Röntgenstadtion

Remscheid: Fußball, Bratwurst, Knöllchen

Die Schilder sind eindeutig: Wer hier länger als zwei Stunden parkt, zahlt. Auch am Wochenende. Dieses Bild entstand während des Heimspiels des FC Remscheid gegen DV Solingen im nahen Röntgenstadion – auch vielen Solingern droht nun entsprechende Post.
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Die Schilder sind eindeutig: Wer hier länger als zwei Stunden parkt, zahlt. Auch am Wochenende. Dieses Bild entstand während des Heimspiels des FC Remscheid gegen DV Solingen im nahen Röntgenstadion – auch vielen Solingern droht nun entsprechende Post.

Am Röntgenstadtion gibt es auch sonntags Geldstrafen auf einem Supermarkt-Parkplatz – Nun sind einige Solinger betroffen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Am 24. Juli spielte der FCR im heimischen Röntgenstadion gegen Schlebusch – ein paar Tage später erhielten einige der Zuschauer unerfreuliche Post. Sie hatten ihr Auto auf dem nahen Supermarkt-Parkplatz an der Wupperstraße abgestellt und wurden dafür nun zur Kasse gebeten. Wie auf den Schildern auf dem Parkplatz angekündigt, wurde eine Vertragsstrafe von 30 Euro fällig, weil ihre Autos länger als zwei Stunden dort gestanden hatten. Dass der 24. Juli ein Sonntag war, ein Tag also, an dem keines der umliegenden Geschäfte geöffnet war, spielte dabei keine Rolle.

Absender der Schreiben war die Loyal Parking Deutschland GmbH, das Dortmunder Unternehmen bewirtschaftet die Fläche an der Wupperstraße seit einigen Wochen im Auftrag des Eigentümers. „Uns geht es darum, den Parkplatz von Fremd- und Dauerparkern freizuhalten“, sagt Geschäftsführer Olaf Bierhoff. Und das eben auch am Sonntag. Dass die anliegenden Geschäfte das durchaus ähnlich sehen, lässt eine Aussage der Rewe Dortmund zumindest vermuten. Zwar antwortet die Pressestelle weder auf die Frage, ob es auf dem Lenneper Parkplatz Handlungsbedarf gegeben habe, noch, ob das Vorgehen von Loyal Parking im Sinne der Supermarkt-Kette sei, sie verweist aber auf die „ausgeschilderte Parkplatzregelung“, die „seit mindestens sieben Jahren“ gelte: „Eine Freigabe des Privatparkplatzes für die Öffentlichkeit nach Geschäftsschluss ist nicht Bestandteil der Regelung, so dass die Nutzungsbedingungen 24/7 gelten.“

So setze Loyal Parking nur das um, was dort schon seit Jahren gilt, meint auch Olaf Bierhoff. „Die Öffnungszeiten spielen dabei keine Rolle, sondern die Vorgaben der Auftraggeber.“ Viele Eigentümer würden Wert darauf legen, dass die Flächen außerhalb der Öffnungszeiten nicht genutzt würden.

Seine 2019 gegründete Firma kümmert sich nach eigenen Angaben um „einige Hundert“ Parkplätze deutschlandweit. Dabei verspricht sie ihren Kunden – Supermärkten, Fitnessstudios und Werkstätten – vor allem zwei Dinge: dass ihre Kunden zukünftig leichter einen Parkplatz finden. Und dass sie das nichts kostet.

Um das zu gewährleisten, baut Loyal Parking ein Kamerasystem auf, das die Kennzeichen der Fahrzeuge erfasst. Wer den Parkplatz nach 120 Minuten noch nicht wieder verlassen hat, bekommt eine „Knolle“. Daraus finanziere sich das Unternehmen, sagt Bierhoff: „Natürlich brauchen wir die eine oder andere Vertragsstrafe, damit sich unsere Investition rechnet.“

Auch weil sich das schnell rumspreche, wie Olaf Bierhoff sagt. Dass an einem Tag mehrere Parksünder erwischt werden, wie an dem 24. Juli, sei die Ausnahme: „An den meisten anderen Tagen lag das bisher zwischen null und eins.“ Wohl auch, weil der FCR inzwischen offensiv davor warnt, den Parkplatz bei Heimspielen zu benutzen. Wobei das natürlich nicht jeden Fan erreicht.

Bei der Partie am 28. August gegen DV Solingen zum Beispiel standen auf dem Parkplatz an der Wupperstraße wieder einige Autos. Die meisten mit Solinger Kennzeichen.

Dass der Parkplatz für Veranstaltungen im Röntgenstadion oder auch in der Altstadt zur Verfügung stehen könnte, sei aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sagt Olaf Bierhoff. „Wenn unser Auftraggeber uns sagt, dass wir das anders machen sollen, werden wir die Technik umprogrammieren.“

Hintergrund

Private Knöllchen sind grundsätzlich zulässig, sagt die Verbraucherzentrale NRW. Der Eigentümer stellt Parkraum zur Verfügung, durchs Abstellen kommt ein Vertrag zustande, habe der BGH entschieden. Bis zu 30 Euro Vertragsstrafe seien zulässig.

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