Schmittmann liefert Alkohol an Kliniken

Apotheken dürfen Desinfektionsmittel herstellen – dafür braucht es reinen Alkohol. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa
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Apotheken dürfen Desinfektionsmittel herstellen – dafür braucht es reinen Alkohol. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Telefone stehen nicht still in Kornbrennerei.

Von Marc Herriger

Düsseldorf. Die Corona-Krise und die damit verbundene Stilllegung des öffentlichen Lebens machen vielen Unternehmern und Freiberuflern in Düsseldorf schwer zu schaffen. Die Auftragslage sank plötzlich von 100 auf null. Die Mitarbeiter können nicht mehr beschäftigt werden. Aber die Fixkosten wie Miete, Strom oder Steuern müssen weiter bezahlt werden. Es drohen Insolvenzen am laufenden Band. Denn von der versprochenen staatlichen Hilfe merken viele Unternehmen noch gar nichts.

Alkohol für Desinfektionsmittel

Aber es gibt zumindest eine Düsseldorfer Firma, die sich im Moment vor Aufträgen gar nicht mehr retten kann. Auch das wegen Corona! Es ist ausgerechnet die Kornbrennerei Schmittmann in Niederkassel. Nicht unbedingt eine Branche, an die man jetzt sofort gedacht hätte. Doch wegen Corona hat die Bundesregierung am Mittwoch die Alkoholsteuer abgeschafft. Zumindest für Alkohol, der zur Herstellung von Desinfektionsmitteln genutzt wird.

Und hier kommt Schmittmann wieder ins Spiel. Der Spirituosenproduzent macht nämlich nicht nur Korn und andere Schnäpse, er beliefert auch gewerbliche Kunden mit reinem Alkohol. „Zum Beispiel Apotheker. Das sind unsere Stammkunden. Aber wir liefern auch an Düsseldorfer Krankenhäuser“, sagt Sonja Schmittmann, die das Traditionsunternehmen zusammen mit ihrer Schwester Eva führt.

Und seit der Alkohol-Direktive der Bundesregierung geht es an der Niederkasseler Straße in Düsseldorf rund. „Die Telefone stehen einfach nicht mehr still“, sagt Sonja Schmittmann. „Wir haben zurzeit rund 30 Prozent mehr geschäftliche Aktivitäten als normalerweise“, verrät die Chefin der Kornbrennerei.

Verkauf an Bürger ist streng verboten

Für sich selbst und ihre Mitarbeiter zweigt die Chefin ein bisschen Alkohol ab. „Wir haben unser eigenes Desinfektionsmittel produziert, weil im Handel ja nichts mehr zu bekommen ist“, berichtet Sonja Schmittmann. Bevor jetzt aber Bürger auf der Suche nach Handdesinfektion-Mitteln bei den Schmittmanns anrufen wollen: „Wir dürfen das nur für den Eigenbedarf herstellen. Ein Verkauf ist uns streng verboten.“

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