Acht Verhandlungstage geplant

Säureangriff auf Topmanager: Prozess startet heute

Ab dem 24. Juni wird das Landgericht Wuppertal über den Säureangriff verhandeln. 
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Ab dem 24. Juni wird das Landgericht Wuppertal über den Säureangriff verhandeln. 

Haan/Wuppertal. Manager wurde in Haan schwer verletzt.

Ab dem 24. Juni wird das Landgericht Wuppertal über den Säureangriff vor gut vier Jahren auf den damaligen Innogy-Manager Bernhard Günther verhandeln. Das teilte nun ein Gerichtssprecher mit. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, am 4. März 2018 in Haan gemeinsam mit einer weiteren Person dem damals 51-jährigen Mann aufgelauert zu haben.

Der Angeklagte, ein 42-Jährige Belgier, war im vergangenen Dezember in der belgischen Provinz Limburg festgenommen worden. Zuvor hatte ein Unbekannter einen Hinweis auf den Mann gegeben. Die Ermittler konnten erwirken, dass dem Verdächtigen in Belgien eine DNA-Probe entnommen wurde. Der Abgleich mit einer am Tatort sichergestellten DNA-Spur ergab einen Volltreffer. Sein Verteidiger wollte sich im Vorfeld des Prozesses nicht zu den Vorwürfen äußern. Nach seiner Festnahme hatte auch der 42-Jährige zu den Vorwürfen beharrlich geschwiegen.

Die Hoffnung, nach seiner Festnahme auch an den Auftraggeber des Anschlags und etwaige Mittelsmänner zu kommen, verflüchtigte sich. Inzwischen seien die Ermittlungen gegen alle weiteren früheren Verdächtigen eingestellt, sagte eine Sprecherin der Wuppertaler Staatsanwaltschaft auf Anfrage.

Gemeinsam sollen die beiden mutmaßlichen Täter Mann hinterrücks angegriffen, zu Boden gebracht und dort festgehalten haben. Der Angeklagte soll dann hochkonzentrierte Schwefelsäure in das Gesicht des 51-Jährigen geschüttet haben. Hierdurch soll der Mann ausgedehnte und tiefgreifende Verätzungen am Kopf, am Hals, an der linken oberen Rumpfpartie, den Beuge- und teilweise den Streckseiten der oberen sowie den Streckseiten der unteren Extremitäten erlitten haben.

Der 51-Jährige soll aufgrund seiner Verletzungen mehrere Male operiert worden sein und sich auch zukünftig weiteren Operationen unterziehen müssen. Er soll im Augenschluss, seiner Mimik sowie seiner allgemeinen körperlichen Belastbarkeit seither erheblich eingeschränkt sein. Durch die Verletzungen am Kopf soll er laut der Anklage dauerhaft entstellt sein.

Das Landgericht plant neben dem Beginn der Hauptverhandlung bislang sieben weitere Verhandlungstage bis Ende August. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt der Angeklagte als unschuldig. Dem 42-jährigen Angeklagten drohen im Fall einer Verurteilung zwischen 3 und 15 Jahren Haft wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung. -lho/kab/dpa-

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