Buch „Zukunft 4.1“

Folgen der Digitalisierung: „Die Revolution hat bereits begonnen“

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Jörg Heynkes berichtet von positiven und negativen Aspekten der Digitalisierung. 

BERGISCHES LAND Jörg Heynkes blickt in seinem Buch „Zukunft 4.1“ auf die Folgen der Digitalisierung. Es ist ab sofort im Handel erhältlich.

Von Daniel Neukirchen

Als Jörg Heynkes, Vizepräsident der Bergischen IHK, sein Buch „Zukunft 4.1“ fertiggeschrieben hatte, musste er ein Drittel des Inhalts direkt aktualisieren. „Da hatte sich schon vieles überholt“, sagt der Autor. Sein Thema ist schnelllebig: Heynkes schreibt über die Digitalisierung und wie sie die Welt verändern wird. Und darüber, was uns droht, wenn wir als Gesellschaft nicht schnell auf die Veränderungen reagieren. Für Heynkes sind Digitalisierung und künstliche Intelligenz die vierte industrielle Revolution. „Diese Revolution steht uns nicht bevor, sie hat bereits begonnen“, sagt der Unternehmer und Gründer der Villa Media.

Heynkes Ansprache richtet sich an diejenigen, denen beim Gedanken an automatisch fahrende Autos und Fleisch aus der Petrischale Angst und Bange wird. Und die vielleicht sogar kopfschüttelnd das Buch zuschlagen wollen, wenn der Wuppertaler dem Leser vor Augen hält, dass künstliche Intelligenz, bei allen Vorteilen, auch das Ende der Menschheit bedeuten könnte.

Heynkes hält es für denkbar, dass hochintelligente Nachfahren des humanoiden Roboters Pepper, der heute noch freundlich Verkaufsgespräche führt, irgendwann auf die Idee kommen, dass die größte Gefahr für den Planeten der Mensch ist. Dass dem Leser das alles Angst machen könnte, ist ihm durchaus bewusst. „Ich will, dass die Leute lernen, diese Angst in positive Energie umzuwandeln.“

Die Politik hat die Digitalisierung vollkommen verschlafen

Chancen der Digitalisierung zeigt er zuhauf auf. In der „schönen neuen Welt“, die er malt, bringen fahrerlose Elektro-Autos abends zum Restaurant und parken sich anschließend selbst. So werde nicht nur der Verkehrsinfarkt in den Städten verhindert und die Luft sauberer. Der Durchschnittsbürger müsse dann auch nicht mehr 4,5 Jahre seines Lebens hinter dem Steuer verbringen. Heynkes skizziert auch, wie sich durch In-Vitro-Fleisch der Welthunger besiegen lässt und wie mit Sonnen- und Windenergie der Klimawandel aufgehalten werden kann.

BUCH & TERMIN

BUCH „Zukunft 4.1/ Wie wir die Welt digital retten – oder gar nicht“ von Jörg Heynkes mit einem Vorwort von Grünen-Politiker Robert Habeck ist seit Freitag im Handel erhältlich: 320 Seiten, 19,90 Euro

TERMIN Am Montag, 24. September, 19 Uhr, wird das Buch vorgestellt in der Villa Media, Viehhofstraße 125, Wuppertal.

Heynkes sagt aber auch: „Ich sorge mich, dass wir das alles nicht in den Griff kriegen.“ Der entscheidende Faktor sei der nötige Wandel der Gesellschaft. Und bei denjenigen, die die Regeln definieren, sieht Jörg Heynkes schwarz. „Die Politik hat die Digitalisierung vollkommen verschlafen“, sagt er – und teilt ordentlich aus. „Die verantwortungslose und unbegreifliche Kumpanei großer Teile der deutschen Politik mit der deutschen Automobilindustrie ist unverzeihlich und grenzt an gemeinsames kriminelles Handeln“, sagt er. Er befürchtet, dass Deutschlands Automobilwirtschaft schon in naher Zukunft zusammenbrechen wird, weil sie bei autonomen und elektronischen Fahrzeugen ins Hintertreffen geraten ist.

Jörg Heynkes Buch verzichtet bewusst auf Quellenangaben. „Das hätte zu viele Leute abgeschreckt“, sagt der Autor. Er habe kein wissenschaftliches Werk schreiben wollen, sondern ein populärwissenschaftliches. „In einer Sprache, die jeder verstehen kann.“

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