Nagerzuwachs

Ratten flitzen durch Oberbarmen

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Von der Wupper, wie hier in Oberbarmen an der Rosenau, ist es für Ratten nicht weit zu bebauten Quartieren. 

WUPPERTAL Gerade an der Wupper fühlen sich die Nagetiere wohl. Sie müssen jedoch bekämpft werden.

Von Alexandra Dulinski

In Oberbarmen entdeckten Anwohner vor kurzer Zeit Ratten, die sich in der Nähe einer Bushaltestelle aufhielten. Eine Beobachtung, die in der Innenstadt kein Einzelfall ist. Gerade in Wuppernähe können die Nagetiere häufiger gesehen werden.

Doch wieso genau ekeln sich die Menschen eigentlich so vor diesen Tieren? „Wenn von Ratten in Wuppertal gesprochen wird, ist die Rede von der Wanderratte“, erklärt Schädlingsbekämpferin Bärbel Holl von der Holl & Stockhausen GmbH, die bereits seit 30 Jahren in ihrem Beruf tätig ist. „Die Ratte ist ein Kulturfolger; sie folgt dem Menschen dorthin, wo er ihr Nahrung bietet“, sagt sie. Dabei komme es vor allem auf die Umfeldgestaltung an. „Viel essbarer Müll auf den Straßen zieht die Tiere an“, sagt Holl.

Die Tiere können in einer Nacht drei Kilometer weit laufen

Eine Ratte habe einen Radius von bis zu 1000 Metern und könne in der Nacht bis zu drei Kilometer weit laufen. Um gegen Ratten vorzusorgen, sollten Kellerfenster mit Kaninchendraht abgedichtet werden. Tiere wie Vögel, Igel oder Katzen sollte man draußen nicht füttern, da das Futter auch Ratten anlocke. Ursprünglich Körnerfresser, haben sie sich zum Allesfresser entwickelt. Grundstücke sollten grundsätzlich ordentlich gehalten werden. Ins Haus können die Tiere über offenstehende Fenster und Türen oder Kanalbrüche kommen. Dafür brauchen sie eine Spaltbreite von anderthalb bis zweieinhalb Zentimetern.

„Ratten sind dem Sozialverhalten des Menschen sehr nah, sie registrieren gut Abläufe“, erklärt Holl. Gerade ihre Flinkheit würde dem Menschen oft Angst machen. Auch würde die Ratte oft noch als Überträger des Pestflohs assoziiert werden. „Städte mit Flüssen haben generell ein größeres Rattenproblem als andere, da sie dem Tier ihr Grundnahrungsmittel Wasser bieten“, sagt Holl.

Alte Rohrsysteme und Kanäle tragen zur Verbreitung bei. Ratten sind bekämpfungspflichtig. Allerdings können Köder nur dort ausgelegt werden, wo gesichert gearbeitet werden kann. Der Sicherheitsaspekt habe dabei immer Vorrang. „Die Köder beinhalten Blutgerinnungshemmer, sind aber für den Menschen aufgrund der beigefügten Bitterstoffe ungefährlich“, erklärt die Schädlingsbekämpferin. Die Vorgaben für die Beköderung seien nach den Risikominderungsmaßnahmen dabei streng reglementiert.

AUSBILDUNGSBERUF

SCHÄDLINGSBEKÄMPFER Der Beruf des Schädlingsbekämpfers ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf, erklärt Bärbel Holl. Sie verweist auf die Wichtigkeit, sich im Bedarfsfall nur an korrekt ausgebildete Bekämpfer zu wenden.

„Wir können die Ratten nicht vernichten, sondern nur reduzieren. Bei größerem Platzangebot erhöht sich auch die Geburtenrate“, sagt Holl. Eine Ratte bekomme allerdings – entgegen vieler Annahmen – nur im Schnitt vier Mal pro Jahr Nachwuchs. Bärbel Holl sieht die Problematik von Ratten eher in ihrem Dasein als Gebäudeschädling: „Wenn Kabel angenagt werden, kann es zu Stromausfällen und Bränden kommen. Fallen Maschinen aus, so bedeutet dies einen hohen wirtschaftlichen Schaden und kann auch einen Imageverlust nach sich ziehen.“ Dass Ratten einen Menschen kratzen oder beißen, würde aber selten vorkommen. Die Gefahr gehe von ausgeschiedenen Erregern aus. „Solange eine Ratte nur draußen herumläuft, passiert niemandem etwas“, kann Holl aber beruhigen. Handelt es sich um ein städtisches Grundstück, das von Ratten befallen ist, sollte das dem Ordnungsamt oder dem Servicecenter der Stadt mit möglichst konkreten Angaben gemeldet werden, erklärt Pressesprecherin Ulrike Schmidt-Keßler.

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