Kriminalität

Prozess um brutalen Angriff beginnt am Landgericht

Der Anwalt der angeklagten 41-Jährigen wollte zunächst ausführlicher mit seiner Mandantin reden.
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Der Anwalt der angeklagten 41-Jährigen wollte zunächst ausführlicher mit seiner Mandantin reden.

Wuppertal. 120.000 Euro erbeutet: 41-Jährige soll Seniorin bei einem Diebstahl ans Bett gefesselt und geschlagen haben.

Von Katharina Rüth

Vor einem Jahr soll eine 41-Jährige eine 74-Jährige in deren Wohnung brutal überfallen und dann ausgeraubt haben. Die Seniorin reagierte auf einen angeblichen Notfall, öffnete am 27. Mai 2021 ihre Wohnungstür. Und wurde sofort mit einem gezielten Faustschlag ins Gesicht zu Boden geworfen. Den soll die 41-Jährige ausgeführt haben, die jetzt vor dem Landgericht Wuppertal angeklagt ist.

Die Angeklagte soll die Seniorin außerdem auf deren Bett geschleift, sie dort gefesselt und ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben, so dass sie keine Luft mehr bekam. Erst der Mittäter, der bisher nicht gefasst wurde, soll sie dazu bewegt haben, von der 74-Jährigen abzulassen. Die Angeklagte und ihr Komplize sollen dann die Wohnung durchsucht und Schmuck und Wertgegenstände im Wert von mehr als 120.000 Euro mitgenommen haben.

Die 74-Jährige erlitt mehrere Brüche im Gesicht sowie Hämatome im Gesicht und an den Händen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zudem leidet sie bis heute an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Zum Start des Gerichtsverfahrens am Mittwoch wurde zunächst die Anklage verlesen, dann erklärte der Verteidiger, dass sich die 41-Jährige zunächst nicht äußern werde. Der Anwalt deutete an, dass er eine Verständigung mit dem Gericht anstrebe, darüber aber mit seiner Mandantin reden möchte.

Der Vorsitzende Richter sagte: „Bei einem gehaltvollen Geständnis ist immer etwas drin.“ Damit meinte er, dass bei der Strafzumessung ein Geständnis positiv gewertet werde. Er ergänzte im Hinblick auf das Opfer: „Wenn man der Dame eine Aussage erspart, wäre das etwas wert.“

Zuvor hatte er aber auch deutlich gemacht: „Der Strafrahmen ist, wie er ist.“ Die 41-Jährige ist wegen besonders schweren Raubes angeklagt. Das Strafgesetzbuch sieht für Raub, bei dem eine andere Person körperlich schwer misshandelt wird, eine Haft von nicht unter fünf Jahren vor.

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