Tipps für den Frühling

Garten-Experte: „Schottergarten ist eine Öko-Katastrophe“

Hans-Christian Eckhardt ist Geschäftsführer der Firma „Gärten von Eckhardt“. Foto: Eckhardt
+
Hans-Christian Eckhardt ist Geschäftsführer der Firma „Gärten von Eckhardt“.

Wuppertal. Garten-Experte Hans-Christian Eckhardt gibt Tipps für den Frühling.

Von Martin Lindner

Wuppertal. Im Bergischen blüht´s im Frühling. Doch welche Blumen sollte man pflanzen, an denen sich auch Insekten laben können, und wann muss man mit der Gartenarbeit beginnen? Hans-Christian Eckhardt ist Geschäftsführer der Wuppertaler Firma „Gärten von Eckhardt“, die ein Experte auf dem Gebiet der Landschaftsgestaltung und Privatgärten ist.

Wenn ich einen kleinen Garten und ein noch kleineres Budget habe, was für Pflanzen sollte ich in die Erde stecken, die auch Bienen und Insekten guttun?

Hans-Christian Eckhardt: Ich empfehle da etwa einen Maiglöckchenstrauch oder verschiedene Wildblumensamen: Davon werden die Bienen angezogen. Ansonsten gibt es eine riesige Bandbreite an Möglichkeiten. Es wäre wichtig, nicht nur auf die Blüte zu schauen, sondern vielleicht auch eine Staude zu nehmen, die etwas weniger Blüten hat, aber dafür bienenfreundlich ist.

Wäre eine Wildblumenwiese auch ein guter Ersatz für den Rasen?

Hans-Christian Eckhardt: Es kommt darauf an. Wenn man den Rasen nutzen möchte, um mit den Kindern Fußball zu spielen, dann ist es mit der Wildblumenwiese schwierig. Wenn man aber eine Ecke im Garten hat, die schön sonnig ist, dann kann man das ohne Weiteres machen. Man muss nur darauf achten, dass man unseren kräftigen fetten Boden in Wuppertal etwas vermagert mit Sand. Und die Wildblumenwiese muss immer etwas nachgesät werden im folgenden Jahr.

Wann muss man denn optimalerweise mit der Gartenarbeit beginnen?

Hans-Christian Eckhardt: Wir haben jetzt Anfang März, da ist es eigentlich schon ein bisschen spät für die Pflanzen. Wenn man beispielsweise etwas im Gemüsebeet machen möchte, kann man den Boden schon vorher etwas auflockern, damit der Frost da noch mal durchgeht. Gehölze schneiden ist jetzt schon fast zu spät. Wenn man jetzt da drangeht, merkt man schon, dass der Saft richtig in den Pflanzen drinsitzt.

Man merkt jetzt schon wieder, dass es zu trocken ist.

Hans-Christian Eckhardt

Hat der frühe Pflanzentrieb auch etwas mit der Witterung zu tun, die etwas warm ist für die Jahreszeit?

Hans-Christian Eckhardt: Berufsbedingt beobachte ich das Wetter schon seit vielen Jahren. Man merkt schon deutlicher, dass es wesentlich wärmer wird. In Wuppertal hatten wir früher häufig Frostwechselwetter. Das ist heutzutage alles vermehrt in Regen übergegangen. Auch wenn wir erst kürzlich minus zwölf Grad hatten, dafür hatten wir kurz darauf fast plus zwanzig.

Was passiert dann mit den Pflanzen?

Hans-Christian Eckhardt: Sie kommen weniger in die Winterruhe und haben weniger Zeit, sich auszuruhen. Der Boden hat weniger Zeit, Wasser zu sammeln. Man merkt jetzt schon wieder, dass es zu trocken ist. Die Pflanzen geben im Spätsommer früher die Blätter ab. Das ist nicht gut.

Was ist Ihre Meinung zu Steingärten?

Hans-Christian Eckhardt: Man muss unterscheiden zwischen Steingarten und Schottergarten. Wir kennen das zum Beispiel oben von der Hardt, da gibt es einen Steingarten, wo ein Alpinum nachgebaut wurde, dort werden speziellen Pflanzen gezeigt. Der Schottergarten, bei dem man eine Plastikfolie auf die Erde legt und etwas Kiesel oder Schotter draufkippt – das ist etwas, das die Kunden in meinem Unternehmen nicht bekommen. Meiner Meinung nach ist das eine ökologische Katastrophe. Insekten und Bienen können mit so etwas nichts anfangen. Dank der Pflanzen schaffen wir es, in der Stadt Rückzugsräume für Insekten zu schaffen. Inzwischen gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass sich Insekten vom Land in die Stadt zurückziehen. Und das ist gut. Aber das passiert nicht mit Schottergärten.

Wo hat Ihre Firma denn schon in Wuppertal den grünen Daumen angelegt?

Hans-Christian Eckhardt: Im vergangenen Jahr haben wir zwei Kindertagesstätten rausgeputzt: eine am Katernberg, eine auf Lichtscheid. Da waren Spielgeräte aufzustellen und Plätze zu gestalten, auf denen Kinder toben und sich entwickeln können.

Hat die Corona-Krise Ihrem Betrieb zu schaffen gemacht, oder ist die Landschaftsgärtnerei davon weniger betroffen?

Hans-Christian Eckhardt: Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir draußen und mit Abständen arbeiten können. Überdies haben wir feste Teams gegründet, wo wir gesagt haben, es fahren jetzt nur noch die und die Personen zusammen raus. Wenn früher mal drei Leute in der Kolonne waren, sind die dann jetzt mit zwei Autos losgefahren. Das ist nicht so ökologisch, aber dem Infektionsschutz war es dienlich. Wir sind dankbar und demütig, dass wir wirtschaftlich keine Einbrüche hatten. Die Nachfrage ist im Gegenteil noch gestiegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Baby-Biber in Beyenburg haben die Flut überlebt
Baby-Biber in Beyenburg haben die Flut überlebt
Baby-Biber in Beyenburg haben die Flut überlebt
Baby-Biber haben die Flut überlebt
Baby-Biber haben die Flut überlebt
Baby-Biber haben die Flut überlebt
Verkehrssteuerung soll schlauer werden
Verkehrssteuerung soll schlauer werden

Kommentare