Sana-Chefärztin: So entsteht Endometriose

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Kathrin Eikholt ist Chefärztin der Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Remscheid. Foto: Anke Doerschlen

INTERVIEW Gynäkologin Kathrin Eikholt über Symptome und Therapiemöglichkeiten.

Frau Eikholt, was ist Endometriose genau?

Kathrin Eikholt: Endometriose ist Gebärmutterschleimhaut, die sich an den falschen Stellen im Körper, also außerhalb der Gebärmutter, ansiedelt. Da sie aber ebenfalls hormongesteuert ist, blutet sie genauso, bildet Verwachsungen und wird bei Kinderwunsch insbesondere in den Eileitern ein Problem, die dadurch verkleben können.

Welche Symptome zeigt die Erkrankung Endometriose?

Eikholt: Schmerzen, vor allem während der Periode, beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder Stuhlgang und allgemein im Unterbauch.

Was sind die Ursachen?

Eikholt: Da ist sich die Wissenschaft noch nicht sicher, aber es gibt zwei Theorien: Die „Transplantationstheorie“ geht davon aus, dass durch sogenannte rückläufige Menstruation Schleimhautzellen und Blut über die Eileiter in den Bauchraum gelangen. Bei der „Metaplasietheorie“ wird davon ausgegangen, dass schon während der embryonalen Entwicklung Zellen im Körper falsch als Gebärmutterschleimhautzellen programmiert werden.

Welche Heilungs- und Therapiechancen bestehen?

Eikholt: Eine Heilung ist schwierig. Es gibt medikamentöse Hormontherapien, mit denen der Körper entweder sozusagen in die Wechseljahre versetzt wird oder alternativ eine Gestagenpille im Langzyklus gegeben wird, um die Endometrioseherde abzutrocknen. Aber die sind mit Nebenwirkungen verbunden. Operative Therapieformen reichen von Bauchspiegelung bis -schnitt, teilweise mit der Notwendigkeit der Organentfernung. Die beste Therapie ist eine Schwangerschaft – allerdings ist gerade das bei einem Teil der Betroffenen besonders schwierig.

Wann sollten Frauen einen Arzt aufsuchen?

Eikholt: Bei unklaren Schmerzen im Bauchraum, beim Wasserlassen und bei starkem Periodenschmerz. mw

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