Remscheid verschärft Corona-Maßnahmen

In den weiterführenden Schulen in Remscheid gilt wieder eine Maskenpflicht. Im öffentlichen Raum gilt eine Kontaktbeschränkung von maximal fünf Personen oder den Angehörigen zweier Haushalte. Lutz Heinrichs (r.), Geschäftsführer des Teo Otto Theaters, und der künstlerische Leiter Sven Graf erwarten die Besucher zukünftig mit Maske. Archivfotos: Roland Keusch
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In den weiterführenden Schulen in Remscheid gilt wieder eine Maskenpflicht. Im öffentlichen Raum gilt eine Kontaktbeschränkung von maximal fünf Personen oder den Angehörigen zweier Haushalte. Lutz Heinrichs (r.), Geschäftsführer des Teo Otto Theaters, und der künstlerische Leiter Sven Graf erwarten die Besucher zukünftig mit Maske. Archivfotos: Roland Keusch

Maximal fünf Personen dürfen sich treffen – im Unterricht gilt Maskenpflicht

Von Melissa Wienzek und Manuel Böhnke

REMSCHEID Mit einem zweiten Maßnahmenpaket reagiert die Stadt Remscheid auf die steigenden Covid-19-Fallzahlen in Remscheid. Gestern hat der Krisenstab unter anderem eine neuerliche Kontaktbeschränkung sowie die Wiedereinführung der Maskenpflicht im Schulunterricht beschlossen. Auch für private Feiern, Kultur- sowie Sportveranstaltungen gibt es strengere Vorgaben. Die Allgemeinverfügung, die die Maßnahmen regelt, gilt zunächst bis einschließlich 8. Oktober.

Am Dienstag hat die Sieben-Tage-Inzidenz in Remscheid die kritische Schwelle von 50 überschritten. Noch am Abend habe eine Arbeitsgruppe des Krisenstabs ein „umfassendes Maßnahmenpaket“ vorbereitet. Gestern folgte die Abstimmung der Ergebnisse mit Vertretern des Landeszentrums Gesundheit, der Bezirksregierung sowie des NRW-Gesundheitsministeriums.

Laut Krisenstabsleiter Thomas Neuhaus bezeichneten die Vertreter der Landesinstitutionen den Katalog als „sehr konsequent und sehr entschlossen“. Er enthält folgende Punkte:

Kontaktbeschränkung: In Remscheid gibt es wieder eine strengere Kontaktbeschränkung. Im öffentlichen Raum – dazu zählen auch Gastronomie, Geschäfte sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen – dürfen sich maximal fünf Personen oder die Angehörigen zweier Haushalte treffen.

Maskenpflicht im Unterricht: In den Gebäuden und auf den Geländen aller weiterführender und berufsbildender Schulen gilt wieder eine Maskenpflicht – auch im Unterricht. Die Verantwortlichen halten die Maßnahme „für zwingend erforderlich“, um Bildungs- und Betreuungsangebote aufrechtzuerhalten.

Private Feiern: Wer eine private Feier mit mehr als 25 Gästen plant, muss diese zukünftig anzeigen. Ab einer Teilnehmerzahl von 50 – die Obergrenze liegt bei 150 – muss die Stadt die Veranstaltung genehmigen. Dazu verlangt sie Listen der voraussichtlichen Besucher sowie ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept. Eingereicht werden müssen die Listen mindestens drei Werktage vor der Veranstaltung. Ansprechpartner ist das Ordnungsamt.

Sportveranstaltung: Thomas Neuhaus zufolge wurden von Sportveranstaltungen immer wieder Verstöße gegen die Abstands- und Hygieneregeln gemeldet. Nun steuert die Stadt gegen. Ab sofort sind maximal 150 Zuschauer zugelassen. Unabhängig davon, ob der Wettkampf drinnen oder draußen stattfindet, gilt Maskenpflicht. Der Mund-Nase-Schutz darf nur am Sitzplatz abgenommen werden – Mindestabstand von 1,5 Metern vorausgesetzt. Weiterhin braucht es ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept.

Kultur: Auch Kulturveranstaltungen, Konzerte und Aufführungen können weiterhin nur mit den entsprechenden Konzepten und Genehmigungen stattfinden. Zugelassen sind maximal 200 Zuschauer. „Bei mehr als 150 Zuschauern besteht die Verpflichtung zum ständigen Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, auch am Sitzplatz“, heißt es in der Allgemeinverfügung. Gleiches gilt laut einer Mitteilung der Stadt, wo sich die Abstandsregelung nicht einhalten lässt. Das Teo Otto Theater und die Klosterkirche haben gestern bereits angekündigt, eine Maskenpflicht während der Veranstaltungen einzuführen.

Bei der Entwicklung der Maßnahmen sei der Krisenstab bemüht gewesen, das öffentliche Leben in Remscheid aufrechtzuerhalten, erklärt Neuhaus. Die getroffenen Entscheidungen hält er für akzeptabel. Wenngleich er einräumt: „Ohne Opfer zu bringen, geht es nicht. Wir reden nicht über irgendeine Situation, sondern über eine massive gesundheitliche Bedrohung für die Bevölkerung.“ Der Krisenstabsleiter zeigt sich optimistisch, dass die getroffenen Maßnahmen greifen, sofern sie konsequent umgesetzt werden. Einen Beitrag dazu soll auch der Kommunale Ordnungsdienst leisten. Die Stadt hat angekündigt, Verstöße gegen die Regeln konsequent zu ahnden. Derweil wird im Rathaus genau beobachtet, ob sich die gewünschten Effekte einstellen: „Wir hoffen, bei der Sieben-Tage-Inzidenz möglichst unter 35 zu kommen.“

Zahlen

Bislang hat die Stadt Remscheid – genau wie Solingen – täglich die neuen Corona-Zahlen herausgegeben. Auf Bitte des Landeszentrums Gesundheit (LZG) wird dies nun umgestellt: Das LZG und das Robert-Koch-Institut (RKI) stellen zukünftig übereinstimmend die neuen Fälle fest. Wegen der Umstellung gibt es für gestern keine neuen Werte. Der Remscheider Krisenstabsleiter Thomas Neuhaus gab aber einen Einblick: „Die Zahl der Neuinfektionen war zweistellig, womit auch die Sieben-Tage-Indzidenz steigt.“

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