Prozess

Schwager mit Messer attackiert: Bewährungsstrafe für Remscheider

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Remscheid. Nach einem alkoholisierten Angriff mit einem Küchenmesser in einem Familienstreit in Remscheid verurteilte das Landgericht Wuppertal den Angeklagten (36) zu Bewährungsstrafe.

Von Dirk Lotze

Nach einem alkoholisierten Angriff mit einem Küchenmesser in einem Familienstreit in Remscheid verurteilte das Landgericht Wuppertal den Angeklagten (36) zu Bewährungsstrafe. Der Mann braucht ein Jahr und sechs Monate Haft nicht zu verbüßen, wenn er Auflagen einhält. Er hatte bei der Tat laut Gutachten 2,8 Promille Blutalkohol. Geschädigter wurde ein früherer Schwager(54). Der erlitt einen Schnitt am Hals und eine schwere Handverletzung, als er bei der Abwehr in die Klinge fasste.

Bei dem Geschehen vom Dezember 2017 soll der Angeklagte den Geschädigten besucht haben. Dabei ging es laut Geständnis um Sorgerechtsstreit wegen eines Kindes zwischen dem Geschädigten und der Schwester des Angeklagten. Der sagte im Gericht aus: „Er hat sie als 'Schlampe' und 'Hure' beschimpft. Das ging so nicht mehr weiter.“

Dem Schwager zufolge war der Angeklagte anfangs ruhig, dann aber „wie ausgewechselt“. Bei dem Angriff soll er seinen älteren Schwager am Hals gepackt und Richtung Küche geschoben haben. Er habe ihm ein Messer an den Hals gesetzt. Dabei kam es zur Abwehr des Schwagers. Der Angreifer soll aus der Wohnung geflüchtet sein, als er Blut an der Hand des Verletzten sah. Dazu sagte der Angeklagte: „Ich habe mich erschrocken. Mit dem Messer wollte ich nur drohen.“

Amtsgericht Remscheid sieht Totschlag, Landgericht Wuppertal hat eine andere Meinung

Im folgenden Strafverfahren gab das zunächst zuständige Amtsgericht Remscheid die Sache ans Landgericht ab. Das Fazit dort: Der Angeklagte habe womöglich töten wollen.

Laut Staatsanwaltschaft und Landgericht ist das fernliegend: Die Tat wäre dann anders verlaufen. Einzelheiten indes bleiben ungewiss, wie die Herkunft des Messers, das womöglich aus der Küche des Geschädigten stammte. Im Landgericht benannte der Schwager erstmals eine angebliche Drohung des Angeklagten nach dem Angriff: Wenn er zur Polizei gehe, sei er tot. Das hatte er in keiner seiner fünf früheren Aussagen beschrieben. Der Staatsanwalt stellte fest: „Mit der Zeit verschieben sich die Erinnerungen.“

Bewährung für den Angeklagten gibt es wegen des Geständnisses, erläuterte der Vorsitzende Richter. Strafschärfend wirkten Jugendstrafen des Angeklagten wegen Körperverletzung.

Das Urteil ist rechtskräftig.

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