Textildiscounter

Primark: Stadt Wuppertal ärgert sich über neue Pläne

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Das Haus, in das Primark ziehen will, hat auch von außen nicht jedem gefallen. Gleiches gilt jetzt für die angekündigte Nutzung.

WUPPERTAL Primark will weniger Fläche zum Verkauf nutzen und dafür mehr für Lagerung und Verwaltung.

Von Daniel Neukirchen

Das Rätselraten um die Nutzung der freien Primark-Etage am Döppersberg hat ein Ende. Ein Unternehmenssprecher erklärte: „Wir haben keine Pläne, das Gebäude unterzuvermieten.“ Primark als Mieter des Gebäudes, das vom Investor Signature Capital gebaut wurde, beabsichtige weiterhin die gesamte Fläche selbst zu nutzen. „Da wir zusätzlich zu den Verkaufsflächen weitere Stockwerke für Lager- und Personalräume sowie anderweitige Einrichtungen benötigen“, so der Unternehmenssprecher.

Primark selbst hatte durch seine zurückhaltende Informationspolitik die Fragen um die weitere Zukunft des Gebäudes aufgeworfen, nachdem das Unternehmen Anfang Oktober mitgeteilt hatte, dass sie in Wuppertal 30 Prozent weniger Fläche als zunächst geplant beziehen werden. Ursprünglich waren 4500 Quadratmeter Verkaufsfläche auf drei Etagen geplant, nun will Primark den Kunden nur noch Textilien auf 3200 Quadratmetern anbieten.

Doch was wird mit der restlichen Fläche? Auf diese Antwort wartete man bei Signature Capital und Primark seit Wochen. Zumal die Zukunft des Döppersbergs an dieser Stelle ganz in den Händen des Investors liegt.

Selbst Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke blieb vom Informationsfluss der Geldgeber abgeschnitten und ärgerte sich über die plötzliche Streichung von der Verkaufsfläche ohne Absprache mit der Stadt. Auch die neuste Nachricht von der Nutzung der oberen Etage als Lager löste bei Mucke Verärgerung aus: „Das ist eine Frechheit.“ Der Oberbürgermeister betrachtet diese Planung von Primark als einen „Bruch von Absprachen“ und sagt: „Das ist eine verschenkte Fläche für die Innenstadt.“ Erneut sei die Stadt nicht über den aktuellen Planungsstand in Kenntnis gesetzt worden.

Laut Primark stelle die Verkleinerung des „Stores“ keine Verschlechterung für den Kunden dar. „Dies beeinträchtigt weder das Einkaufserlebnis für den Kunden, noch die ihnen zur Verfügung stehende Auswahl“, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Dass nun an dieser prominenten Stelle auf dem neuen Döppersberg auf potentieller Verkaufsfläche nur Kleidung lagern soll, ist auch für IG-1-Sprecher Matthias Zenker „eine Enttäuschung“. Er betont: „Das ist eine der wertvollsten Handelsflächen in der City und die liegt jetzt als Lagerfläche brach.“ Gerne hätte er an dieser Stelle ein weiteres Angebot für die Wuppertaler Kunden gesehen.

Doch aus der Politik gab es bereits Zweifel darüber, ob die Integration eines weiteren Mieters in den Kubus überhaupt gelungen wäre. Die Redaktion sprach im Vorfeld mit SPD-Fraktionschef Klaus Jürgen Reese, der sich keine vernünftige Nutzung in der dritten Etage eines Gebäudes vorstellen konnte, das nur über einen Haupteingang verfügt. „Sollen die Kunden dann erst durch den Primark gehen?“, fragte Reese. Selbst für Büroflächen sei das eine sehr ungewöhnliche Lösung.

ZEITPLAN

Der Umbau des Primark-Gebäudes sollte eigentlich bis Sommer 2018 abgeschlossen sein. Die Eröffnung war ursprünglich für den Herbst 2018 angesetzt. Nach der Eröffnung des neuen Taxistandes vor dem Gebäude wird der zeitlich nach hinten verschobene Innenausbau logistisch aufwendiger.

Dass das irische Unternehmen in Wuppertal auf einer Etage lieber lagert als verkauft, sieht Matthias Zenker als schlechtes Omen: „Da läuft etwas im Hintergrund, was wir nicht wissen.“ Er hätte auch nichts dagegen, wenn am Ende ein ganz anderer Mieter in das Gebäude einziehen würde. Primark hingegen bestätigte der Redaktion den angepeilten Eröffnungstermin „in der ersten Jahreshälfte 2019“. Vorher muss jedoch noch der Innenausbau erledigt werden.

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