Serie: Ein schöner Tag in Düsseldorf

Schöne Beete, Fontänen, Haie und Krokodile

+
Ein charakteristisches Bild aus dem Düsseldorfer Nordpark: Am großen Fontänenbecken lässt es sich schön verweilen. Archivfoto: Judith Michaelis

DÜSSELDORF Draußen lockt der Nordpark, drinnen der Aquazoo. Zusammen garantieren sie einen schönen Ausflugstag in Düsseldorf.

Von Alexander Schulte

Die Landeshauptstadt hat eine ansehnliche Tradition als Gartenstadt und insofern eine Reihe schöner Parks im Angebot, man denke nur an den Hofgarten in der Innenstadt. Vielleicht der schönste von ihnen ist der Nordpark im nördlich gelegenen Stadtteil Stockum – und in Verbindung mit dem Aquazoo ist diese Gartenanlage ein veritabler Ausflugstipp auch weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Die besonderen Kennzeichen des Nordparks sind seine streng geometrisch angeordneten Wege und die meist prächtigen Blumenbeete, die freilich immer wieder aufgelockert werden durch Wiesen mit „wilden“ Blumenfeldern. Dazu die große Wasserachse, Wasserspiele sowie Skulpturen. Und: In keinem anderen Düsseldorfer Park blühen in der Saison so schöne Blumenkombinationen. Zuletzt allerdings zeigte sich die CDU-Opposition im Rathaus unzufrieden mit den Bepflanzungen, die Stadt habe da zwischendurch eher Sparversionen gepflanzt und damit den schönen Ruf des Nordparks gefährdet, was man jetzt im Sommer allerdings nicht bestätigen kann. Außerdem wird der Park von verschiedenen Spielplätzen, einem Café und natürlich dem Japanischen Garten geprägt, der für die besondere Verbundenheit der Landeshauptstadt mit Nippon steht.

Geschichte

Entstanden ist der Nordpark zur „Großen Reichsausstellung Schaffendes Volk“ des nationalsozialistischen Regimes 1937 nach Plänen des damaligen Düsseldorfer Gartenamtsdirektors Willi Tapp. Die Ausstellung sollte unter anderem die Errungenschaften von Städte- und Wohnungsbau sowie der Gartenbaukunst zeigen. Gleichwohl sehen Gartenbauhistoriker im Nordpark keine originär nationalsozialistischen Anlage. Nach dem Krieg wurde der Nordpark von den britischen Besatzungstruppen beschlagnahmt, bis heute trägt die größte Rasenfläche am Rande des Parks den Namen „Engländerwiese“, auf der seit jeher vor allem Fußball (seit 1979 zum Beispiel in der „Lohausenliga“) später auch Cricket gespielt wird. Von 1953 bis 1985 wurde der Park dann in vielen Schritten von den Briten an die Stadt zurückgegeben.

Höhepunkte

Wer den Park über die Eingänge an der Kaiserswerther Straße betritt, erlebt als erstes die Wasserspiele in dem 170 Meter langen Becken und die sich anschließende große Fontäne im Rundbecken. Das sprühende Wasser in den Becken bildet auf der gesamten Länge einen großen Bogen, der vor allem in der Nachmittagssonne einen herrlichen Anblick bietet. Ebenfalls Hingucker sind die beiden großen Blumenringe, etwa der am Eingang Stockumer Kirchstraße.

Spielplätze

Vor allem im Sommer und Herbst bietet der Japanische Garten im Park einen schönen Anblick. Foto: Stadt Düsseldorf

Familien mit kleineren Kindern kommen vor allem auf dem neugestalteten, größeren Spielplatz auf ihre Kosten. Er bietet fünf verschiedene Spielbereiche mit Kleinkinderschaukel, viel Sand zum Buddeln, der Wasser-Matsch-Insel mit Pumpe, einer Kletterinsel mit Rutsche, Strickleiter, Netz und Seilen, Balancierinsel, Kletterring und die beliebte Himmelsschaukel. In die Jahre gekommen und im Angebot eher bescheiden ist der kleine Spielplatz vor dem Nordpark-Café.

