Der „Puma“ von Sonnborn

Freunde fürs Leben: Der „Puma“, Hans-Dieter Fey, und seine „Lady“, eine Honda Goldwing. Foto: Mathias Kehren

PORTRÄT Schillernde Persönlichkeit auf den bergischen Straßen: Hans-Dieter Fey (80).

Von Manuel Praest

Wuppertal. Sein Name? „Puma, was denn sonst.“ Der 80-Jährige lacht, denn als Hans-Dieter Fey kennt ihn kaum jemand. Nicht der Schwebebahnfahrer, der ihn von oben grüßt, nicht die Polizeistreife, die ihm einen „Guten Morgen“ wünscht, und nur die wenigsten im „Alt-Sonnborn“ oder im „Café Hubraum“.

Der „Puma“ fällt auf. Lange graue Haare, Leder-Kutte, dicke Ringe an den Fingern und natürlich die Honda Goldwing 1100, seine „Lady“. Ein Blick aufs Foto, und viele werden sagen: „Klar, den hab ich schon mal gesehen.“ Denn Fey ist auf der Straße leicht zu erkennen, fährt immer ohne Helm. „Hab’ ne Sondergenehmigung“, sagt er. Aus medizinischen Gründen. In und um Wuppertal würde er ohnehin kaum angehalten. „Die Polizisten hier wissen das ja.“ Für längere Touren hat er einen Helm Marke Eigenbau.

Die beiden Leidenschaften:Goldwing und Gitarre

ZUR PERSONBIOGRAFIE Gebürtig stammt Hans-Dieter Fey (80) aus Wuppertal-Wichlinghausen. 1940 zog seine Familie in die Lüntenbeck. Seit 1999 wohnt der gelernte Dreher und Schmied in Sonnborn. KULTUR Seine zweite große Leidenschaft neben dem Motorradfahren ist das Texten – sowohl von Gedichten als auch Liedern. Fey trat bereits beim beliebten Plattkaller-Abend auf. Er singt auch gerne.„Der Puma ist ein Einzelgänger“, heißt es über die Raubkatze. Der Spitzname passt auf den Alleinfahrer, der zweimal verheiratet war. Dabei habe er ihn ja aus einem anderen Grund bekommen, damals, so um 1948 im Gewerkschaftsjugendlager. „Die anderen haben immer gesagt: ,Du bewegst dich wie ein Puma“, erinnert sich Hans-Dieter Fey.

Und die Liebe zum Motorrad? „Das war noch früher.“ Ein Foto zeigt ihn als Zweijährigen mit seiner Mutter auf einer Horex. „An der Bevertalsperre war das.“

Die jetzige „Lady“ fährt er seit ein paar Jahren. „Ein ,Zwilling’ meiner anderen Goldwing, auch Baujahr 1983. Die hatte leider einen kapitalen Motorschaden“, sagt Fey. Doch die Maschine hat er noch, auch wenn sie nicht zu reparieren ist. „Eine Million Kilometer bin ich mit der gefahren“, erzählt er stolz. In Europa ist er weit herumgekommen. „Nur auf der Insel war ich noch nicht.“

Leidenschaftlich gerne spielt der „Puma“ aber auch Gitarre, textet Lieder. „Keine Kunst, eher was fürs Lagerfeuer.“

Wenn Fey erzählt, vergisst man schnell, dass der Mann mit der sonnengegerbten Haut schon 80 Jahre alt ist. Dreher und Schmied hat er einst gelernt. „Irgendwann wollte ich aber nicht mehr und bin lieber auf den Bau gewechselt.“ Harte, körperliche Arbeit, das mag er.

Und seit wann im Ruhestand? „Nee, ich arbeite immer noch“, sagt Fey leicht entrüstet. „Von meiner Rente allein könnte ich doch nicht leben.“ Und auch kein Motorrad mehr fahren. Zudem halte die Arbeit fit. „Schließlich wiegt die Maschine auch gut 350 Kilogramm.“

Wie lange will er denn noch fahren? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Bis ich von der Maschine falle.“

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