Sanierung

Schmuckstück Villa Eller hat ein neues Geschoss

Durch die Aufstockung hat die Villa gut 80 Quadratmeter Nutzfläche gewonnen – und einen Balkon für schöne Ausblicke. Foto: Stefan Fries
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Durch die Aufstockung hat die Villa gut 80 Quadratmeter Nutzfläche gewonnen – und einen Balkon für schöne Ausblicke.

Wuppertal. Stadt Wuppertal investiert 2,1 Millionen Euro auf der Hardt.

Von Manuel Praest

Die Stadt investiert 2,1 Millionen Euro in die Sanierung von Villa, Elisenturm und Orangerie.

Die Villa Eller auf der Hardt hat ihr Stockwerk zurück: Im Zweiten Weltkrieg war das Dach samt oberstem Geschoss schwer beschädigt worden, anschließend wurde aber nur notdürftig repariert. Das Aushilfsdach gehört jetzt der Vergangenheit an: Das neue alte Dachgeschoss – samt Balkon für schöne Ausblicke – ist fertig.

Das Gebäude gewann so gut acht Meter Höhe und 82 Quadratmeter weitere Nutzfläche hinzu, die das Ressort Grünflächen für seine Pflanzensammlung, das Herbarium, nutzen wird. Gut 2,1 Millionen Euro investierte die Stadt in die Sanierung des Gebäudeensembles, zu dem neben der Villa auch der Elisenturm und die Orangerie gehören.

Die ursprüngliche Villa wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet

Unlängst waren die Maler vor Ort. „Kleine Restarbeiten fehlen noch“, erklären Michaela Fasler-Busch, Produktmanagerin beim Städtischen Gebäudemanagement (GMW) und Projektleiter Michael Schuh. Ansonsten ist das Schmuckstück, das mit in dieser Qualität in Wuppertal seltenen Mosaiken aufwartet, aber fertig. Im Herbst wird das Ressort Grünflächen einziehen, dann soll es auch eine offizielle Einweihung geben.

Öffentlich zugänglich wird das Herbarium nicht sein. Die Stadt plant allerdings Führungen, kündigt Fasler-Busch an. Die Büros im ersten Stock, die während der Arbeiten freigezogen worden waren, sind bereits wieder nutzbar.

Vor gut zwei Jahren war die oberste Etage noch ein Rohbau und nur über das Baugerüst erreichbar. Jetzt geht es über die frisch restaurierte Treppe, die damals direkt an der Decke endete. Das Dach war nach dem Krieg deutlich flacher, die oberste Etage praktisch nicht mehr nutzbar, erzählen Fasler-Busch und Michael Schuh. Beim Rundgang zeigt der Projektleiter, bis wohin die „alte“ Villa reichte und wo die Aufstockung anfängt.

Es sei nach den Bombenschäden nur darum gegangen, das Dach möglichst schnell wieder zu schließen. Nach 1945 musste die Villa nämlich ziemlich zügig als Notunterkunft herhalten. So seien bei der Sanierung unter anderem noch verkohlte Holzbalken entdeckt worden, die damals nicht einmal ausgetauscht wurden, erklärt Schuh.

Die Schönheitskur für Villa, Turm & Co. begann 2015. 780 000 Euro waren damals angesetzt worden. Schnell wurde deutlich: Das wird nicht reichen. „Bauen im Bestand“, sagt Fasler-Busch, „biete immer wieder Überraschungen.“ Die Bausubstanz wies deutlich mehr Schäden auf als gedacht. Auch die Wiederherstellung des Dachgeschosses erwies sich als Herausforderung. Die ursprüngliche Villa war Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und mehrfach umgebaut und erweitert worden. „Pläne gab es nicht mehr“, sagt Schuh. Bei der Rekonstruktion habe das GMW sich zum Beispiel an alten Fotos orientieren müssen, die aus verschiedenen Epochen stammten.

„Es ist einfach ein wunderschönes Ensemble.“

Thorsten Kring, Elberfelds Bezirksbürgermeister

Das Ergebnis ist jedenfalls ein Hingucker. Auch im Inneren hat sich das GMW viel Mühe gegeben, zum Beispiel die Treppe – eine sogenannte Holzfalttreppenanlage – aufgehübscht. Einige Stufen mussten erneuert werden. Den Antrittspfosten, der vermutlich schon vor langer Zeit verlorengegangen war, ersetzten Schuh und seine Kollegen. In einem historischen Baustoffhandel sei er fündig geworden und habe ein schönes gründerzeitliches Exemplar erstanden.

Die Hauptarbeit am Ensemble auf der Hardt sei mit der Fertigstellung der Villa praktisch getan, sind sich Fasler-Busch und Schuh einig. „Die Gebäude wollen aber natürlich weiter gepflegt werden.“ Und an Denkmälern gebe es immer etwas zu tun. Nicht ganz zufrieden ist Schuh zum Beispiel mit dem Brunnenschacht vor der Villa. Den würde er gerne anders und besser in Szene setzen. Aktuell dürfte der dem Besucher kaum auffallen.

„Es ist einfach ein wunderschönes Ensemble“ sagt Thomas Kring (SPD), Elberfelds Bezirksbürgermeister. Die Sanierung sei ein tolles Projekt. „Ich freue mich, dass die Villa jetzt wieder in altem Glanz erstrahlt.“

Dirk Fischer vom Förderverein Historische Parkanlagen hatte bereits vor zwei Jahren die Bedeutung der Villa Eller hervorgehoben. Sie sei ein „für die Hardt und den Botanischen Garten unverzichtbares Baudenkmal“. Jetzt, frisch saniert, „umarmt sie den Botanischen Garten“, sagt Fischer.

Zwei Fördervereine, der des Botanischen Gartens sowie der der historischen Parkanlagen Wuppertals, wirken hier.

botanischer-garten-wuppertal.de wuppertals-gruene-anlagen.de

Historie der Anlage

Anfänge: Der Textilfabrikant Engelbert Eller ließ in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf der Hardt den Elisenturm errichten und dazu einen Privatgarten. Später wurde die Villa Eller als Sommerhaus eingerichtet. Einige Jahre danach wurde das Gebäude unter anderem um die Orangerie erweitert.

Stadt: Die Anlage mit Park und Gebäuden ging später in den Besitz der Stadt Elberfeld über, die den Botanischen Garten anlegte. Ellers Frau war unter anderem Stifterin des unterhalb der Hardt liegenden Marienheims, das bis vor einigen Jahren als Krankenhaus genutzt wurde und derzeit zu Wohnungen umgebaut wird.

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