Blick aufs Firmament

Remscheider Sternwarte wird fit für die Zukunft gemacht

Durch Undichtigkeiten in der Kuppel dringen Regenwasser und Schnee ein: Peter Kalbitz und Vorstandskollegin Erika Welp an den Linsenfernrohren.
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Durch Undichtigkeiten in der Kuppel dringen Regenwasser und Schnee ein: Peter Kalbitz und Vorstandskollegin Erika Welp an den Linsenfernrohren.

Stadt stellt 15.000 Euro für notwendige Wartung und Reparaturen zur Verfügung.

Von Andreas Weber

Remscheid. 54 Jahre hat der Kuppelmotor auf dem Buckel, der die Dachwölbung der Sternwarte öffnet und den beiden imposanten Linsenfernrohren den Blick aufs Firmament freigibt. „Nie wurde der Motor gewartet, er ist wohl echte deutsche Wertarbeit“, sagt Peter Kalbitz. Aber auch die hält nicht ewig. Erstmals steht dringend eine Reparatur an. 15 000 Euro investiert die Stadt, um das Herzstück des Bismarckturms am Stadtpark in 22 Meter Höhe zukunftssicher zu machen.

In der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid wurde die Entscheidung getroffen. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hat zugesagt, die Hälfte der Mittel aus dem städtischen Haushalt aufzubringen, den Rest steuert die BV Alt-Remscheid aus ihrem Verschönerungstopf bei. „Ich denke, wir tun damit ein gutes Werk für ein wertvolles, städtisches Gebäude“, erklärte Bezirksbürgermeister Otto Mähler. Die BV stimmte der Investition einstimmig zu. Peter Kalbitz, 2. Vorsitzender des Astronomischen Vereins, der die Sternwarte betreibt, nahm die Entscheidung erleichtert auf. Denn die Wartung brennt unter den Nägeln: „Die Kuppel lässt sich nicht mehr richtig drehen, die Mechanik hat unter den Witterungseinflüssen gelitten.“ Rost ist eine große Gefahr.

„Durch einen offenen Spalt pfeift der Wind, Wasser dringt ein“, erklärte Kalbitz. Für die beiden in München gefertigten Linsenfernrohre aus 1878 und 1887 (Brennweite 1,98 bzw. 2,50 Meter) könnte dies das Ende bedeuten. Nach Recherchen des Vereins sind die Schätzchen mit die ältesten in Deutschland, wenn nicht weltweit, die aktiv für Beobachtungen des Himmels eingesetzt werden.

Für Wartung und Reparaturen steht ein Fachmann bereit. Es ist der Solinger Andreas Berger, früher Mitglied im Astronomischen Verein, der sich mit seiner Firma Astrogeräte bestens in diesem Metier auskennt. Weil er früher in Remscheid bei den Sternguckern aktiv war, hat Berger ein moderates Angebot über 15 000 Euro vorgelegt, das Kalbitz einen „Freundschaftspreis“ nennt. „Eine Fachfirma würde sonst bestimmt zwischen 50- und 75 000 Euro verlangen“, ist sich Kalbitz sicher. Berger könnte sofort anfangen. Ehe aber alle benötigten Materialien zur Verfügung stehen, wird es wohl Anfang 2023 werden, schätzt Peter Kalbitz.

Passend zum Thema: Im Galileum das Weltall entdecken

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