Gericht

Prozess gegen brutale Einbrecher

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WUPPERTAL Frau des mutmaßlichen Drahtziehers sagt aus.

Von Dirk Lotze

Es war einer der brutalsten Überfälle seit Jahren: Räuber hatten im Mai 2017 einen 83 Jahre alten Haaner in seinem Zuhause angegriffen, gefesselt, gequält, um 400 Euro und mehrere Uhren beraubt und ihm schließlich die Einrichtung niedergebrannt.

Im Prozess befragte das Wuppertaler Landgericht am Mittwoch die 44 Jahre alte Frau des mutmaßlichen Drahtziehers, die selbst beteiligt gewesen sein soll. Ihre Angabe: „Ich wusste, dass ein Einbruch stattfinden sollte.“

Ihr Mann, ein früherer Mitarbeiter des Haaner Tiefbauamts, muss sich in einem Prozess in Hagen verantworten. Er soll serienweise Geldtransporter beraubt haben. Den Tatort in Haan spionierte er laut Staatsanwaltschaft während der städtischen Arbeitszeit aus. Seine Frau bestätigte, Absprachen unter ihm und den weiteren drei Angeklagten (35 bis 40 Jahre alt) des Wuppertaler Verfahrens gehört zu haben. Die Anklage beschuldigt alle vier vorerst nur der Beihilfe - weil offen ist, wer im Haus war. Die Frau erläuterte, die Männer hätten den Plan untereinander besprochen. Und sie sollte dabei sein, weil eine Frau es unauffälliger erscheinen lassen würde. Aber: „Ich habe nicht so genau zugehört.“ Sie bestätigte weiter, am Tattag in der Nähe des Tatorts gewesen zu sein und ihren Mann unterwegs getroffen zu haben. Näheres beschrieb sie nicht.

Der vorsitzende Richter fragte nach: „Spätestens am folgenden Tag dürften sie in der Zeitung gelesen haben, dass das Haus gebrannt hatte. Haben sie darüber mal gesprochen?“ Die Frau zögerte und antwortete dann im nachdenklichen Ton: „Doch, ich habe danach gefragt. Aber ich kann mich nicht gut erinnern.“

Das Gericht verhandelt am heutigen Donnerstag weiter.

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