Kultur

Programm soll das Publikum überzeugen

Generalmusikdirektor Patrick Hahn erlebt gerade seine erste Spielzeit in Wuppertal.
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Generalmusikdirektor Patrick Hahn erlebt gerade seine erste Spielzeit in Wuppertal.

Wuppertal. Generalmusikdirektor Patrick Hahn zu den Veranstaltungen des Sinfonieorchesters von Januar bis Juni 2022.

Von Monika Werner-Staude

Gerade ist das vierte Sinfoniekonzert mit Bravour über die Bühne gegangen, die erste Hälfte der Spielzeit 21/22 nähert sich ihrem Ende. Für Patrick Hahn ist es bekanntlich zugleich die erste eigene Spielzeit als Generalmusikdirektor in Wuppertal. Ein Privileg sei die Arbeit mit dem Sinfonieorchester, die Begeisterung, die das Publikum diesem entgegenbringe, etwas Besonderes, sagt er. Er freut sich auf 2022, das weiter voller Highlights sein werde. Auch wenn es wohl nur einen Bruchteil all der „ausschweifenden Ideen“ realisieren könne, die er habe.

„Wir sind froh, dass wir alles machen durften, was wir uns vorgenommen hatten.“

Patrick Hahn, Generalmusikdirektor

Konkret erwarten die Besucher von Januar bis Juni noch fünf Sinfoniekonzerte, ein jedes werde mit „einem Schmankerl“ aufwarten. Es gibt wieder Kammerkonzerte, Ohrenöffner, Chorkonzert, Orgel-Akzent, Familienkonzert und Uptown Classics. Eröffnet wird das Jahr mit dem Neujahrskonzert, das mit Beethovens Neunter (Chor-)Sinfonie bekannte Musik bietet, die der 26-Jährige mit Orchester, Sängerinnen, Sängern und Chor neu spielen will – ein rundes Paket, das ihn an seinen glänzenden Auftritt vor zwei Jahren erinnert, als er Beethovens Fünfte in Wuppertal dirigierte, und das am zweiten Januar in der Kölner Philharmonie erneut gespielt werden soll.

Bei den Sinfoniekonzerten hebt der gebürtige Grazer das fünfte (3./4. April) hervor, das den Titel „Highland Games“ trägt und entsprechend mit Mendelssohn Bartholdys 3. Sinfonie und einem Dudelsackspieler aufwartet. „Einen der innovativsten und gefragtesten Gesangssolisten der Gegenwart“, Thomas Hampson, holt sich Hahn zum 9. Sinfoniekonzert (15./16. Mai) hinzu, das Kompositionen von Charles Yves gewidmet ist, der zwar „kein Publikumsliebling“ sei, „den die Leute aber schätzen werden, wenn sie ihn hören“, hofft Hahn.

Eine „familiäre Angelegenheit“ sei das siebte Sinfoniekonzert (13./14. März), das die Konzertmeister, Nicolas Koeckert und Nikolai Mintchev, als Solisten bestreiten. Auf dem Programm stehen Schnittkes Concerto Grosso, Brahms’ Dritte und Bachs Hamburger Sinfonie. Hahn verspricht „ein intimes Konzert, das zusammenschweißt“. „Der Teufel tanzt Tango“ ist das dritte Chorkonzert überschrieben, das die „kulturellen Stärken Wuppertals“ mit international renommierten Solisten in einem interessanten Programm vereint, in dessen Zentrum Schostakowitschs fünfte Sinfonie steht.

Wichtig ist dem GMD überdies sein Engagement bei der Oper, den Einstand gibt er mit Wagners „Tannhäuser“ am 6. März. Fortsetzen will Hahn natürlich das etablierte Format Uptown Classics, das er sehr schätzt und das er gleich zweimal selbst leitet: Um „Flimmerkistenmusik“ (von „Psycho“ bis „Adagio for strings“) geht es im Skulpturenpark Waldfrieden (25. Juni). Bariton Simon Stricker vom Opernensemble unterstützt das eher klassisch mit Mozart, Bach und Pärt bestückte Konzert in Immanuelskirche und codeks Arena (7./8. Mai).

Dass Hahn mehr kann, als nur den Taktstock schwingen, beweist er zum Abschluss der Saison. Am 16. Juni „gastiert“ er mit seinem Georg Kreisler-Abend im Opernhaus. Das Programm mache ihm wahnsinnig Spaß, erzählt er. Es habe schon in unterschiedlich großem Rahmen funktioniert, und werde hoffentlich auch in Wuppertal gut ankommen.

Der Blick zurück zum Anfang der Spielzeit löst Freude und Erleichterung aus. „Wir sind froh, dass wir alles machen durften, was wir uns vorgenommen hatten, auch in großer Zusammensetzung spielen konnten“, sagt Hahn. Sicher habe es kleine Probleme durchs Abstandhalten und Masketragen gegeben, sei die Arbeit dadurch auch anstrengender gewesen. Was aber immer besser sei, als gar nicht zu spielen. Es soll auch weiter Konzerte mit bekannten und beliebten und mit unbekannten Stücken geben, „die das Publikum hinterher liebt“. Für jeden etwas, ohne es allen recht machen zu wollen. Hahn will überzeugen, nicht zwingen.

Programmheft

Das Programmheft zur zweiten Spielzeithälfte (für Sinfonieorchester, Schauspiel und Oper) liegt an den bekannten Stellen aus und wird im Netz als PDF zum Download bereitgehalten: wuppertaler-buehnen.de

Beim Design des Heftes setzt das Sinfonieorchester diesmal auf abstrakte Formen und kräftige Farben. So soll dem Betrachter die Interpretation überlassen werden, er kann sich selbst ein Bild machen.

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