Schütze gilt als äußerst gefährlich

Bayram Ö. ist möglicherweise nach wie vor bewaffnet. Foto: Polizei
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Bayram Ö. ist möglicherweise nach wie vor bewaffnet.

53-Jähriger soll in Remscheid auf Mutter und Sohn geschossen haben – Polizei fahndet

Von Axel Richter

Remscheid Nach den Schüssen auf eine 47-jährige Frau und ihren 24-jährigen Sohn in der Geibelstraße in Remscheid sucht die Polizei nach Bay-ram Ö. Der 53-jährige Mann gilt als gefährlich. Die Polizei rät deshalb, Bayram Ö. im Falle eines Antreffens nicht anzusprechen, sondern umgehend die Tel. 110 zu wählen.

Es handelt sich nach Augenzeugenberichten bei dem mutmaßlichen Schützen um den ehemaligen Lebensgefährten der Frau. Mit mehreren Schüssen aus einer kleinkalibrigen Waffe verletzte er Mutter und Sohn am Mittwochabend schwer. Danach trat er die Flucht an. Die anschließende Ringfahndung der Polizei verlief erfolglos.

Weder über den genauen Tathergang noch über ein mögliches Motiv machten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag Angaben. Das gilt ebenso für die Frage, wo sich der Mann heute möglicherweise aufhalten könnte und ob er weiterhin bewaffnet ist.

„Vor ein paar Wochen war die Polizei schon einmal hier.“

Nachbar

Fakt ist, dass der Angreifer gegen 16.30 Uhr mit einem Auto vor dem Haus seiner Opfer erschienen war. Mutter und Sohn waren gerade vom Einkaufen gekommen und brachten die Einkäufe ins Haus. Dann hörten Nachbarn Geschrei und anschließend mehrere Schüsse.

Die Frau traf der Schütze ins Bein, den Sohn in den Oberkörper. Der 24-Jährige hatte sich vor dem Schützen ins Treppenhaus retten können, stürzte dann aber aus einem Fenster und fiel dabei auf das Auto des Angreifers – nach RGA-Informationen ein weißer Seat mit Essener Kennzeichen. Dabei splitterte die Heckscheibe des Fahrzeugs. Nach den Schüssen – der Täter soll bis zu sechs Mal abgedrückt haben – ließ der Angreifer seine Opfer im Eingangsbereich ihres Hauses liegen und fuhr davon. Zeugen wollen ihn in dem Seat über Schüttendelle in Richtung Solingen davonrasen gesehen haben.

Über mehreren Stadtteilen Solingens kreiste später ein Hubschrauber der Polizei. Die hatte nach den Schüssen mit massiven Kräften erfolglos nach dem Täter gesucht. Am gestrigen Abend entschlossen sich die Ermittler, dann ein Foto des mutmaßlichen Schützen zu veröffentlichen und die Bevölkerung um Mithilfe zu bitten. Bayram Ö. ist 1,78 Meter groß und schlank. Er hat braune Augen, grau meliertes Haar und einen dunken Teint. Zur Tatzeit war er dunkel gekleidet. Unbekannt ist, ob er nach wie vor mit dem auffallend beschädigten weißen Seat unterwegs ist.

Mutter und Sohn – in der Nachbarschaft gelten sie als freundlich und unauffällig – erlitten durch die Schüsse aus der Kleinkaliberwaffe schwere Verletzungen, allerdings befanden sie sich zu keinem Zeitpunkt in Lebensgefahr und waren die ganze Zeit über ansprechbar. Nachbarn riefen Polizei und Rettungsdienst, die die Verletzten ins Sana-Klinikum brachten. Zeugen gegenüber nannte die Frau sofort ihren Ex-Mann als Schützen.

Die Schüsse führten die Ermittlungsbehörden am Mittwoch nicht zum ersten Mal in die Geibelstraße. „Vor ein paar Wochen war die Polizei schon einmal hier“, berichtet ein Anwohner. Die Rede ist von mehreren Einsätzen wegen häuslicher Gewalt. Jetzt ermittelt eine Mordkommission wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gegen Bayram Ö. Dafür droht ihm eine Haftstrafe nicht unter fünf Jahren. Die Polizei hat ihre Fahndung ausgeweitet. Die Familie soll erst vor einigen Monaten aus Essen nach Remscheid gezogen sein.

Bayram Ö. ist möglicherweise nach wie vor bewaffnet.

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