Waffenverbotszone

Düsseldorfer Polizei zählt 47 Angriffe mit Messer

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Für ein Wochenende wurde der Hauptbahnhof im vergangenen Jahr zur Waffenverbotszone. Dabei blieb es. 

DÜSSELDORF Düsseldorfer Wirte sind besorgt.

Am frühen Sonntagmorgen wollte ein 22-Jähriger zwei Freundinnen helfen, die am Düsseldorfer Burgplatz belästigt wurden. Wenig später wurde der 22-Jährige mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Ein 21-Jähriger hatte ihn mit einem Einhandmesser niedergestochen. Ein Messer, das nach dem Waffengesetz verboten ist.

Einer von vielen Vorfällen, in denen Täter zum Messer griffen. Bisher wurden diese Fälle statistisch nicht erfasst. Erst seit Anfang des Jahres werden Straftaten mit Messer von der Polizei extra ausgewiesen. Jetzt liegen die ersten Zahlen vor. Laut Polizei gab es bis jetzt in der Landeshauptstadt 47 Vorgänge, in denen ein Messer im Spiel war: „Davon sind 34 Bedrohungen und 13 Taten, bei denen das Messer auch eingesetzt wurde.“

In zahlreichen Fällen wird wegen Körperverletzung ermittelt, es gibt zwei Verfahren wegen Raub und zehn Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung: „In einem Fall wird wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt.“ 16 Personen wurden bei den Angriffen verletzt.

Nicht erfasst sind in der Statistik die Fälle, in denen ein Messer nicht unmittelbar als „Tatmittel“ eingesetzt wurde – etwa wenn bei Personenkontrollen ein Messer im Rucksack gefunden wurde. Landesweit wurden nach Angaben des NRW-Innenministeriums im ersten Halbjahr 2019 genau 2883 Messerangriffe gezählt.

Wirte würden Waffenverbotszone begrüßen

Die Gastronomen in Düsseldorf sehen die Entwicklung schon seit Jahren mit Sorge. Ihre Möglichkeiten sind aber eingeschränkt. „Ich glaube nicht, dass man mit einem Messer an einem Türsteher vorbei in einen Club kommt“, sagt Isa Fiedler, Sprecherin der Altstadtwirte. Aber man habe keinen Einfluss darauf, was auf der Straße passiert. Die Wirte würden es begrüßen, wenn in der Altstadt – wie auf der Reeperbahn – eine Waffenverbotszone einrichtet würde. si

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