Platz für Bronzebüste gesucht

Fotograf Otto Krschak würde die Horst-Szymaniak-Büste des Bildhauers Harald Schmahl gerne an einem öffentlichen Ort sehen. Foto: Andreas Fischer

FUSSBALL Fotograf Otto Krschak will die Erinnerung an den Weltklassespieler Horst Szymaniak in der Stadt hochhalten.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Fußballhelden, die in Bronze gegossen vor großen Stadien stehen, sind keine Seltenheit. Helmut Rahn in Essen, Max Morlock in Nürnberg, Fritz Walter am Betzenberg – sie alle haben an den Stadion-Toren einen Platz für die Ewigkeit gefunden. Auch das Konterfei des Wuppertaler Fußball-Helden Horst Szymaniak wurde in Bronze gegossen. Doch es gibt bisher keinen Ort, wo die Büste stehen soll.

BIOGRAFISCHES HORST SZYMANIAK Der Spieler mit dem Spitznamen „Schimmi“ zog sich nach seiner Karriere aus der Öffentlichkeit zurück. Während seiner aktiven Zeit soll er einmal gesagt haben: „Wir sind die letzten Helden des 20. Jahrhunderts. Nach uns kommen nur noch Spieler aus Kunststoff.“ Das möchte der Sportfotograf Otto Krschak ändern, in dessen Besitz sich die 1963 von dem Wuppertaler Bildhauer Harald Schmahl geschaffene Büste befindet. „Das Fußballmuseum in Dortmund würde sie in die Sammlung aufnehmen, aber die Büste sollte in Wuppertal bleiben“, sagt Krschak. Schließlich sei Szymaniak dort zum Weltklassefußballer geworden. Vor zwei Jahren hatte Otto Krschak schon einmal einen Vorstoß unternommen, um Horst Szymaniak stärker in das Bewusstsein der Wuppertaler Fußballfans zu rücken. Verdient hätte es der gebürtige Erkenschwicker, denn mit 43 Länderspielen und den Teilnahmen an den Weltmeisterschaften 1958 in Schweden und 1962 in Chile hat er Fußballgeschichte geschrieben.

Szymaniak war Namenspate von Tatort-Kommissar Schimanski

Von 1955 bis 1959 half der Mittelfeldstratege im Stadion am Zoo kräftig mit, den kurz zuvor gegründeten WSV in die Herzen aller Wuppertaler zu schießen. Es folgten Stationen beim Karlsruher SC, in Catania und bei Inter Mailand. Seine Karriere endete 1967 bei den Chicago Spurs.

Für den Jungen aus dem Ruhrpott, der Namenspate von Tatort-Kommissar Horst Schimanski wurde, begann ein langer Abstieg. Szymaniak geriet bis auf wenige öffentliche Auftritte und Besuche in Wuppertal in Vergessenheit.

„2003 habe ich Horst Szymaniak in seinem damaligen Wohnort Melle besucht“, erinnert sich Otto Krschak. „Ich hatte einige historische Fotos mitgebracht, die er mit Autogrammen versehen hat. In der Wohnung stand die Büste, und als ich ihn darauf ansprach, hat er sie mir kurzerhand geschenkt.“

Szymaniak lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen. Auf Besitz und Ruhm legte er bis zu seinem Tod im Jahr 2009 keinen großen Wert. Und er haderte nicht mit seinem Schicksal, denn das Lebensmotto des früheren Bergmanns lautete: „Alles besser als der Pütt.“

2012 scheiterte ein Vorstoß der SPD, den Stadionvorplatz nach Szymaniak zu benennen. Otto Krschak bot die Büste dem Von der Heydt-Museum und dem Museum für Frühindustriealisierung an, aber dort gab es kein Interesse. Deshalb sucht Krschak weiter nach einem würdigen Ort. Unter einer einzigen Bedingung: „Die Büste bleibt in Wuppertal.“

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