Reichsbürger soll in die Psychiatrie

Todesdrohung gegen OB Mucke

Von Manuel Praest

Wuppertal Die Aktion hatte Anfang des Jahres für Aufsehen gesorgt: SEK-Kräfte stürmten ein Haus in Bad Laasphe (Kreis Siegen-Wittgenstein) und nahmen einen 52-Jährigen fest, der in Verdacht steht, unter anderem Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke mit dem Tode gedroht zu haben. Wann vor dem Wuppertaler Landgericht gegen den der Reichsbürgerszene zugeordneten Mann verhandelt wird, stehe noch nicht fest, so ein Sprecher. Allerdings wird es ein sogenanntes Sicherungsverfahren geben, wie Oberstaatsanwaltschaft Wolf-Tilman Baumert auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. Ziel sei, dass der 52-Jährige in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wird.

Grund für die Festnahme, bei der auch ein Messer und ein Gewehr sichergestellt wurden, waren damals Droh-E-Mails. Über Monate gingen diese nicht nur an Mucke. Sondern unter anderem auch an Leitung und Mitarbeiter des Jugendamtes. Hintergrund war wohl ein Sorgerechtsstreit. Da die Drohungen teilweise sehr konkret waren und der Verdächtige als ehemaliger Sportschütze über eine gewisse Sachkunde im Umgang mit Schusswaffen verfügt, erfolgte schließlich der polizeiliche Zugriff.

Vor dem Landgericht sind es mehr als 30 Straftaten, die dem Beschuldigten vorgeworfen werden, unter anderem Beleidigung und üble Nachrede. Außerdem soll er seiner ehemaligen Lebensgefährtin nachgestellt haben.

Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des mehrfach vorbestraften Mannes, der aktuell wegen anderer Vergehen im Gefängnis sitzt, waren schon früher aufgekommen. Von dem Vater existieren zum Teil wirre Youtube-Videos, in denen er gegen den Staat, Migranten und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wetterte. Immer wieder inszenierte er sich als ein Justizopfer, zweifelte die Rechtmäßigkeit der bundesdeutschen Justiz an und hoffte auf ein Eingreifen der US-Behörden.

Mann täuschte vor, sich nach Österreich abgesetzt zu haben

Vor der Festnahme hatte er in einem Video vorgetäuscht, sich nach Österreich abgesetzt zu haben. Vergeblich, das SEK stellte ihn in Bad Laasphe im Haus eines Mannes, der ebenfalls der Reichsbürgerszene zugeordnet worden war. Unter seiner Anhängerschaft im Netz machten danach wilde Verschwörungstheorien die Runde. Etwa die, dass der „Scheinstaat BRD“ Söldner engagiert habe, die den Wuppertaler schnappen sollten.

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