Beschwerde hat Folgen

E-Rollstühle dürfen ab sofort auch in die Schwebebahn

Birgit Manitius weiß jetzt, dass ihr E-Rollstuhl in der Schwebebahn erlaubt ist. Archiv: Andreas Fischer
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Birgit Manitius weiß jetzt, dass ihr Elektro-Rollstuhl in der Schwebebahn erlaubt ist.

Wuppertal. Umfangreiche Prüfung durch die Stadtwerke: Im November war Birgit Manitius mit ihrem Elektro-Rollstuhl auf dem Schwebebahnsteig stehen gelassen worden.

Von Katharina Rüth

Unsicherheiten wegen der Sicherheit eines solchen Fahrzeugs für Menschen mit Behinderung führten dazu, dass dieser Schwebebahnfahrer erklärte, er dürfe sie nicht mitnehmen. Birgit Manitius beschwerte sich. Vier Monate und mehrere Prüfungen später ist geklärt: E-Scooter können mit der Schwebebahn fahren.

„Seit Montag, 28. März, können für den Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln geeignete Elektromobile, so genannte E-Scooter, auch in der Schwebebahn befördert werden“, bestätigt Rainer Friedrich, Sprecher der Stadtwerke. „Das Genehmigungsverfahren konnte in enger Abstimmung mit Gutachtern, TÜV und Technischer Aufsichtsbehörde (TAB) in nur vier Monaten abgeschlossen werden.“ Wichtig sei dabei gewesen, dass die Elektromobile die sehr hohen Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz bei der Schwebebahn erfüllen.

Zuvor hatten Schwebebahnfahrer unterschiedlich entschieden, ob E-Scooter mitfahren dürfen. Es gab Bedenken, wie sicher die Fahrzeuge aufgestellt werden können, ob sie sich verkanten, ob die Rampe, die für Rollstühle und E-Scooter ausgeklappt wird, stabil genug für sie ist.

Birgit Manitius hatte nach der Abweisung ohne Probleme in die nächste Bahn rollen können. Auf der Rückfahrt, so erzählte sie, habe der Fahrer ihr zwar die Rampe aufgeklappt, das aber mit „nur dieses eine Mal“ begleitet.

Nach ihrer Beschwerde und mit der Unterstützung von Sandra Heinen vom Inklusionsbüro der Stadt kam dann die Prüfung in Gang. Das hat sogar Vorbildcharakter: „Diese hohen Standards sollen zukünftig auch für andere Schienenfahrzeuge im ÖPNV gelten“, so Rainer Friedrich.

Dass sie jetzt offiziell Schwebebahn fahren darf, nimmt Birgit Manitius mit Befriedigung zur Kenntnis, ohne darüber in Jubel auszubrechen. „Ich finde das selbstverständlich“, sagt sie. Und ärgert sich noch immer, dass sich keiner bei ihr entschuldigt hat: „Das zeigt, was für einen Stellenwert wir haben.“

Barrierefreiheit im ÖPNV noch nicht erreicht

Sandra Heinen vom Inklusionsbüro ist erfreut, dass die Frage jetzt geklärt ist. Denn alle Menschen hätten ein Recht auf Teilhabe, der Nahverkehr sollte eigentlich seit dem 1. Januar barrierefrei sein.

Auch Petra Bömkes, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen, findet es „erfreulich, dass noch mehr Menschen die Schwebebahn nutzen können“. Dass Fahrten im Nahverkehr immer wieder scheitern, sei nach wie vor bedauerlich – ob an unsensiblen Fahrern oder nicht funktionierenden Aufzügen. Auch ihr ist ein Bewusstsein für die Situation der Menschen mit Behinderung wichtig: „Man muss sensibilisieren und miteinander sprechen“, betont sie. Sie sieht auch, dass die Fahrer oft unter Druck stehen.

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