Kreativ und bunt

Lena Drabits zaubert Kunstwerke auf den Babybauch

Weil Zwillinge an Bord sind, erhält der Bauch von Ann Katrin Urun natürlich auch gleich zwei Minnie Mäuse. Nachdem Lena Drabits eine rosafarbene Grundierung aufgetragen hat, geht es an die Konturen. Das kann Stunden dauern. Aber kein Problem – die Kundin sitzt bequem. Foto: Roland Keusch
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Weil Zwillinge an Bord sind, erhält der Bauch von Ann Katrin Urun natürlich auch gleich zwei Minnie Mäuse. Nachdem Lena Drabits eine rosafarbene Grundierung aufgetragen hat, geht es an die Konturen. Das kann Stunden dauern. Aber kein Problem – die Kundin sitzt bequem.

Lena Drabits (30) ist Kunstlehrerin am Leibniz in Remscheid und bietet in ihrer Freizeit den neuen Trend „Bellypainting“ an.

Remscheid. Als Minnie Maus ihr zweites Ohr erhält, wölbt sich plötzlich der Untergrund nach oben: Von innen drückt Alenja – oder Evina, man weiß es nicht so genau – mit ihrem kleinen Händchen oder Füßchen gegen die Bauchdecke von Mama Ann Katrin Urun (33) – und Lena Drabits (30) muss kurz warten, ehe sie weiter malt auf ihrer lebendigen Leinwand. „Das bin ich gewohnt“, sagt die Mutter zweier Kinder lachend. Denn die Lüttringhauserin zaubert hier gerade hingebungsvoll ein rosafarbenes Kunstwerk auf den Schwangerenbauch – „Bellypainting“ nennt sich der Trend, der ursprünglich aus den USA kommt. Und nun mit Lena Drabits auch Einzug ins Bergische gehalten hat.

Die Kunstlehrerin am Leibniz-Gymnasium bietet in ihrer Freizeit Bauchbemalung für Schwangere an. Meist fährt sie zu ihren Kundinnen raus. „Oft werde ich als Event für Babypartys gebucht“, sagt Drabits. Denn nach den Gipsabdrücken von Babybäuchen und Strampler-Verzieren ist dies der neue Trend. Das Kunstwerk wird anschließend im Bild festgehalten – oft wollen auch Oma, Mama und der Mann mit aufs Bild, das hinterher von einem Grafiker bearbeitet wird. „So hat man hinterher ein Andenken“, sagt auch Ann Katrin Urun aus Schwelm, die Ende August ihre Zwillingsmädchen erwartet.

Lena Drabits kam über Umwege zum Bellypainting. Weil sie vor sieben Jahren nach dem Kunststudium in Münster etwas Leerlauf hatte, wollte sie ein Praktikum im Kreißsaal des Klinikums Münster absolvieren. „Sie haben mir dann einen Deal angeboten: Ich bemale und bewerbe Babybäuche, dafür bekomme ich das Praktikum“, erzählt die 30-Jährige.

„Die Kölner wollen immer den Dom oder Karneval.“

Lena Drabits über die Motive

Seitdem hat die Kunstlehrerin bereits zig Bäuche verschönert. Die meisten Kundinnen kommen aus dem Raum Neuss/Düsseldorf. Im Bergischen hat Lena Drabits noch nicht so viele Bäuche bemalt – was die 30-Jährige gern ändern würde. Zur Not könnten die Frauen auch zu ihr nach Hause ins „Atelier“ kommen. Die Schwangeren können aus zahlreichen Motiven auswählen, Lena Drabits hat immer ein Fotobuch dabei. „Meist wollen sie aber sowieso etwas Eigenes. Was ja auch schön ist, denn so kann jede Frau ihre Geschichte einbringen.“ Zum Beispiel eine Pinguinfamilie, einen Schlumpf, ein Ü-Ei. Aber auch florale Designs, Star-Wars-Motive und vor allem Disney-Charaktere lässt Drabits auf den Bäuchen erwachen. „Die Kölner wollen immer ein kölsches Motiv wie den Dom oder Karneval“, erzählt sie. Das schwierigste Objekt sei ein Ultraschallbild des Kindes gewesen, das sich noch „in der Kugel“ befand. Quasi ein Blick ins Innere mit Farbe.

Eine runde Sache: So sieht das fertige Kunstwerk aus.

Der beste Zeitpunkt für Bellypainting ist übrigens zwischen der 30. und 36. Schwangerschaftswoche, sagt die Künstlerin. „Das Motiv soll ja auch die Rundung des Bauchs unterstützen.“ Wenn ein Kind schräg liegt, verzieht sich manchmal das Bild, sagt sie. Berufsrisiko halt. Gemalt wird mit wasserbasierten, hypoallergenen Körperfarben in allen Variationen. Auch Bronze, Silber und Glitzer sind dabei. Zwischen 1,5 und 3,5 Stunden braucht Lena Drabits für ihr Kunstwerk. „Vielleicht liegt es auch daran, dass ich so viel quatsche“, sagt die Künstlerin lachend und gibt sich weiter ihren Minnie Mäusen hin.

Ist das ein seltsames Gefühl für die werdende Mama, bemalt zu werden? „Nein, es ist weder kalt noch kitzelig. Davor hatte ich vorher ein bisschen Angst“, erzählt die Erzieherin lachend. Einige Zeit später ist das Kunstwerk fertig. Evina und Alenja würden sich über ihr hübsch gestrichenes Bauch-Kinderzimmer sicher freuen. Wenn sie alt genug sind, können sie auf jeden Fall ein schönes Foto davon bewundern.

Kontakt

Bellypainting Lena Drabits, Anfrage per E-Mail:

lena.drabits@gmail.com

oder über die Website:

kruegerlenakathari.wix.com/bellypainting

Lena Drabits fährt raus zu den Kundinnen, bei Bedarf malt sie auch bei sich zu Hause. Preise auf Anfrage.

Mehr Fotos bei Instagram: bellypainting_lena

Lieferengpass: Aufzug im Teo Otto Theater verzögert sich.

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