Rheinische Fachhochschule Köln gibt Standort auf

Remscheid bald kein Studienort mehr

Das Gebäude in Honsberg muss saniert werden. Foto: Keusch
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Der Standort der Fachhochschule in Honsberg.

Als Begründung führt die Geschäftsführung an, dass sie künftig verstärkt auf digitalen Unterricht im Internet setzen will.

Von Frank Michalczak

Remscheid ist zum Ende des Wintersemesters 2024 keine Studentenstadt mehr: Die Rheinische Fachhochschule Köln will ihren Standort in Honsberg aufgeben. Als Begründung führt die Geschäftsführung an, dass sie künftig verstärkt auf digitalen Unterricht im Internet setzen will. Damit trage sie den Wünschen der Studierenden und auch dem Wandel in der Bildungslandschaft Rechnung, der durch die Corona-Pandemie beschleunigt worden sei. Präsenzvorlesungen gebe es künftig „fokussiert“ in Köln, vornehmlich am Wochenende und an zwei Abenden an Werktagen. Dezentrale Angebote der Fachhochschule in Remscheid, Neuss, Bergheim, Heinsberg, Schleiden und Euskirchen werden somit in den nächsten zwei Jahren zum Auslaufmodell. Die aktuell laufenden Studiengänge sollen bis dahin fortgesetzt werden.

OB Burkhard Mast-Weisz reagiert mit Unverständnis auf die Mitteilung, die er von der Präsidentin der Fachhochschule Prof. Dr. Claudia Bornemeyer und Geschäftsführer Martin Topp erhalten hat. „Das ist ein großes Ärgernis“, betont der OB, der die neue strategische Ausrichtung für einen Fehler hält. „Denn der persönliche Kontakt und der Austausch werden fehlen. Und ob es die Studierenden so prickelnd finden, nach Köln fahren zu müssen, sei einmal dahingestellt.“

Mast-Weisz hatte mit der Ansiedlung des Hochschulstandorts 2018 große Hoffnungen verknüpft. „Ziel war es, dass sich junge Menschen in unserer Stadt weiter qualifizieren können. Außerdem sollte Honsberg, wo ja aktuell viel in Bewegung ist, einen weiteren Impuls bekommen.“

Für die Einrichtung wurden Teile der Grundschule an der Martinstraße hergerichtet, die zuvor leer stand. Im Sommer schließt dort der erste Jahrgang mit einem guten Dutzend Absolventen, die in Remscheid Produktionstechnik studieren, mit einem Bachelor ab. Ein Großteil ihres Unterrichts erlebten sie daheim per Internet vor dem Bildschirm – und nicht im Honsberger Hörsaal. Corona und die daraus folgenden Kontaktbeschränkungen waren die Ursache. „Natürlich hat die Pandemie manches infrage gestellt. Und dennoch halte ich es für falsch, die dezentralen Standorte aufzugeben. Wir haben der Fachhochschule ein maßgeschneidertes Paket geschnürt“, macht der Oberbürgermeister seinen Unmut deutlich.

Nun gilt es, eine neue Zukunft für die Grundschule zu finden. Sie soll aus Sicht des OBs eine Bildungseinrichtung bleiben – in einem Stadtteil mit großem Charme, wie er Honsberg beschreibt. „Die ersten Überlegungen haben begonnen. Der Mietvertrag endet im Sommer.“

Landtagsabgeordneter Sven Wolf spricht von „herber Enttäuschung“

Der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf bezeichnet die Entscheidung „als herbe Enttäuschung und das falsche Signal für die hier ansässigen Firmen, die Nachwuchs und qualifizierte Kräfte dringend benötigen“. Markus Kötter, Fraktionschef der CDU im Stadtrat, sieht einen Rückschlag bei der Stadtentwicklung. „Wir bedauern dies ausdrücklich und finden die Kommunikation der Stadtspitze, um es freundlich zu formulieren, nicht hilfreich“, erklärt Kötter, der darauf verweist, dass die CDU Anfang Februar im Rathaus eine Anfrage zum Thema Fachhochschule gestellt habe, ohne Antworten zu erhalten. Kötter: „Wir haben Schlimmes befürchtet.“

Unsere erste Meldung von 11 Uhr

Remscheid. Remscheid ist zum Ende des Wintersemesters 2024 kein Studienort mehr: Die Rheinische Fachhochschule Köln will ihren Standort in Honsberg aufgeben.

Als Begründung führt die Geschäftsführung an, dass sie künftig verstärkt auf digitalen Unterricht im Internet setzen will. Damit trage sie den Wünschen der Studierenden und auch dem Wandel in der Bildungslandschaft Rechnung, die durch die Pandemie beschleunigt worden sei.

Präsenzvorlesungen gebe es künftig „fokussiert“ in Köln, vornehmlich am Wochenende. Dezentrale Angebote in Remscheid, Neuss, Bergheim, Heinsberg, Schleiden und Euskirchen werden zum Auslaufmodell. zak

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