Remscheid investiert 14 Millionen ins Freibad Eschbachtal

Bisher gibt es nur Skizzen. Im nächsten Jahr wollen Thomas Neuhaus, Burkhard Mast-Weisz, Sven Wiertz und Stefan Grote (v.l.) die Feinplanung beginnen lassen. Foto. Michael Schütz / Grafik: Krieger Architekten
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Bisher gibt es nur Skizzen. Im nächsten Jahr wollen Thomas Neuhaus, Burkhard Mast-Weisz, Sven Wiertz und Stefan Grote (v.l.) die Feinplanung beginnen lassen. Foto. Michael Schütz / Grafik: Krieger Architekten

Die Anlage soll komplett erneuert werden – Bezirksregierung gibt für die Ausgabe grünes Licht

Von Axel Richter

Remscheid Alle vier Tage schließt in Deutschland ein Freibad. Das Remscheider Freibad Eschbachtal wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht dazugehören: Die Stadt Remscheid wird in den nächsten drei Jahren 14 Millionen Euro in das älteste Binnenfreibad Deutschlands investieren. „Und zwar egal, ob wir dafür Fördermittel des Bundes erhalten oder nicht“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD): „Wenn wir keine bekommen, machen wir es trotzdem.“

Möglich wird die Million-Investition nach Verhandlungen mit der Düsseldorfer Bezirksregierung. Die Aufsichtsbehörde erlaubt es der Stadt, die Summe in ihren Haushalt 2021/22 einzuplanen. Nun muss der Stadtrat noch sein Einverständnis erteilen. Folgen die Politiker der Verwaltung, soll im nächsten Jahr die Planung beginnen und 2022 die Sanierung europaweit ausgeschrieben werden. Dann kann gebaut werden.

2023 sollen die Schwimmbecken dann aus Edelstahl bestehen. Die Fliesen, die immer wieder zu ersetzen waren, haben dann ausgedient. Die neuen Becken sollen auch eine längere Nutzung des Bades erlauben. Statt dreit Monaten im Sommer soll das Bad dann mindestens einen Monat länger geöffnet sein. Eine besondere Schwachstelle des Bades stellt die Technik zur Wasseraufbereitung dar. Sie stammt aus dem Jahr 1966. Damals war das Bad zuletzt erneuert worden. Immer wieder brachen Rohre, Pumpen fielen aus. Im vergangenen Jahr musste das Freibad deshalb vorzeitig schließen. Das soll nachfolgenden Generationen erspart bleiben. Nach der Erneuerung soll das Freibad für die nächsten 50 Jahre gerüstet sein.

Kämmerer: Investition schafft Werte, die lange Bestand haben

Ist die stolze Summe von 14 Millionen Euro dafür angemessen? „Ja“, sagt Burkhard Mast-Weisz. „Das Freibad Eschbachtal ist einer der wichtigsten Freizeitorte in Remscheid und jeden einzelnen Euro wert.“

Dabei hofft die Stadt nach wie vor auf Zuschüsse aus Berlin. Doch hänge die Sanierung davon nicht mehr ab, wie Stadtkämmerer Sven Wiertz (SPD) versichert. Die Stadt darf die 14 Millionen aus der eigenen Schatulle entnehmen. Obwohl sie strenge Sparauflagen erfüllen muss und am finanziellen Tropf des Landes hängt, und obwohl die Corona-Krise die Gewerbesteuer massiv einbrechen lassen wird. Dennoch sei jetzt der richtige Zeitpunkt, Geld auszugeben, erklärte Wiertz. „Wir bekommen Null-Prozent-Darlehen und schaffen damit Werte, die über viele Jahre Bestand haben.“

In einem ersten Schritt soll der Stadtrat 565 000 Euro für die Fachplanung freigeben. Sie soll sich an ersten Entwürfen orientieren. Danach erhält das neue Bad nicht nur eine neue Technik und neue Becken mit barrierefreien Zugängen sowie Hygienebereiche, die dem modernen Standard entsprechen. Das Freibad im Eschbachtal wird auch wieder einen Sandstrand erhalten – so wie es ihn am 29. Juni 1912 gegeben hatte, als die neue Anlage zur Leibesertüchtigung – übrigens bei strömendem Regen – eröffnet wurde. Zur Eröffnung nach der Umbaupause kündigt Burkhard Mast-Weisz bereits an, dass er dann höchstpersönlich ins Wasser springt – im Anzug.

Vorgeschichte

Bislang scheiterte die Erneuerung des Freibades am Geld. Zwischenzeitlich hoffte die Stadt auf 10 Millionen Euro aus einem 200 Millionen Euro schweren Sanierungsprogramm des Bundes, doch anders als zum Beispiel Solingen wurde Remscheid nicht bedacht. Wie viele andere Städte. Von 408 beantragten Freibadsanierungen wurden lediglich 67 genehmigt. Jetzt hat der Bund ein neues Programm aufgelegt. Im Topf stecken diesmal 600 Millionen Euro.

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