Landgericht

Prozess um Attacke mit Beil in Asia-Küche

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WUPPERTAL/ HAAN Angeklagter spricht von Notwehr.

Von Dirk Lotze

Wuppertal/Haan. Für einen mutmaßlichen, schweren Angriff mit einem rasiermesserscharfen Küchenbeil in einem Haaner Asia-Restaurant muss sich ein 26 Jahre alter Angeklagter vor dem Landgericht verantworten. Laut Staatsanwaltschaft attackierte der Spülhelfer im Streit einen 31-jährigen Kollegen. Dieser erlitt klaffende Wunden am Hals und im Gesicht. Laut Ermittlungen blieb der Angeklagte unverletzt.

Zu Prozessbeginn am Mittwoch erklärte er den Richtern: „Ich habe mich nur gewehrt!“ Der Vorsitzende Richter demonstrierte die Schärfe der fraglichen Waffe an einem Papier und wies die Beschreibung der Staatsanwaltschaft zurück, wonach das Beil ein „Hackmesser“ sei: „Man bekommt einen völlig falschen Eindruck von dem Fall, wenn man es so benennt.“ Eine Richterin rückte während der Vorführung an der Richterbank sichtlich beeindruckt auf Abstand.

„Ich habe ihn mehrfach angesprochen, aber er hat nicht reagiert. Dann hatte er auf einmal das Beil in der Hand.“ Aussage des Opfers

Der Verletzte sagte über das Geschehen am Abend des 20. Februar 2018 in der Spülküche des Lokals im Industriegebiet Landstraße: „Es gab einen Riesenlärm. Alle sind gekommen. Und er war grade dabei, mir die Hand abzuschneiden.“

Dem 31-Jährigen zufolge hatte es gegen 22.30 Uhr Streit gegeben, als das Team das Büfett abräumen wollte: „Ich habe den Angeklagten mehrfach angesprochen, aber er hat nicht reagiert. Dann hatte er auf einmal schon das Beil in der Hand.“ Bei dieser ersten Begegnung habe er den Angreifer zu Boden gestoßen und entwaffnet.

Dann habe er zunächst einfach weitergearbeitet. Der Angegriffene fügte hinzu, er habe kurz darauf in der Spiegelung einer Schranktür gesehen, dass der Angeklagte erneut mit dem Beil in der Hand kam und von hinten auf ihn losging. Dann sei der Kampf ausgebrochen. Laut Ermittlungen trennten weitere Mitarbeiter die beiden Männer.

Dem 26-Jährigen zufolge soll das alles anders gewesen sein. Der ältere Kollege habe ständig Streit mit mehreren Mitarbeitern gehabt. Und er habe ihn auch am Tatabend zuerst mit einem Fleischklopfer attackiert. Nach einem Gerangel habe der 31-Jährige plötzlich das Küchenbeil in der Hand gehabt. Im Kampf darum habe er seinen Gegner verletzt, sagte der Angeklagte. Er habe das nicht gewollt.

Das Gericht will am morgigen Freitag weiterverhandeln. Bis Mitte September haben die Richter zwei weitere Fortsetzungstermine vorgesehen.

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