Schlittschuhbahn

Energiekrise gefährdet Winterspaß in Remscheid

Der Weihnachtstreff am Rathaus soll stattfinden. Fraglich ist aber, ob es eine Eisbahn geben wird.
+
Der Weihnachtstreff am Rathaus soll stattfinden. Fraglich ist aber, ob es eine Eisbahn geben wird.

Der Weihnachtstreff auf dem Theodor-Heuss-Platz in Remscheid soll stattfinden – mit oder ohne Eisbahn.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Die Energiekrise wirft einen Schatten auf den Weihnachtstreff am Rathaus. Aus heutiger Sicht kann Organisator Marcel Müller nicht garantieren, ob er die Eisbahn wie gewohnt am Rathaus platzieren kann, die viel Strom verschlingt. Denn: Systemrelevant sei sie ganz sicher nicht. „Wir setzen dennoch alles daran, die Bahn aufzubauen“, erklärt Müller: „Aber niemand kann vorhersagen, wie sich die Krise entwickelt.“ Unabhängig davon werde der Weihnachtstreff stattfinden. Vom 11. November bis 23. Dezember seien neben kulinarischen Genüssen „andere familiengerechte Attraktionen“ zu erwarten, sollte der Schlittschuhspaß ausfallen.

Dieser ist noch aus einem anderen Grund gefährdet. Wie berichtet, darf der Theodor-Heuss-Platz gegenwärtig nur mit Fahrzeugen befahren werden, deren Gesamtgewicht maximal neun Tonnen beträgt. Zuvor waren zwölf Tonnen erlaubt. Grund für die Einschränkung ist ein Wasserschaden.

Den hatten Autofahrer der Stadt gemeldet. An mehreren Stellen dringt Wasser in die Tiefgarage der Stadtwerke-Tochter Park Service Remscheid GmbH (PSR) ein. Das Unternehmen hat der Verwaltung daraufhin empfohlen, die Belastung des Platzes, der zugleich Dach der Garage ist, zu verringern. Dies ist geschehen. Die Frage, ob der Platz die Bahn aushält oder nicht, ist noch nicht beantwortet. Ein Statiker soll die Antwort liefern, heißt es bei der Stadt.

Diese Alternativen zur Eisbahn gibt es

Auch aus diesem Grund könnte es statt der Schlittschuhanlage eine Winterrutsche, Kindereisenbahn oder ein großes Weihnachtskarussell geben, nennt Marcel Müller Beispiele für ein Alternativprogramm. Der Schausteller aus Hannover kann auf eigene Fahrgeschäfte ebenso zurückgreifen wie auf die Dienste seiner Kollegen aus der Branche.

Derzeit ist er beim Berliner Volksfestsommer in Tegel mit einem Verlosungsstand unterwegs. Mit einer Geisterbahn gastiert sein Schaustellerteam zudem in Hamburg.

Die Menschen wollen endlich mal wieder ihren Alltag vergessen können.

Marcel Müller

„Und demnächst beteiligen wir uns an der Cranger Kirmes in Herne“, zählt Müller auf, der zuletzt beobachtete, dass es wieder deutlich mehr Menschen auf die Rummelplätze zog. „Die Menschen wollen endlich mal wieder ihren Alltag vergessen können und ein paar schöne Stunden erleben“, stellt er mit Blick auf die Isolation in Zeiten der Corona-Pandemie fest.

Das aber heißt nicht, dass die Kassen bei den Schaustellern klingeln. „Die Leute gönnen sich eine Fahrt statt zwei Fahrten auf der Achterbahn und teilen ihr Essen an den Imbissständen. Die Folgen der Inflation sind spürbar,“ sagt Müller. Dabei leide auch seine Branche unter den massiv gestiegenen Kosten für Energie und Treibstoff, die wiederum zu Preissteigerungen führten.

Seit 2013 kümmert sich das Familienunternehmen Müller um die Ausrichtung des Weihnachtstreffs auf dem Theodor-Heuss–Platz, der seinen Charakter behalten soll. „Die Remscheider schätzen Gemütlichkeit“, hat er festgestellt.

Zusammenrücken können sie auch beim gemeinsamen Mitfiebern, schließlich geht während des Weihnachtstreffs die Fußballweltmeisterschaften über die Bühne. „Es wird keine Fanmeile geben, aber ganz bestimmt die Möglichkeit, Spiele gemeinsam auf Flachbildschirmen zu verfolgen“, kündigt Marcel Müller an, der hofft, dass der Weihnachtstreff als Gesamtveranstaltung wegen der Energiekrise nicht gefährdet ist. „Während die Menschen uns besuchen, verbrauchen sie in ihren eigenen vier Wänden ja keinen Strom“, erklärt Müller, der bis 2025 den Vertrag mit der Stadt erfüllen will, den Weihnachtstreff zu betreiben. Danach erfolgen neue Verhandlungen über die Konzession.

Sponsoren

Auf fast 1000 Quadratratmeter Fläche brachte es die Eisbahn am Remscheider Rathaus, die nur durch die finanzielle Hilfe von Sponsoren ermöglicht werden kann. Mit ihnen stehe er in „gutem Kontakt“, berichtet Organisator Marcel Müller. „Viele Unternehmen wollen sich auch wieder daran beteiligen.“ Aber kleinere Firmen und Handwerkerbetriebe, die ihren Obolus in der Vergangenheit leisteten, seien zurückhaltend. „Auch sie müssen ja die höheren Kosten bewältigen“, sagt Marcel Müller.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Frau aus Wermelskirchen wird Opfer von „Romance Scamming“
Frau aus Wermelskirchen wird Opfer von „Romance Scamming“
Frau aus Wermelskirchen wird Opfer von „Romance Scamming“
Jörg Heynkes lehnt Rücktritt ab
Jörg Heynkes lehnt Rücktritt ab
Jörg Heynkes lehnt Rücktritt ab
„Kriegserklärung an den Karneval“
„Kriegserklärung an den Karneval“
„Kriegserklärung an den Karneval“

Kommentare