber ein Ziel, wie Ulrich Jaeger, Geschäftsführer WSW mobil, sagte: „Die Wiederaufnahme des regulären Fahrbetriebs im Sommer 2021 hat höchste Priorität.“

Die WSW-Geschäftsführung, so Bell, werde von E&Y vollständig entlastet. Die Wiederaufnahme des Fahrbetriebs im Herbst 2019 mit den neuen Fahrzeugen sei planmäßig verlaufen. Für den in der Coronahochphase aufgetretenen, atypischen Reifenverschleiß gebe es kein vergleichbares Schadensereignis aus der Vergangenheit. Daher sei, so die Berater, die Entscheidung, den Betrieb nach den Sommerferien einzuschränken, unvermeidbar gewesen, um weitere Schäden zu vermeiden.

Der Zeitplan, so Ulrich Jaeger, die Schwebebahn innerhalb der kommenden zwölf Monate wieder in den Regelbetrieb zu führen, stehe unverändert.

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