Politik

Rücktritte: Es brodelt in Wuppertals CDU

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In der Vorstandssitzung am Mittwoch haben Matthias Nockes Stellvertreter Christian Wirtz und Caroline Lünenschloss (Foto) ihre Rücktritte verkündet.

Zwei Stellvertreter sehen keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit. Unterstützung für grünen OB-Kandidaten rückt näher.

Von Lothar Leuschen

Kulturdezernent Matthias Nocke

Die Wuppertaler CDU hat keinen vollständigen Vorstand mehr. Die beiden Stellvertreter von Parteichef und Kulturdezernent Matthias Nocke haben ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Nach Informationen unserer Redaktion sollen Caroline Lünenschloss und Christian Wirtz keine Vertrauensbasis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden Matthias Nocke sehen. Caroline Lünenschloss ist auch Vorsitzende der Jungen Union und hatte zuletzt einen Aufruf des Alt-Oberbürgermeisters und Parteifreundes Peter Jung mit unterschrieben, nach dem die Christdemokraten die Kandidatur des Präsidenten des Wuppertal Institutes, Uwe Schneidewind, für das Amt des Wuppertaler Oberbürgermeisters unterstützen soll. Prof. Dr. Uwe Schneidewind ist Mitglied der Grünen.

Schneidewind: Die einen sind für ihn, andere fürchten ums Profil

Matthias Nocke selbst hatte zuvor parteiintern seine Ehefrau Barbara Reul-Nocke ins Gespräch gebracht. Die Juristin ist Beigeordnete im Rathaus von Wuppertals Nachbarstadt Remscheid. Inzwischen verdichten sich Anzeichen dafür, dass die CDU Schneidewind unterstützen wird. Er war ohnehin aus den Reihen der Christdemokraten vorgeschlagen worden, allerdings in Unkenntnis der Grünen-Mitgliedschaft des möglichen Kandidaten.

Große Unzufriedenheit an der Basis

In der Partei brodelt es auch deshalb weiter. Sie ist seit der Wahl Nockes zum Vorsitzenden vor etwa einem halben Jahr nicht mehr zur Ruhe gekommen. An der Basis herrscht große Unzufriedenheit. Während viele die Zusammenarbeit mit den Grünen im Stadtrat und die gemeinsame Kür des OB-Kandidaten Uwe Schneidewind für den richtigen Weg halten, fürchten andere, dass die CDU damit ihr konservatives Profil verlieren könnte.

Vor diesem Hintergrund kommt der doppelte Rücktritt der beiden Stellvertreter des Kreisvorsitzenden für die Partei zur Unzeit. Beide sprechen in einer Stellungnahme zu ihrem Schritt von „unüberbrückbaren Differenzen“.

TERMIN

KENNENLERNEN Am 9. Dezember findet unter dem Motto „CDU trifft Schneidewind“ eine offene Mitgliederversammlung der CDU Wuppertal statt – ab 19.30 Uhr in der Stadthalle. Damit soll der Wunsch der CDU-Mitglieder aufgegriffen werden, Uwe Schneidewind kennenzulernen. Am Ende der Veranstaltung will die Partei die anwesenden Mitglieder zur möglichen Kandidatur Schneidewinds für CDU und Grüne befragen.

Christian Wirtz verweist auf Entscheidungen in den vergangenen Monaten, die seinem Grundverständnis von vertrauensvoller Zusammenarbeit widersprächen. Gleichwohl werde er die Partei weiter unterstützen und Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Nächstebreck-Oberbarmen bleiben. Caroline Lünenschloss sieht ihre Erwartungen an das vor ihrer Wahl in den Kreisvorstand ausgelobte „Teamplay mehr als enttäuscht“. Sie werde aber weiterhin Vorsitzende der Jungen Union bleiben und mit Christian Wirtz weiter im CDU-Arbeitskreis „Neue Formen der Mitgliederbeteiligung und Parteientwicklung“ wirken.

Auf Anfrage wollte Matthias Nocke Chaos in seiner Partei allerdings nicht bestätigen. „Die Vorstandssitzung am Mittwochabend ist weitestgehend sehr harmonisch verlaufen“, hieß es von ihm auf Anfrage.

Der Parteichef kündigte eine kurzfristige Sondersitzung des Kreisvorstands der Christdemokraten an, auf dem die nun vakant gewordenen Posten bis zum nächsten ordentlichen Kreisparteitag übergangsweise kommissarisch besetzt werden sollen.

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