Im Gespräch

Professorin: „Scheitern sollte kein Stigma sein“

Ansprechpartnerin für Gründungswillige an der Uni: Professorin Christine Volkmann.
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Ansprechpartnerin für Gründungswillige an der Uni: Professorin Christine Volkmann.

Die Professorin Christine Volkmann leitet das Start-up-Center der Uni Wuppertal.

Das Gespräch führte Nina Mützelburg

Frau Professorin Volkmann, wie unterstützt das Start-up-Center der Uni Wuppertal Gründungswillige?

Christine Volkmann: Wir sind die Anlaufstelle für gründungswillige Studierende, Absolventen und Mitarbeiter. Unsere Räume sind in der Alten Weberei am Arrenberg. Den Standort hatte ich als Innovationslabor mithilfe eines Förderers bereits 2019 etablieren können, da dieser einen Kreativraum, einen „Freiraum“ bietet, der dazu inspiriert, innovativ zu sein. Vor Ort wird für Gründungsthemen sensibilisiert und unser Betreuungsteam leistet konkret Hilfestellungen bei der Gründung, bei Anträgen für Fördergelder und sie helfen bei der Vernetzung. Insgesamt wurden dadurch schon drei Millionen Euro Fördermittel für Start-ups in die Region geholt. Das Start-up-Center führt viele Veranstaltungen durch. Es gibt ein Mentoringprogramm, bei dem die Gründer von ihrer ganz frühen Phase an begleitet werden. Wir arbeiten natürlich mit den Technologie- und Gründungszentren in der Region sowie mit dem Circular Valley Akzelerator und anderen Stakeholdern zusammen. Dabei pflegen wir auch Kontakte zu Kapitalgebern, um den Gründungsteams verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Wo könnten Gründende besser unterstützt werden?

Volkmann: Wir haben mittlerweile überwiegend eine sehr gute Infrastruktur und Personal für die Gründungsunterstützung an Universitäten und Hochschulen. Die Finanzierung aus Fördergeldern müsste jedoch in eine langfristige Finanzierung überführt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Gründungsunterstützung nach Ablauf der Förderphase wieder eingestellt oder minimiert wird. Auch mit dem Thema „Scheitern“ sollte noch viel toleranter und verständnisvoller umgegangen werden. Nicht alle Gründungen sind erfolgreich. Das ist auch nicht schlimm und Scheitern sollte kein Stigma im Lebenslauf sein. Das Thema „Gründungskultur“ hat im akademischen Bereich teilweise noch nicht den Stellenwert, den ich mir wünschen würde. Wenn wir in die USA schauen, dann sehen wir, dass die Top-Unis mit hochprofessionalisierten Gründungsunterstützungen arbeiten, beispielsweise Harvard, das MIT und Stanford – also Top-Namen – und wir sehen, dass sich die Praxis des Gründens sehr gut mit dem akademischen Bereich verbinden lässt.

Was steht 2023 in diesem Bereich an der BUW an?

Volkmann: Es werden wieder viele Veranstaltungen und Workshops stattfinden und unser Start-up-Center-Team wird hoffentlich auch weitere erfolgreiche Gründungen auf den Weg bringen. Vom 17. bis 24. April wird die Start-up-Woche in der Bergischen Region durchgeführt. Im Juni findet zum zweiten Mal der Sustainable-Start-up-Day statt. Denn das Thema Nachhaltigkeit ist ein Schwerpunkt in unserem EXIST-Projekt und passt dabei gut in das Profil der BUW und in die Bergische Region. Am 4. Mai findet der Gründerinnen Summit statt. Dieses Event ist Bestandteil unseres Projektes Women Entrepreneurs in Science, das vom MWIKE gefördert wird.

Welche Gründer sind schon aus der BUW hervorgegangen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Volkmann: Es sind vor allem die erfolgreichen Gründungen, die zahlreiche Arbeitsplätze in der Region geschaffen haben, zum Beispiel das Unternehmen Kita-Concept, das ursprünglich aus einer Studierendeninitiative hervorgegangen ist. Weiterhin sind es etwa Talention – TFI, IQZ und Wijld, zu denen ich weiterhin gute Verbindungen pflege. Aktuell gibt es auch spannende Gründungen, wie Kinemo, die eine patentierte Lösung zur zerstörungsfreien Analyse von beweglichen Bauteilen entwickelt haben. Auch das Start-up Unshared ist interessant, das im letzten Jahr in Berlin mit einem Gründungspreis ausgezeichnet wurde.

„Wir sehen, dass sich die Praxis des Gründens sehr gut mit dem akademischen Bereich verbinden lässt.“

Hintergrund

Das Start-up-Center ist montags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, zu finden ist es Freiraum, Innovationslabor der Bergischen Universität Wuppertal in der Bärenstraße 11-13 in Wuppertal. Und natürlich auch im Internet.

www.startupcenter.uni-wuppertal.de

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