Schausteller hoffen noch auf kleine Kirmes

Die Megakirmes am Stadion war eigentlich für das erste Juni-Wochenende geplant. Archivfoto: Michael Petersen
+
Die Megakirmes am Stadion war eigentlich für das erste Juni-Wochenende geplant. Archivfoto: Michael Petersen

Absagenflut trifft die Branche hart – viele Existenzen sind durch die Corona-Folgen bedroht

Von Manuel Praest

WUPPERTAL Am ersten Juni-Wochenende wäre es in Wuppertal rund gegangen. Bleicherfest und Luisenfest hätten die Trödler gelockt — und rund um das Stadion am Zoo die Megakirmes viele Besucher. Während die Organisatoren der Flohmärkte angesichts der Corona-Krise schnell die Reißleine zogen und die Veranstaltungen bereits vor Wochen absagten, sieht der Schaustellerverein Wuppertal zumindest noch eine kleine Chance, die Kirmes über die Bühne bringen zu können. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Sprecher Michael Petersen.

Das generelle Verbot für Großveranstaltungen, das zunächst bis zum 31. August gilt, hänge ja von einigen Faktoren ab und sei auch unklar formuliert, so Petersen. Gehe man von mehr als 1000 Besuchern als Definition für eine Großveranstaltung aus, sieht der Schaustellerverein zumindest noch die Möglichkeit einer kleineren Kirmes. „Am Stadion wäre das möglich“, sagt Petersen. Man könne über den Eingang regeln, dass nur maximal 900 Besucher gleichzeitig auf dem Gelände sind. „An der einen Seite werden sie reingelassen und an der anderen raus.“ Karussells könnten nicht voll besetzt werden. Damit sich die Besucher mehr verteilen, sei eine Idee zudem, die Kirmes von vier auf sieben Tage zu erweitern.

Es klingt allerdings nach viel Zweckoptimismus. Motto: Alles ist besser als eine Totalabsage. Matthias Nocke, Ordnungsdezernent der Stadt Wuppertal, macht dem Verein wenig Hoffnung. Für die Schausteller ist das bitter. Dass unter anderem das Oktoberfest schon gecancelt worden sei, ziehe bereits einen Dominoeffekt nach sich. Dabei sei das Volksfest in München gar nicht mit einer kleineren Kirmes im Bergischen vergleichbar.

„Was fehlt, ist die Perspektive“, erklärt Michael Müller, Vorsitzender der IG Schausteller, der zweiten Schaustellervereinigung in Wuppertal mit etwa zehn Mitgliedern. Es gebe Veranstalter, die hätten schon ihre Termine bis Weihnachten abgesagt. „Eine richtige Planung ist für uns momentan gar nicht möglich.“

Gerade bei der Schaustellerei seien es oft Familienbetriebe, denen jetzt die Einnahmen fehlen. „Und das Frühjahr lief schon nicht gut. Karneval war zum Beispiel verregnet.“ Müller selbst ist auch oft auf mit seinem Imbisswagen auf Musikfestivals unterwegs wie dem Summer Jam in Köln. Auch das wurde abgesagt. Fest steht er täglich mit einem Wagen auf dem Neumarkt. Doch dieses Geschäft leide ebenfalls in Corona-Zeiten.

Noch schlimmer würde es aber die Schausteller treffen, die reine Fahrgeschäfte betreiben, sagt Müller: „Die haben praktisch gar nichts derzeit.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Schwebebahn fährt wieder auf leisen Rädern
Schwebebahn fährt wieder auf leisen Rädern
Schwebebahn fährt wieder auf leisen Rädern
Taxi-Unternehmer will Geschäft mit Leichenwagen aufbessern
Taxi-Unternehmer will Geschäft mit Leichenwagen aufbessern
Taxi-Unternehmer will Geschäft mit Leichenwagen aufbessern
Wuppertal war einst eine Stadt der Biere
Wuppertal war einst eine Stadt der Biere
Wuppertal war einst eine Stadt der Biere
Wuppertal bekommt 13 neue Sirenen
Wuppertal bekommt 13 neue Sirenen
Wuppertal bekommt 13 neue Sirenen

Kommentare