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Ein schöner Tag im Düsseldorfer Medienhafen

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Ein Favorit aller Fotografen, die in den Medienhafen kommen: die Gehry-Bauten. 

DÜSSELDORF Eine Reihe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten nah nebeneinander. Das ist nicht alles.

Von Christian Herrendorf

Die Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf hat im Frühsommer ein Positionspapier zum Medienhafen mit dem Titel „Hot Spot oder not Spot?“ veröffentlicht. Das Papier ist aus politischer und stadtplanerischer Sicht schlüssig und nachvollziehbar. Darin stehen gleichermaßen Ideen, die sich kurzfristig umsetzen lassen, um den Medienhafen voranzubringen, als auch Vorschläge, bei deren Verwirklichung man eher in Jahrzehnten denkt. An dieser Stelle viel wichtiger: Für Besucher des Viertels ist das Papier mit zwei guten Nachrichten verbunden. Es lohnt sich offensichtlich, den Medienhafen zu besuchen, sonst würde man ja kein Strategiepapier entwerfen. Und er scheint noch nicht komplett überlaufen zu sein, sonst müsste man kein Strategiepapier entwerfen.

Zum Medienhafen im etwas weiteren Sinne gehören gleich drei der am meisten fotografierten Gebäude der Stadt. Neben diesem Pflichtprogramm unter den Sehenswürdigkeiten beheimatet der Medienhafen noch jede Menge Gastronomie sowie drei Orte in unmittelbarer Nähe, die ein guter Abschluss des Besuchs sein können:

Rheinturm

Das Rennen um den Titel „Wahrzeichen von Düsseldorf“ hat der Rhein- gegen den Schlossturm für sich entschieden. Der 240 Meter hohe Turm ist meist das Erste, das Düsseldorfer sehen, wenn sie sich der Heimat wieder nähern. Und er ist in seinen unverkennbaren Umrissen in vielen Logos verewigt. Im Medienhafen muss es nicht bei der Bewunderung von unten bleiben. Zwei Ebenen des Rheinturms sind für Besucher geöffnet. Wer neun Euro Eintritt zahlt (Frühaufsteher, 10 bis 11 Uhr, und Late-Night-Tickets, ab 22 Uhr, kosten fünf Euro, Kinder bis sechs Jahre sind frei) kommt mit einer Geschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde nach oben und kann dort wählen, ob er im Restaurant, das sich in 72 Stunden einmal um die eigene Achse dreht, essen mag, die Aussichtsplattform in 168 Metern Höhe besucht oder eine Medienhafen-Mutprobe macht und sich auf die Scheiben des Turms legt. Geöffnet ist der Turm immer sonntags bis donnerstags, jeweils von 10 bis 24 Uhr, sowie an Freitagen und Samstagen ist in der Zeit von 10 bis 1 Uhr geöffnet.

Landtag

Als das neue NRW-Parlament vor etwas mehr als 30 Jahren eröffnet wurde, war es mit dem architektonischen Gedanken verknüpft, durch viel Glas das politische Geschehen transparent und damit auch spannend für die Bürger zu machen. Der Landtag ist an vielen Samstagen und Sonntagen geöffnet, dann können Besucher dort auf Entdeckungstour gehen, eine 45-minütige Führung mitmachen und sich über die Arbeit der Abgeordneten informieren. Die Möglichkeit gibt es ab 7. September an allen Wochenende bis Weihnachten, Ausnahme ist Samstag, 28. September.

Gehry-Bauten

Manchmal vergessen die Düsseldorfer schon, was sie an Fotomotiven und Einmaligem so alles besitzen. Daran werden sie zum Glück von den Besuchern erinnert. Als die drei Gebäude des Architekten Frank O. Gehry neu waren, gab es für Landeshauptstädter eigentlich keine Tour mit Gästen, die nicht zu den schrägen Türmen mit den besonderen Fassaden führte.

Rundgang ums Hafenbecken

Wer von Landtag oder Rheinturm zu den Gehry-Bauten gegangen ist, befindet sich am idealen Ausgangspunkt für einen kleinen Spaziergang: einmal rund ums benachbarte Hafenbecken. Das Wasser selber wirkt ausnahmsweise nur bedingt anziehend, die Boote in der Marina sind interessant, die Tatsache, dass das Restaurant „Lido“ auf dem Wasser steht auch, das war es dann aber, wenn nicht gerade das Drachenbootrennen oder der Triathlon ausgetragen werden. Folglich sollte der Blick ein wenig in die Höhe gehen. Rund ums Becken ist ein herrliches architektonisches Durcheinander zu sehen. Alte Hafengebäude oder -Fassaden stehen dicht an dicht mit neuen Gestaltungsideen, nichts scheint aufeinander abgestimmt, aber auch nur ganz wenig wirkt unpassend.

Gastronomie

Das Verhältnis von Cafés und Restaurant zu Quadratmetern ist im Düsseldorfer Medienhafen ein ausgezeichnetes. Es gibt Italienisch, Chinesisch, Mongolisch, Japanisch, Burger, Currywurst und Vegetarisches, Hochwertiges und Hochpreisiges (Letzteres ist in Düsseldorf nicht immer das gleiche). Wer die Mitte der Hammer Straße (Höhe Erftstraße) erreicht, hat ihm Umkreis eine große Auswahl, Ähnliches gilt für die Speditionstraße. Unabhängig davon drei Empfehlungen: Das „Eigelstein“ (Hammer Straße 17) ist ein modernes Brauhaus und zeigt, wie weltoffen die Düsseldorfer sind, dort wird nämlich Kölsch serviert. „Robert‘s Bistro“ (Wupperstraße 2) serviert klassische französische Küche und klassische Bistro-Enge der Sitzplätze. Und das Bistro des Gourmet-Restaurants „Lido“ (Speditionstraße 15a) ist ein Geheimtipp für ein entspanntes Mittagessen.

Paradiesstrand

Ein kleiner Spaziergang über die Brücke am Parlamentsufer führt am Rhein entlang zu einem schönen Strand.

ANFAHRT

AUTO Zum Medienhafen kommt man mit dem Wagen durch den Rheinufertunnel, entweder von Norden kommend oder im Anschluss an die Rheinkniebrücke. Parkplätze an den Straßen des Medienhafens zu suchen, ist angesichts der geringen Zahl wenig erfolgversprechend. Parkhäuser gibt es etwa an den Gehry-Bauten, am Kino (Zollhof) und an der Franziusstraße.

ÖPNV Die Bus-Linien 835 und 836 halten oben auf der Kniebrücke, von dort sind es wenige Gehminuten bis zum Landtag. Die Bahnen der Linien 704 und 709 haben eine Haltestelle am Landtag. Die Bahnen der Linien 707 fahren ans andere Ende des Medienhafens. Die Station heißt Franziusstraße.

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