Wuppertal hat ein Problem

Schulserver brechen zusammen

Seit Montag ist der Regelschulbetrieb ausgesetzt.

Von Eike Rüdebusch

Wuppertal. Die Schulen sind offen, die Schüler müssen nicht mehr in die Schule kommen oder sollen ab Klasse 8 zu Hause bleiben. Dass viele Schüler auf Distanz unterrichtet werden, führt zu Problemen. Denn die Server, mit denen die Schulen in Wuppertal arbeiten, sind nicht für die vielen Zugriffe ausgelegt und brechen zusammen.

iServ könne derzeit keine Termine zusagen Wuppertals Stadtkämmerer Johannes Slawig, in dessen Verantwortungsbereich die städtische IT fällt und seit vier Wochen auch die der Schulen, sagt, die Server seien teilweise fünf Jahre und älter und nicht für die Belastung ausgelegt. Deren Rechenleistung soll zur Überbrückung in die städtischen Server überführt werden - was aber nur mit dem Dienstleister iServ gehe. „Der ist aber überlastet aktuell. Aussagen dazu, wann wir dessen Dienste in Anspruch nehmen können, haben wir derzeit nicht.“

Eigentlich sind die Schulen in Wuppertal aber gut ausgestattet. Die Schulen sind weitgehend ans Glasfasernetz angeschlossen. Die weiterführenden und Grundschulen sind mit Servern versorgt. Das ist mehr als in vielen anderen Kommunen. Aber Einweisungen in die Arbeit mit der Technik hat es noch nicht überall gegeben, gerade bei den Grundschulen, sagt Schuldezernent Stefan Kühn.

Die Lehrer sind aktuell sehr belastet durch die Situation und enttäuscht von der Regierung. Jetzt werden Kinder in der Schule betreut und unterrichtet, aber auch digital zu Hause. Ein Mehraufwand für die Lehrer, die sich gewünscht hätten, dass die Landesregierung schon früher die Wege für Alternativen zu Präsenzunterricht aufgemacht hätte. Dann hätten auch Konzepte erarbeitet werden können. Aber die Vorschläge sind abgeblockt worden - siehe Solinger Modell. Und dann sind die Schulen überrascht worden, am Freitag in der letzten Stunde. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert den Umgang des Landes mit den Schulen.

Die Schulen müssen jetzt selbst entscheiden, wie sie die Situation stemmen. Richard Voß, Leiter der Grundschule Am Nützenberg, sagt, an seiner Schule habe man Unterrichtsmaterial zur Abholung und zum Download bereitgestellt. „Es ist technisch und auch personell nicht zu stemmen, beide Gruppen parallel zu unterrichten.“ Dort sind 150 von 320 Schüler anwesend. An der Hermann-von-Helmholtz-Realschule sind derzeit 520 von 535 Schülern zu Hause. Leiter Rolf Puller betont, dass Distanzunterricht mehr Vor- und Nachbereitung bedeute. An seiner Schule werden Materialien per iServ hochgeladen. Schüler können abfotografierte Ergebnisse mit dem Smartphone wieder hochladen und so den Lehrenden schicken.

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