Schwebebahn

Schwebebahnbauen gegen Corona-Frust

Ohne große Vorkenntnisse hat Robin Gagaridis ein detailliertes Modell von zwei historischen Schwebebahnwagen gebaut.
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Ohne große Vorkenntnisse hat Robin Gagaridis ein detailliertes Modell von zwei historischen Schwebebahnwagen gebaut.

Wuppertaler bastelt 500 Stunden

Wuppertal. Die Pandemie sorgte dafür, dass in manchen Branchen zeitweise nicht oder nur eingeschränkt gearbeitet werden konnte. Auch Robin Gagaridis konnte seine Arbeit als Tätowierer monatelang nicht ausüben. Die beschäftigungslose Zeit nutzte der Wuppertaler kreativ und baute ein detailliertes Modell einer historischen Schwebebahn.

Rund 500 Stunden hat es gedauert, bis seine Schwebebahn fertig war, erzählt Gagaridis. Er habe während der Arbeit am Modell Hörbücher gehört. „Am Ende hatte ich alle sieben Harry Potter-Teile und den Herr der Ringe durch.“ Insgesamt 2,30 Meter lang sind die beiden Wagen geworden, die Gagaridis hauptsächlich aus Balsaholz und Draht baute. „Der Clou ist die Bemalung.“ Es ist nichts gelötet oder geschweißt, sagt Gagaridis, der angibt, keine Vorkenntnisse im Modellbau zu haben.

Das Schwebebahn-Modell wird an einem selbstgebauten Stück Schiene an der Wand hängen

Die erste Baureihe der Schwebebahn bestand überwiegend aus Holz und Metall, so Gagaridis. „Dadurch war das Nachbauen einfacher.“ Zur Orientierung dienten ihm historische Bilder, die er im Internet recherchierte. „Ich möchte daher nicht behaupten, dass das Modell 100 Prozent akkurat ist.“

Detailverliebt ist sein Modell ganz sicher. So entdeckt man im Inneren der Wagen alte Werbeplakate Wuppertaler Firmen des frühen 20. Jahrhunderts. Auch Plakate seines Tattoo-Studios seien in der Bahn versteckt, so Gagaridis. Für die Beleuchtung sorgen LED-Lampen, die man per Fernbedienung steuern kann.

Ein Stück Schiene hat Gagaridis auch gebaut, es soll in seinem Arbeitszimmer montiert werden, um die Bahn aufzuhängen. Nur fahrtüchtig ist das Modell nicht. „Die Größenordnung der benötigten Strecke sprengt den Rahmen einer Mietwohnung“, so Gagaridis.

Die Liebe zur Schwebebahn wird Wuppertaler Kindern eingeimpft

Er ist gebürtiger Wuppertaler und identifiziert sich mit der Schwebebahn. „Die Liebe zur Schwebebahn wird uns von klein auf eingeimpft. Welches Kind aus Wuppertal will nicht gerne Schwebebahnfahrer werden?“ Zudem wohne er in der Nähe des Kaiserplatzes in Vohwinkel und schaue jeden Tag auf die Schwebebahn.

Bei seinem Projekt sei es darum gegangen, sich vom Negativen der Corona-Situation abzulenken, erzählt Gagaridis, der ein Tattoo-Studio in Solingen betreibt. Im November musste der Laden schließen, es folgten „ein Arbeitsverbot für vier Monate“ und damit finanzielle Sorgen und die Auseinandersetzung mit Ämtern, so Gagaridis. „Ich war in ein Loch gefallen und wollte mich durch ein kreatives Projekt selbst wieder aus dem Sumpf rausziehen.“ bakü

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