Hilfe

Schlaganfallhilfe Bergisches Land eröffnet Büro

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Annika Küchelmann, Margit Lehnhard, Brigitte Hallenberg und Ute Baehr (v. l.) freuen sich auf die Eröffnung. 

Die Mitglieder freuen sich auf den Starttag am 4. Oktober in Wermelskirchen. Sie beraten dort Betroffene und Angehörige.

Von Anja Carolina Siebel

Ute Baehr und Brigitte Hallenberg schauen zufrieden durch das rund 40 Quadratmeter große Ladenlokal an der Remscheider Straße in der Nachbarstadt Wermelskirchen. Sie sind „happy“, wie beide Akteurinnen der Schlaganfallhilfe Bergisches Land selbst sagen. Glücklich darüber, dass sie endlich Räume haben, in denen sie Betroffene und Angehörige beraten und für sie Lösungen entwickeln können. Seit dem 1. August hat die Schlaganfall-Gruppe das Büro angemietet. „Am 4. Oktober wollen wir große Eröffnung feiern“, verrät Brigitte Hallenberg, Vorsitzende der Schlaganfallhilfe Bergisches Land.

Zuletzt war der Dhünnerin die Arbeit, die sie fast allein gestemmt hat, über den Kopf gewachsen. „Ich hatte kein separates Büro, habe alles von zu Hause aus organisiert – und hatte vor allem kaum Hilfe.“

Die hat sie sich nun geholt. Zu den Öffnungszeiten des Büros wird Annika Küchelmann regelmäßig vor Ort sein. Die 35-Jährige arbeitet seit März als Bürokraft bei der Schlaganfallhilfe. Sie bringt viel Erfahrung mit, denn sie war als junge Mutter selbst von einem Schlaganfall betroffen.

Hilfe bekommt Brigitte Hallenberg auch von Ute Baehr, die ihr inzwischen zur Freundin geworden ist. Auch Baehr hat das Thema Schlaganfall im eigenen Umfeld erfahren müssen; ihr inzwischen verstorbener Mann war betroffen. „Irgendwann kam ich mit meinem Mann in die Selbsthilfegruppe, und sie sprach mich an“, erinnert sich Baehr. „Ich pflegte damals meine Eltern und meinen Mann, und Brigitte fragte, wer mir denn bei all dem helfe. Ich sagte nur: Ich mache das allein. Wenig später wurde mir dann bewusst, dass das Wahnsinn ist und ich mir selbst schade.“

Mediziner sollen künftig Vorträge halten

Ute Baehr baute sich ein Netzwerk auf, spannte Familienmitglieder, Freunde und einen Pflegedienst ein. Brigitte Hallenberg weiß, dass das Schicksal vieler Angehöriger ist: sich zu überfordern. „Auch dafür haben wir das Büro als Anlaufstelle installiert“, sagt sie. „Um ein niederschwelliges Angebot zu schaffen für alle, die vielleicht nicht in die Gruppe kommen oder sich sonst an uns wenden würden.“

Die Räume sind hell und freundlich eingerichtet. Es gibt bergischen Honig zu kaufen. „Um vielleicht erst mal ein bisschen Small Talk beim Einstieg zu haben“, sagt Hallenberg. „Dann geht es zuerst um den Honig – und man kommt etwas besser ins Gespräch.“

Die Öffnungszeiten sind an mindestens drei Tagen in der Woche geplant, voraussichtlich zwei Vormittage und ein Nachmittag. Und immer wieder sollen Mediziner eingeladen werden, Vorträge über Schlaganfall und dessen Auswirkungen zu halten. „Es ist eine Krankheit, über die gesunde Menschen nicht gern sprechen“, weiß Hallenberg. „Weil sie sehr plötzlich kommt und unberechenbar ist. Wir möchten signalisieren, dass wir da sind.“

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