Kulturgebäude

Sanierung der Oper würde teuer werden

DÜSSELDORF Stimmen für Neubau in Düsseldorf mehren sich.

Von Alexander Esch

Das seit Jahren geforderte Gutachten zum Zustand der Düsseldorfer Kulturgebäude ist da. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe stellte es im Bauausschuss auf Grundlage von Experteneinschätzungen nach Begehungen der 85 Standorte in der Stadt vor. Quintessenz: In den nächsten zehn Jahren müssen 139 Millionen Euro ausgegeben werden, um die Gebäudetechnik und die Bausubstanz instand zu setzen.

Ausgenommen sind die bereits veranschlagten Projekte Kunstpalast (19 Millionen Euro) und Schloss Benrath (60 Millionen Euro). Die größten Anteile entfallen mit 81,9 Millionen Euro auf die Theater samt Tanzhaus und mit 32,9 Millionen auf die Museenlandschaft.

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht vor Tanzhaus und Museum Kunstpalast die Deutsche Oper am Rhein. Zu den bereits bekannten 18 Millionen Euro zur Behebung von Mängeln an Dach oder Haustechnik kämen laut Lohe für die nächsten 25 Jahre 86 Millionen Euro hinzu. Genauere Analysen dürften noch höhere Kosten zutage fördern.

Deshalb mehren sich die Stimmen für einen Neubau der Oper. Lohe etwa sagt auf Nachfrage unserer Redaktion: „Ich persönlich plädiere für einen Neubau.“ Denn: Düsseldorf besäße mit der Instandhaltung für diese Summe noch keine zukunftsfähige Oper. Wie CDU-Bauexperte Andreas Hartnigk sieht auch Lohe den Standort Heine-Allee gesetzt. Auch Hartnigk sieht einen Neubau als beste Option an, um ein Haus zu bekommen, das dem Stand der Zeit entspricht. Er fordert, Fachleute zu beauftragen, die die Frage beantworten, welche Voraussetzungen diese Oper erfüllen müsse.

Weniger Sorgen mache ihm eine repräsentative Fassade. „Da kommen die Stararchitekten von ganz allein“, ohne dass das sehr teuer werden müsse. Auch bei der FDP gibt es viele Sympathien für einen Neubau, den hatte der Fraktionsvorsitzende Manfred Neuenhaus bereits vor einem Jahr ins Spiel gebracht.

SPD und Grüne geben sich zurückhaltender

Bei den Ampel-Partnern von Grünen und SPD indes gibt man sich zurückhaltender. Wolfgang Scheffler (Grüne) lobt, dass es nun endlich Zahlen gebe, dass die aber nur „den Anfang einer Diskussion darstellen könnten und nicht das Ende“. Er warnt vor Beispielen wie Hamburg und Frankfurt, wo die Kosten für Kulturneubauten exorbitant gestiegen seien.

Auch Burkhard Albes (SPD) sieht den Plan für die Kulturgebäude erstmal als gute Grundlage. „Mit diesen Zahlen können wir arbeiten.“

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