Japanischer Garten

Im Nordwesten des Nordparks stoßen Besucher seit 1975 auf dieses 5000 Quadratmeter große Garten-Juwel. Damals schenkte es ein von japanischen Unternehmen und der japanischen Gemeinde in Düsseldorf gegründeter Verein der Düsseldorfer Bevölkerung als Zeichen der besonderen Verbundenheit. Ebenso überfüllt wie bunt und schrill gibt sich der Japanische Garten, wenn er bei den entsprechenden Festivals von Cosplayern und den Fans der japanischen Mangas bevölkert wird.

Aquazoo

Eine besondere Attraktion für die Besucher des Aquazoos ist immer noch das Hai-Becken. Foto: Stadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister

Überregional bekannter als der Nordpark dürfte der Aquazoo sein, eine einzigartige Kombination aus Zoo, Aquarium und Naturkundemuseum. Und die Alternative oder die Ergänzung zum Nordpark bei schlechtem Wetter. Beim Rundgang durch den – nach jahrelanger Renovierung – 2017 neu eröffneten Aquazoo kann man in den Themenräumen der Geschichte der Lebewesen folgen: Von der Entstehung im Wasser, der Ausbreitung im Meer, der Eroberung der Süßgewässer bis zur Besiedelung aller Lebensräume an Land. Und natürlich jede Menge toller Tiere bewundern, von den Pinguinen über bunte Fische bis zu gefährlichen Räubern wie Haien und Krokodilen. Mittlerweile kommt man mindestens an Werktagen auch ohne größere Wartezeiten hinein.

Umgebung

Der Nordpark eignet sich auch deshalb gut für einen Tagesausflug, weil in seiner Nähe weitere Sehenswürdigkeiten liegen. Südlich etwa schließt sich zwischen Rhein und Kaiserswerther Straße die sogenannte „Weiße Siedlung“ von Golzheim an. In den 30er Jahren entstanden, besticht das Wohn- und Atelierquartier durch seine charakteristischen weißen Häuser, nach dem Krieg wurden Künstlerhäuser samt Ateliers integriert. Verlässt man den Nordpark an seinen Rheinausgängen in Richtung Norden, streift man zunächst das Messegelände, dann kommt gleich die große Arena und Spielstätte von Fortuna Düsseldorf. Wer sich in die Straßenbahn setzt, ist in zehn Minuten in der Altstadt und an der Königsallee.

Anfahrt und Einrittsgelder

NORDPARK Der 36 Hektar große Park liegt im nördlichen Stadtteil Stockum in Düsseldorf. Haupteingang ist an der Kaiserswerther Straße, Nebeneingänge an der Stockumer Kirch- und an der Rotterdamer Straße.

ANFAHRT Mit den Stadtbahnlinien U 78 und U 79 bis zur Haltestelle „Nordpark / Aquazoo“. Am Haupteingang Kaiserswerther Straße gibt es vor dem Aquazoo einen gebührenpflichtigen Parkplatz. duesseldorf.de/stadtgruen/park/nordpark

AQUAZOO Geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr. Eintritt: Erwachsene 9 Euro (im Vorverkauf 10), ermäßigt (u. a. Schüler, Studenten, Azubis) 5 (6) Euro. Familienkarte 18 (20) Euro für zwei Erwachsene und alle dazugehörenden Kinder bis 18 Jahre; freier Eintritt für Kinder bis 6 Jahre. Kartenbestellung unter (02 11) 27 40 02 00. duesseldorf.de/aquazoo

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Versuchter Raub: 13-Jähriger in Wuppertal angegriffen - Täter flüchten

Versuchter Raub: 13-Jähriger in Wuppertal angegriffen - Täter flüchten

Der Paketbote kommt jetzt per Rad

Der Paketbote kommt jetzt per Rad

Stau und volle Züge - Urlauber reisen zum Ferienende nach NRW zurück

Stau und volle Züge - Urlauber reisen zum Ferienende nach NRW zurück

Vierter Anbieter von E-Scootern in Düsseldorf

Vierter Anbieter von E-Scootern in Düsseldorf

Mann bedroht Taxifahrer in Düsseldorf mit Pistole - weil er unbedingt ins Gefängnis will

Mann bedroht Taxifahrer in Düsseldorf mit Pistole - weil er unbedingt ins Gefängnis will

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren