Mitfahrer gesucht

Schokolade emissionsfrei bis zum Laden

Das Lastenrad „Düsselflitzer“ ist Dirk Rauchmanns Transportmittel im Alltag. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wird er sich im Oktober auf den Weg machen, um Schokolade aus Amsterdam nach Düsseldorf zu bringen. Foto: dsch
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Das Lastenrad „Düsselflitzer“ ist Dirk Rauchmanns Transportmittel im Alltag. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wird er sich im Oktober auf den Weg machen, um Schokolade aus Amsterdam nach Düsseldorf zu bringen.

Dirk Rauchmann bringt Schokolade von Amsterdam nach NRW – mit dem Lastenfahrrad.

Von Dominik Schneider

Düsseldorf. Wer Lastenrad fährt, für den ist das Fahrzeug mehr als ein Transportmittel, es ist ein Stück Lebenseinstellung. In der Lastenrad-Szene geht es um Mobilität im urbanen Umfeld, um einen Kompromiss aus Umweltverträglichkeit und Alltagstauglichkeit. Dirk Rauchmann hat vor Jahren sein Auto verkauft. Zunächst nutzte er das Angebot von Car-Sharing-Firmen, dann stieg er aufs Lastenrad um. Seither ist das Gefährt ständiger Begleiter des Mannes aus Düsseldorf-Wersten. Er nutzt es nicht nur im Alltag, sondern auch für besondere Projekte – zum Beispiel für die Teilnahme an der Schokofahrt.

Das Konzept der Schokofahrt stammt ursprünglich aus der Fahrradhochburg Münster und ist inzwischen in ganz Deutschland verbreitet. Ziel ist es, Schokolade komplett emissionsfrei zu transportieren – von der Plantage bis ins Ladenregal. „In der Dominikanischen Republik werden die Bohnen geerntet, per Handkarren geht es dann zum Hafen. Mit einem Segelschiff kommt die Ware nach Amsterdam“, erklärt Rauchmann. Dort wird der Rohstoff zu Schokolade verarbeitet – und mit dem Fahrrad abtransportiert.

Mehr als 30 Kilogramm Schokolade transportiert jeder

Zweimal im Jahr machen sich Radfahrer aus ganz Deutschland auf den Weg nach Amsterdam, beladen ihre Lastenräder mit Schokolade und fahren zurück nach Hause, um die Süßigkeiten an lokale Geschäfte auszuliefern. Wenn es am 3. Oktober wieder losgeht, wird Dirk Rauchmann einer von ihnen sein. „Wir sind nur die Spediteure“, sagt der Werstener. Bestellt wird die emissionsfrei transportierte Schokolade von Händlern.

480 Kilometer lang ist die Strecke der Schokofahrt, auf der zweiten Hälfte transportiert jeder Fahrer neben seinem Reisegepäck über 30 Kilogramm Schokolade. „Eine sportliche Herausforderung“, gibt Rauchmann zu. Voraussetzung für die Teilnahme ist daher eine gewisse „Sattelfestigkeit“.

Er selbst hat im Herbst 2019 an seiner ersten Schokofahrt teilgenommen, sich sehr spontan einer Gruppe angeschlossen und die Schokolade im Anschluss im Bekanntenkreis verkauft. Im Frühjahr ist der Termin coronabedingt ausgefallen, im Oktober will Rauchmann mit einer eigenen Truppe starten. Einige Interessenten aus dem Bekanntenkreis hat er schon, sucht jedoch noch fahrradbegeisterte Mitstreiter – und Händler, die die emissionsfrei transportierte Schokolade in ihr Angebot aufnehmen wollen. „Mit großen Supermärkten gestaltet sich die Kooperation oft schwierig, weil sie nicht selbst über Angebot bestimmen können“, erzählt Rauchmann. Kleinere Läden hingegen seien häufig offen für das umweltfreundliche Projekt.

Per Fahrrad den Wein von der Ahr abgeholt

Um sich für die Schokofahrt aufzuwärmen ist Dirk Rauchmann vor einigen Wochen rund 110 Kilometer an einem Tag an die Ahr geradelt, um von dort den Wein für eine Veranstaltung zu beschaffen. 70 Kilo hatte er auf dem Rückweg in seinen Kisten, angetrieben mit Muskelkraft. „Solche Fahrten machen Spaß, sind eine sportliche Herausforderung und geben einem das Gefühl, einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten“, sagt Rauchmann.

Herausfordernd wird auch die Reise nach Amsterdam. 240 Kilometer, das sind zwei Tagesetappen. Einen Tag halten sich die freiwilligen Spediteure in der niederländischen Stadt auf, bekommen eine Führung durch die Schokoladenfabrik. Danach geht es wieder zurück.

„Man sollte schon etwas sportlich sein, wenn man eine solche Tour in Angriff nehmen will“, sagt Dirk Rauchmann. Ein Lastenrad hingegen ist keine zwingende Voraussetzung, er hat auf seiner ersten Fahrt auch Teilnehmer gesehen, die ein normales Fahrrad mit Satteltaschen fuhren.

„Bei meiner Premiere wurde es unangenehm“, gibt der begeisterte Radfahrer zu. Von Nimwegen bis Amsterdam sei man im Dauerregen gefahren. „Aber gerade dann weiß man, was man geleistet hat. Das kann jeder Sportler nachempfinden.“

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Die Schokofahrt findet vom 8. bis zum 12. Oktober statt. Weitere Infos auf Rauchmanns Blog Düsselflitzer auf Facebook.

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