Remscheider Bus brennt rasend schnell aus

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Der Bus brannte binnen Minuten in voller Ausdehnung. Die Hitze ließ selbst auf der anderen Straßenseite die Kellerfenster platzen. Foto: Lara Flesch

Fahrer und Gäste retten sich, Anwohner flüchten ins Freie. Abfahrt war am Burger Bahnhof.

Von Axel Richter

Remscheid. Nach dem Brand eines Linienbusses am Samstag in Reinshagen hat bei den Stadtwerken die Suche nach der Ursache begonnen. Noch stehen die Techniker vor einem Rätsel. Der mit drei Fahrgästen besetzte Gelenkbus hatte gegen 8.20 Uhr Feuer gefangen und brannte binnen Minuten in voller Ausdehnung. Alle Insassen blieben unverletzt, der 44-jährige Fahrer erlitt einen Schock. Zurück blieb ein glühendes Busgerippe. Sachschaden: rund 80 000 Euro.

Samstagmorgen, die Reinshagener Straße in Höhe der Bushaltestelle Schimmelbuschweg. Der Bus der Linie 654 ist vom Burger Bahnhof in Richtung Klausen unterwegs. Ein nachfolgender Autofahrer bemerkt Flammen, die aus dem Heck des Busses schlagen.

Reifen und Schläuche platzen: Menschen glauben an Explosionen

Der Busfahrer stoppt und sorgt dafür, dass seine Fahrgäste den Innenraum verlassen. Zeitgleich bemerken die Bewohner des Hauses, vor dem der Linienbus zum Stehen gekommen ist, die Gefahr. Tim Voigt (27), dessen Schlafzimmer sich unmittelbar oberhalb des Busses befindet, blickt aus dem Fenster zur Straße mitten in die Flammen. „Danach wusste ich nur: Alle müssen raus.“

Mit seiner Nachbarin Laura Navarro (22) klingelte er an den Türen der Nachbarn. Es sind einige ältere Menschen unter ihnen, die zum Teil noch im Schlafanzug von ihren Angehörigen gestützt werden, um ins Freie zu gelangen. Ein 63-Jähriger erleidet eine Rauchvergiftung.

Derweil fressen sich die Flammen rasend schnell durch den Bus. „Es war ein riesengroßes Feuer“, sagt Laura Navarro. Die Hitze lässt die Fenster der Wohnung platzen, in dem sie mit ihren Eltern lebt. Dann platzen die Reifen und Hydraulikschläuche des Busses. Die Knallgeräusche sind weithin hörbar. Bei der Feuerwehr gehen zahlreiche Anrufe ein. Mit 13 Fahrzeugen eilen Berufs- und freiwillige Feuerwehr zur Einsatzstelle.

„Die Hitze war außergewöhnlich hoch“, berichtet Zugführer Philipp Tobisch. Seine Männer verhindern ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus. Mit der Motorsäge öffnen sie die Fassade und löschen Glutnester ab. Nicht verhindern können sie, dass Diesel in die Kanalisation und weiter in den Tyroler Bach fließen. Dort bringen die Helfer Ölsperren aus. Am Einsatzort saugen sie 700 Liter verunreinigtes Wasser auf.

Noch während der Aufräumarbeiten dürfen die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Am Nachmittag verschwindet das Wrack. Die Stadtwerke lassen es zur Untersuchung abtransportieren und zeigen sich erleichtert, dass niemandem etwas Ernstes geschehen ist. Und keiner mag sich vorstellen, der Bus wäre an einem anderen Tag zu einer anderen Uhrzeit voll besetzt unterwegs gewesen.

Weitere Fotos online: www.solinger-tageblatt.de

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