Konferenz

Lennep sucht weiter nach der Zukunft

Bereits bei der ersten Lennep-Konferenz wurden viele Ideen zusammengetragen. Manche sollen nun vertieft werden.
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Bereits bei der ersten Lennep-Konferenz wurden viele Ideen zusammengetragen. Manche sollen nun vertieft werden.

Zweite Konferenz führt ins Röntgen-Museum - Ein Thema: Veranstaltungs- und Freizeitfläche auf DOC-Gelände.

Remscheid. Die Suche nach neuen Perspektiven für Lennep geht in die nächste Runde: Für Samstag, 29. Oktober, kündigt Baudezernent Peter Heinze eine weitere Konferenz an, an der Interessierte teilnehmen können, um mitzureden, was aus den Neuen Quartieren werden soll. So bezeichnet die Stadtverwaltung Jahn- und Kirmesplatz sowie das Röntgen-Stadion, die ursprünglich dem Designer Outlet Center vorbehalten waren. Treffpunkt ist ab 10 Uhr das Röntgen-Gymnasium.

Dort sollen jene Ideen vertieft werden, die beim ersten Workshop im Juni eine Rolle spielten – von neuem Wohnraum über kleinteiliges Gewerbe bis hin zu Öko-Maßnahmen. Der Baudezernent nennt einen weiteren Schwerpunkt: „Es wird ganz sicher auch um Sport- und Freizeitflächen und einen Veranstaltungsplatz gehen.“ Damit trägt das Fachbüro Stadtguut, das mit der Moderation betraut ist, Vorschlägen Rechnung, die von den Lennepern bereits bei der ersten Konferenz in die Diskussion gebracht wurden. Das heißt: Sport- und Freizeit erhalten einen besonderen Akzent in den Neuen Quartieren: „Und das losgelöst davon, ob der Erhalt des Röntgen-Stadions real werden kann oder ein Traum bleibt“, erklärt Heinze mit Blick auf die Überlegungen des FC Remscheids, mit privaten Mitteln die Sportstätte zu modernisieren und der Nachwelt zu erhalten.

„Ich hoffe nicht, dass hier viele Köche den Brei verderben.“

Klaus Kreutzer, Vereinschef

Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins in Lennep, warnt unterdessen vor „zu großem Aktionismus“. Er erinnert daran, dass die Entwicklung Lenneps zehn Jahre lang auf das DOC ausgerichtet gewesen sei. „Schnellschüsse helfen bestimmt nicht weiter. Nun kommt es auf ein, zwei Jahre auch nicht an.“ Kreutzer, der auch den Handelsverband NRW im Bergischen Land leitet, befürchtet zudem, dass sich die unterschiedlichen Planungsbüros, die mit Lenneper Zukunftsfragen betraut sind, nicht unbedingt ergänzen.

Das Büro Stadtguut mit Sitz in Bochum kümmert sich um die Bürgerbeteiligung für die Neuen Quartiere und soll als Rahmen für kommende Projekte ein Konzept für den Stadtteil entwickeln. Fachleute von Fischer Teamplan stellen derweil Überlegungen für den Umbau der Kölner Straße an. David R. Froessler vom Büro urbano aus Düsseldorf soll als Zukunftsmanager dafür sorgen, verwaiste Ladenlokale neu zu beleben. „Ich hoffe nicht, dass hier viele Köche den Brei verderben“, stellt Kreutzer fest.

Das sei nicht der Fall, erwidert Heinze, der anführt, dass es sich um ganz unterschiedliche Aufgabenstellungen handelt. Wesentlich sei das Stadtteilentwicklungskonzept, das unter anderem Fragen zur Mobilität in Lennep und zu künftigen Verkehrsführungen beantworten soll. Daraus will die Verwaltung Einzelprojekte ableiten. Vor allem liefere das Konzept die Grundlage dafür, Fördermittel zu erhalten, die Remscheid dringend benötige, um überhaupt investieren zu können.

„Ich rechne damit, dass es in einem Jahr vorliegt“, erklärt Heinze, der dabei auch auf neue Erkenntnisse zu einer Gretchenfrage hofft: Soll die Altstadt vom Verkehr befreit werden? Oder sollen die dortigen Geschäfte noch besser erreichbar werden – etwa von der Kölner Straße aus? Auch in diesem Zusammenhang nennt er einen Begriff, der immer wieder fällt: Bürgerbeteiligung. Am 29. Oktober wird daher ganz sicher nicht die letzte Konferenz mit interessierten Lennepern stattfinden.

Treffen

Um das Treffen vorbereiten zu können, bittet die Stadtverwaltung um eine Anmeldung für die Lennep-Konferenz am 29. Oktober. Ansprechpartner, Telefonnummer und Mail-Adresse werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Wie Baudezernent Peter Heinze berichtet, wurden zuletzt interessierte Mädchen und Jungen aus Lenneper Schulen an der Ideenschmiede beteiligt. Auch ihre Anregungen und Ansichten sollen in die weiteren Planungen einfließen.

Standpunkt von Frank Michalczak: Ideen verwirklichen

frank.michalczak@rga.de

Eine weitere Lennep-Konferenz steht bevor. Und damit die nächste Chance, Anregungen einzubringen, wohin die Reise im Ort gehen soll. Die einen träumen vom Erhalt des Röntgen-Stadions, die anderen davon, dass die Kölner Straße wie in früheren Zeiten zum Flanieren einlädt. Von neuen Wohnformen ist die Rede und von Kleingewerbe, das sich ansiedeln könnte. Dies sind nur Beispiele der bisherigen Ideenbörse.

Es ist richtig und zielführend, die Bewohner Lenneps bei der Suche nach neuen Perspektiven einzubeziehen, die nach dem Aus des Outlets Centers gefunden werden müssen. Verwaltung und Fachbüro müssen aber darauf achten, einige diese Ideen dann auch zu berücksichtigen, wenngleich nicht jeder Wunsch wahr werden kann.

Und da zeichnet sich eine richtige Akzentsetzung ab: Die Themen Sport-, Freizeit- und Veranstaltungsflächen werden vertiefend ins Visier genommen. Dies ist auch die Konsequenz aus der ersten Lennep-Konferenz. Mitmachen kann sich also lohnen.

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