Neue Nutzung

Leerstand in der Rathaus-Galerie soll reduziert werden

Die Leerstände in der Rathaus-Galerie sind zurzeit mehr als deutlich. Das Centermanagement hat für dieses Jahr umfangreiche Umbauten angekündigt.
+
Die Leerstände in der Rathaus-Galerie sind zurzeit mehr als deutlich. Das Centermanagement hat für dieses Jahr umfangreiche Umbauten angekündigt.

Wuppertal. Große Teile des zweiten Obergeschosses sind für die Bergische Universität vorgesehen.

Von Martin Gehr

Die Rathaus-Galerie am Willy-Brandt-Platz steht in diesem Jahr vor Veränderungen: Die Bergische Universität wird – ungewöhnlich für ein Einkaufszentrum – als neuer Ankermieter fungieren. Lehrstühle der Psychologie sollen im Laufe des Jahres auf 6000 Quadratmetern einziehen. Noch „müssen diese Flächen für den Umbau vorbereitet werden“, teilt Centermanagerin Michaela Spatz-Feddeck mit, weswegen „die Psychologie noch nicht mit ihrem Umzug in die Rathaus-Galerie begonnen hat“, sagt Kanzler Roland Kischkel auf Nachfrage. Die Universität sei mit dem Vermieter, der Grundstücksgesellschaft „Caurus“, in laufenden Gesprächen über den Zeitplan.

Die Rathaus-Galerie ist vor 28 Jahren mit einem Mischkonzept eröffnet worden und umfasst neben dem Shopping-Center auch ein Ärztehaus, zwei Bürohäuser und ein Wohnhaus mit 25 Einheiten. Durch die Vermietung an die Universität nutzt diese künftig einen großen Teil des Bürobereiches und im zweiten Obergeschoss eine Teilfläche in der Rathaus-Galerie. Dies ist auch der Grund, weshalb der Edeka-Markt am 24. Dezember dort seinen letzten Verkaufstag hatte.

Zurzeit sind die Schaufenster noch dürftig mit Folien abgedeckt, die Schriftzüge des Supermarktes weiterhin präsent. An den Planungen, die Rathaus-Galerie als Nahversorgungszentrum aufzubauen, habe sich jedoch nichts geändert. „Der Umbau geht weiter – bedingt durch Probleme wie Pandemie, Facharbeitermangel und Materialknappheit haben sich die Termine aber nach hinten verschoben.“ Laut Kerstin Holla von der Edeka-Unternehmenskommunikation plant das Unternehmen nach wie vor, einen neuen Edeka-Markt im Erdgeschoss der Rathaus-Galerie zu eröffnen. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir jedoch noch keine Details benennen.“ Grundsätzlich sind Erdgeschoss und erstes Obergeschoss nach Angaben des Centermanagements weiterhin für die Nahversorgung vorgesehen.

Auch inhabergeführte Läden gehören zum Konzept

Wer das Einkaufszentrum vom Willy-Brandt-Platz aus betritt, kommt an Infotafeln vorbei, die Geschichte und Zukunft der Rathaus-Galerie dokumentieren. Die Gegenwart hingegen ist ernüchternd. In jeder Etage reihen sich die Leerstände auffällig aneinander, teilweise kaschiert durch großformatige Fotos. Beiwerke wie ein Fotofix-Automat, ein Regal zum Büchertausch und Massagesessel wirken mit Blick auf Absperrgitter und blaue Planen wenig einladend.

Dass die Uni Wuppertal einen Teil des Zentrums anmietet, sei der Verpflichtung „für kreative Nutzungskonzepte“ geschuldet, beschreibt es Kanzler Roland Kischkel. „Die Universität kann ihren gewachsenen Flächenbedarf nicht mehr alleine an ihren drei Hauptstandorten realisieren.“ Dazu gehören neben dem Grifflenberg auch Freudenberg und Haspel. Um neue Standorte im Stadtgebiet zu erschließen, „müssen wir einerseits den Wegeaufwand berücksichtigen, der sich für unsere Studierenden und Lehrenden ergibt.“ Zudem sei die ÖPNV-Anbindung an die bestehenden Einrichtungen der Universität wichtig „und nicht zuletzt, dass jeder ergänzende Standort eine gute Mindestgröße hat“. Im Jahr 2025 sollen noch Teile des Gebäudes der ehemaligen Bundesbahndirektion am Döppersberg hinzukommen.

Kischkel hebt darüber hinaus hervor, dass das Institut für Psychologie mit den meisten seiner Professuren und den klinischen Ambulanzen in die Galerie umziehen wird, „so dass eine gute Konzentration entsteht“ und für die psychotherapeutischen Ambulanzen ein zentraler Ort von Vorteil sei. Michaela Spatz-Feddeck sieht darin auch einen Gewinn für die Galerie, denn durch Angestellte, Besucher und Patienten sei die Uni „ein Frequenzbringer“.

Auf die Frage, ob diese Frequenz auch durch ein vielfältiges Angebot an Einzelhändlern entstehen kann, das nicht nur die bekannten Ketten aneinanderreiht, verweist Michaela Spatz-Feddeck auf das Konzept der Galerie: Neben Filialisten wie Tedi, KiK oder Rossmann würden auch inhabergeführte Läden zum Konzept gehören: „Die Tendenz haben wir schon seit einiger Zeit berücksichtigt“, betont sie und verweist etwa auf die Bekleidungsgeschäfte „Melanie’s Catwalk“ und „Nuts Style“ sowie die „Art Gallery“ und die „Hashemi Kunstgalerie“.

Hintergrund

Die Rathaus-Galerie befindet sich an der Klotzbahn/Willy-Brandt-Platz und ist auch über den Karlsplatz erreichbar. Sie wurde 1994 eröffnet, beherbergt etwa 19 Geschäfte und Gastronomie, dazu Büros und Praxen. Die Immobilie gehört der Grundstücksgesellschaft „Caurus“ mit ihrer Hauptniederlassung in der Hansestadt Lübeck.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Expertin gibt Tipps: Verletzungsfrei in die Laufsaison starten
Expertin gibt Tipps: Verletzungsfrei in die Laufsaison starten
Expertin gibt Tipps: Verletzungsfrei in die Laufsaison starten
DSDS: Riccardo aus Remscheid bekommt die Goldene CD
DSDS: Riccardo aus Remscheid bekommt die Goldene CD
DSDS: Riccardo aus Remscheid bekommt die Goldene CD
Hauch von Antike weht über dem Döppersberg
Hauch von Antike weht über dem Döppersberg
Hauch von Antike weht über dem Döppersberg

Kommentare