Verkaufsoffene Sonntage

Ob Remscheider Händler mitmachen, steht noch nicht fest

Dass die Geschäfte an der Alleestraße am 29. November öffnen, ist relativ sicher. Was an den anderen Sonntag passiert, noch nicht. Archivfoto: RK
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Dass die Geschäfte an der Alleestraße am 29. November öffnen, ist relativ sicher. Was an den anderen Sonntag passiert, noch nicht.

Neue Regelung ermöglicht insgesamt fünf verkaufsoffene Sonntage vor und nach Weihnachten.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Vor knapp zwei Wochen wurde im Remscheider Stadtrat noch über einen verkaufsoffenen Sonntag am 29. November diskutiert – inzwischen haben die Ereignisse das längst überholt. Denn mit der geänderten Coronaschutzverordnung des Landes, die am 30. September in Kraft trat, dürfen alle Geschäfte in NRW am 29. November, am 6., 13. und 20. Dezember und auch am 3. Januar von 13 bis 18 Uhr öffnen. Ohne vorherigen Antrag. Ob es dazu auch in Remscheid kommt, ist derzeit aber noch nicht klar.

Es gebe noch Abstimmungsbedarf unter den Händlern, berichtet Ralf Engel vom Einzelhandelsverband. „Das dauert, das ist noch nicht abgeschlossen.“ Zwar könne theoretisch jeder Händler für sich entscheiden, ob er öffnet oder nicht, doch der Verband strebe ein abgestimmtes Vorgehen an, so Engel: „Wenn auf der Alleestraße Boecker und Adler öffnen und das Allee-Center geschlossen bleibt, ist das ja auch Blödsinn.“

Ähnlich sieht das auch Nelson Vlijt vom Allee-Center: „Wir müssen uns auf jeden Fall abstimmen“, sagt er, nicht nur mit Blick aufs Center, sondern auf die ganze City. Doch das dauere noch. Auch weil die verschiedenen Geschäfte unterschiedliche Bedarfe haben. So seien fünf Sonntagsöffnungen in sechs Wochen „nicht für jeden stemmbar“, gibt Vlijt zu bedenken.

Auch Markus Kärst vom Marketingrat Lüttringhausen kann sich nicht vorstellen, dass viele Einzelhändler alle fünf Sonntage nutzen werden. „Wir haben noch nicht mit den Mitgliedern darüber gesprochen, aber ich gehe davon aus, dass wir uns auf ein oder zwei konzentrieren.“ Sicher sei nach dem aktuellen Stand nur der 29. November, an dem ein stadtweiter verkaufsoffener Sonntag geplant sei. Die drei Werbegemeinschaften Marketingrat Innenstadt, Lennep Offensiv und Marketingrat Lüttringhausen hatten den Termin gemeinsam beantragt. „Wir konzentrieren uns ganz darauf“, sagt Markus Kärst. Alles andere müsse man erst noch sehen.

Kurzfristige Absagen wären je nach Infektionsgeschehen möglich

Grundsätzlich sei die Regelung der Landesregierung aber zu begrüßen, sagt Ralf Engel vom Einzelhandelsverband: „Wir finden das gut, weil sie damit begründet wird, die Einkaufssituation zu entzerren.“ Haben die Geschäfte häufiger und länger auf, verteilen sich die Kunden besser – und senken so die Ansteckungsgefahr. In der Zeit vor Weihnachten. Aber auch danach Anfang Januar. „Da haben die Leute noch Urlaub, und sie gehen alle in die Stadt, um ihre Geschenkgutscheine einzulösen.“

Fraglich sei aber noch, wie die Gewerkschaft auf die neue Regelung reagiert, sagt Engel. In der Vergangenheit hatte Verdi häufig gegen kommunale Verordnungen zu verkaufsoffenen Sonntagen geklagt, um den Angestellten im Einzelhandel die Sonntagsarbeit zu ersparen. Ob das auch bei der Landesverordnung möglich ist, sei noch zu klären, meint Engel, der als Rechtsanwalt die Mitglieder seines Verbandes auch juristisch berät.

Und auch das Virus selber bleibt als Unsicherheit. Zwar sagt Ralf Engel: „Ich kenne keinen Fall, in dem sich jemand beim Einkaufen angesteckt hat.“ Doch sollten die Zahlen der Neuinfektionen weiter so hoch bleiben, könnte die Stadt die verkaufsoffenen Sonntage verbieten. So wie es in Wuppertal bereits passiert ist.

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