Kommunikationstechnik

Riedel-Technik ist auf den Weltmeeren unverzichtbar

Die Riedel-Mitarbeiter haben beim America´s Cup die Technik im Griff. Foto:
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Die Riedel-Mitarbeiter haben beim America´s Cup die Technik im Griff.

Wuppertaler Unternehmen stellt die Kommunikationstechnik bei der Regatta America’s Cup bereit – derzeit läuft das Finale.

Von Michael Bosse

Wuppertal. Sich als Privatmensch mit hochmoderner und kostspieliger Technik aufs hohe und salzige Meer zu begeben, scheint eher unangebracht. Doch für ein Unternehmen wie die Riedel Communications GmbH gilt in solchen Situationen: „Bangemachen gilt nicht!“ Zumal dann, wenn es sich um einen so renommierten Segelwettstreit wie den 36. America’s Cup handelt, der derzeit im Hauraki-Golf vor Neuseeland ausgetragen wird.

Riedel hat sowohl die Qualifikationsläufe wie auch das jetzt laufende Finale mit innovativen Kameralösungen, modernen Audiotechnologien und Sensorik ausgestattet, um sowohl den Teams wie auch den Zuschauern einen möglichst realistischen Eindruck von der Regatta der futuristischen Segelboote zu ermöglichen.

Eigentlich ist Salzwasser der Technik-Tod

Für das Unternehmen, das mit Kommunikationslösungen für Fußball-Welt- und Europameisterschaften, Olympischen Spielen, Formel 1, Eurovision Song Contest (ESC) und Open-Air-Festivals groß geworden ist, bedeutet der Wettbewerb eine Premiere, wie Firmengründer Thomas Riedel mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Begeisterung einräumt. Eigentlich sei Salzwasser für „Technik der Tod“, erklärt er. Ein Segelrennen finde nun einmal in einer eher „elektronik-unfreundlichen Atmosphäre“ statt.

Eine große Aufgabe also, auf die sich Riedel „seit drei Jahren“ vorbereitet hat, betont der Firmenchef. Allein 13 HD-Kameras seien auf jedem der Boote angebracht, um eindrucksvolle Bilder zu übertragen. Von den etwa ein Dutzend Athleten auf jedem der Boote werden zudem biometrische Daten gesammelt und übertragen. Die von Riedel eingebaute Kommunikationstechnik hat einen Wert von etwa einer Million Euro, der Wert der Boote, die mit ihren Tragflügeln geradezu über das Wasser fliegen, liegt im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich.

30-köpfiges Team betreut die älteste Regatta der Welt

Ein 30-köpfiges Team von Riedel betreut seit Ende vergangenen Jahres den America’s Cup, der als älteste noch ausgetragene Regatta der Welt gilt. Wegen eines Corona-Ausbruchs musste das Finale um ein paar Tage verschoben werden, ansonsten gilt Neuseeland als weitgehend Corona-frei. Die Riedel-Mitarbeiter, die sich vor Beginn ihrer Arbeit zwei Wochen in strikte Quarantäne begeben mussten, sind für die Audio-, Video- und Kommunikationssysteme ebenso zuständig wie für die Datenübertragung und das Tracking der Boote. Zudem werden auch Begleitboote und Hubschrauber mit der Technik ausgestattet. Zahlreiche Fernsehsender oder Onlinedienste übertragen den Wettbewerb. Die Regatta ist auf spektakuläre Bilder ausgerichtet, die „New York Times“ spricht in diesem Zusammenhang von einem „Action Movie“.

Bei der Umsetzung der technischen Dienstleistung kommt Riedel die Expertise seiner neuseeländischen Tochterfirma Igtimis zugute, die sich mit Segelwettbewerben und der dafür benötigten Technik auskennt. Der Managing Director für Produktion und Medienrechte beim America’s Cup, Stephen Nuttall, lobt das „ganzheitliche, von Innovationsgeist geprägte“ Konzept von Riedel. Damit werde der Wettbewerb zu einem „Erlebnis für etablierte und neue Fans des Segelsports“.

Ende des Jahres will Riedel wieder auf altem Stand sein

Für Riedel setzt der America’s Cup zudem ein Zeichen für die Rückkehr in ruhigeres Fahrwasser, hatte das Unternehmen doch aufgrund der Corona-Krise im vergangenen Jahr etliche Absagen nationaler und internationaler Veranstaltungen zu verkraften. „Viele Event-Themen fanden nicht statt“, bedauert Thomas Riedel, dennoch sei man noch recht gut über die Runden gekommen. Gleichwohl: Von den etwa 700 Arbeitsplätzen wurde jeder siebte gestrichen. Eine für Riedel ganz neue Erfahrung – war das vor mehr als 30 Jahren gegründete Unternehmen doch bis dato immer auf Wachstum gepolt.

Im Januar endete nun die Kurzarbeit für die Mitarbeiter, in den Riedel-Hallen an der Uellendahler Straße herrscht wieder reger Betrieb. Die Technik für die Fußball-EM, Olympia und ESC steht bereit und soll demnächst an die Austragungsorte versandt werden. Und auch bei der Personalentwicklung richtet Firmenchef Riedel den Blick nach vorne. Aktuell wolle man 50 Stellen neu besetzen. „Ich denke, zum Ende des Jahres werden wir unseren alten Stand wieder erreicht haben.“

Unternehmen

Die Riedel Communications GmbH entwickelt, fertigt und vertreibt hochmoderne Intercom-, Glasfaser-, Audio- und Funksysteme für Kunden in aller Welt. Die Systeme kommen in den Bereichen Rundfunk, Veranstaltungen, Theater und Industrie zum Einsatz. Das Unternehmen unterhält weltweit 20 Standorte.

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