Bergische Uni

Schumpeter School feiert zehnjähriges Bestehen

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Unirektor Prof. Lambert T. Koch (l.) und Dekan Prof. Nils Casselt. 

WUPPERTAL Fachbereich Wirtschaft der Bergischen Uni in Wuppertal firmiert seit einem Jahrzehnt unter dem Namen des österreichischen Ökonoms.

Von Markus Wessels

Ungewohnt festlich ging es im Hörsaal 32 der Bergischen Universität zu. Wo sonst bis zu 250 Studierende lernen, waren zahlreiche Gäste aus Stadt, Wirtschaft und Politik gekommen, um gemeinsam mit den Professoren und Mitarbeitern der Schumpeter School of Business and Economics deren zehnjähriges Bestehen zu feiern.

„Eine Universität ist ein bisschen wie eine Familie“, begrüßte Prof. Lambert T. Koch die Gäste. „Die Schumpeter School ist dabei ein besonders wichtiges Mitglied.“ Seit 2008 firmiert der ehemalige Fachbereich B, in dem die Wirtschaftswissenschaften der Universität untergebracht sind, unter dem Namen des österreichischen Ökonoms. Der Name war konsensfähig unter den Mitgliedern der Fakultät, da er „ein facettenreiches Werk hinterlässt“, berichtet Uni-Rektor Koch, der vor seiner Wahl ins Rektorat selbst Professor an der Schumpeter School war. Schumpeter zeichne sich aus durch seine ideologiefreie Forschung und habe dabei mitgeholfen, das Selbstverständnis des Fachbereichs zu festigen.

Dass die Ausrichtung des Fachbereichs auf die Perspektiven Schumpeters eine Erfolgsgeschichte darstellt, steht für ihren aktuellen Dekan Prof. Nils Crasselt außer Frage: „Wir haben mehr Dissertationen, mehr Professuren, mehr Drittmittel und mehr Beiträge in A-Journals.“ Zu den Förderern gehören neben der Jackstädt-Stiftung auch die Stiftung der Schumpeter School selbst sowie zahlreiche Praxispartner, die zum Beispiel im Rahmen von Exkursionswochen Einblicke in die Berufsfeld für Studierende ermöglichen.

Mehr Dissertationen, mehr Drittmittel, mehr Professuren

Kern der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Schumpeters ‚Schöpferische Zerstörung‘ im Zeitalter digitaler Disruption“. „Schöpferische Zerstörung“ entsteht dabei aus Innovation und beschreibt das Verschwinden alter Geschäftsmodelle oder Produkte bei gleichzeitigem Ersatz durch innovativere Modelle. „Das Modell ist sehr gut auf den Handel übertragbar“, erläutert Prof. Stephan Zielke, Inhaber des Lehrstuhls für Multi-Channel-Managments, „E-Commerce und Alexa sind Teile einer neuen Entwicklung, der schöpferische Teil. Zeitgleich bekommen Kaufhäuser Probleme.“

Einen kritischen Blick wirft angesichts dieser Ambivalenz auch Prof. Uwe Schneidewind, Professor für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit und Präsident des Wuppertal Instituts, auf die Lehre Schumpeters: „Wie schöpferisch ist eigentlich die Zerstörung, die da stattfindet?“ und führt die Probleme an. „Das Aussterben der Innenstädte, prekäre Beschäftigung etwa bei Versandhändlern, die Ausbeutung der Umwelt.“

Die Schumpeter School zeichne dabei aus, dass sie die betriebswirtschaftliche Perspektive zu den Voraussetzungen des Unternehmertums mit einem kritischen Blick darauf verbinde, wem die Innovation am Ende dient. „Können wir am Ende sagen, dass die Welt für alle ein Stück besser geworden ist und nicht nur für einen Einzelnen?“, fragt Schneidewind.

ZUKUNFT

NEUERUNGEN Für die Zukunft ist Dekan Crasselt optimistisch: „Es liegt ein spannendes Jahr 2019 als Start in die nächsten zehn Jahre vor uns.“ Mit dem Innovationslabor „Freiraum“, der Mittelsten-Scheid Gastprofessur und der Berufung von vier neuen Professoren sind in den kommenden Monaten einige Neuerungen und Projekte an der Schumpeter School geplant. „Das Beste, was der Schumpeter School in den nächsten Jahren passieren kann“, sagte Rektor Koch, „ist, wenn der Teamspirit unter den Professoren, Mitarbeitern und Studierenden erhalten bleibt.“

Was die Schumpeter School mit ihrem Schwerpunkt auf „Entrepreneurship“ – also Unternehmertum – tut, um junge Studierende zu motivieren, selbst unternehmerisch tätig zu werden, erklärt Prof. Christine Volkmann: „Im Vordergrund steht zunächst nicht, dass jeder Student aus der Uni heraus ein Unternehmen gründet, auch wenn die Politik das vielleicht gerne hätte, wenn wir noch mehr Ausgründungen hätten.“, so die Inhaberin des Lehrstuhls für Unternehmensentwicklung und Wirtschaftsentwicklung. „Wir wollen unternehmerisches Denken und Handeln fördern. Dabei setzen wir auf Methoden wie Design-Thinking, Hackatons und Ansätze, die Kreativität und Interaktion fördern“, so Volkmann.

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