Überrumpelt

Patientin unterschreibt Kaufvertrag im Aufwachraum

Im St. Josef-Krankenhaus fühlte sich eine Patientin nach einer Operation überrumpelt.
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Im St. Josef-Krankenhaus fühlte sich eine Patientin nach einer Operation überrumpelt.

Wuppertalerin fühlt sich von Sanitätshaus überrumpelt.

Wuppertal. Ein unschönes Krankenhauserlebnis der etwas anderen Art hatte vor kurzer Zeit die Wuppertalerin Petra Hesse. Sie war für eine Knie-Operation im Krankenhaus St. Josef in Wuppertal. Als sie im Aufwachraum lag, erschienen zwei Mitarbeiterinnen des Sanitätshauses Beuthel und boten ihr Hilfsmittel an.

Dabei hatten sie Gehhilfen und Kartons, berichtet Petra Hesse. „Ich habe, noch benommen von der OP, nur ein Brett gesehen. Reflexartig unterschrieb ich das angereichte Dokument.“ Zeit zum Durchlesen habe sie nicht bekommen. „Das wäre mir zu dem Zeitpunkt auch nicht möglich gewesen.“

Patientin fühlt sich nachträglich überrumpelt

Erst später sei ihr wieder bewusst geworden, dass ihr Sohn Krücken mitbringen wollte. Am nächsten Tag stellte sie zu Hause fest, dass sie neben den tatsächlich benötigten Kompressionsstrümpfen auch eine Kühlorthese erhalten hatte. Kostenpunkt: 299,90 Euro.

Sie meldete sich per E-Mail beim Sanitätshaus Beuthel. Nachdem sie zunächst keine Rückmeldung bekam, konnte sie später die Orthese zurückschicken. Die Kosten für die Kühlorthese wurden ihr vom Sanitätshaus erstattet. Dennoch bleiben für sie Fragen. Darunter: „Ist noch nicht einmal der Aufwachraum ein geschützter Ort?“

Inzwischen nahmen das Kranken- und das Sanitätshaus Stellung zu dem Vorfall. Man könne den Ärger nachvollziehen. „Gesundheitsdienstleister wie Kranken- oder Sanitätshäuser sollen gesundheitlich unterstützen und Patienten dabei helfen, die eigene Mobilität und Selbstständigkeit zu wahren. Sie nehmen dabei überdies eine beratende Position ein, deren Ziel immer eine bestmögliche Versorgung sein muss“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme.

„Dazu zählt auch, dass Patienten die Möglichkeit eingeräumt werden muss, über eine Beratung nachzudenken.“ Im Fall von Petra Hesse „wurde diesem Anspruch leider nicht vollumfänglich entsprochen und das tut uns leid“.

Eine schnelle Versorgung sei gerade nach Operationen eine Notwendigkeit, heißt es weiter. Wenn Patienten ambulant im Krankenhaus behandelt und direkt aus dem Aufwachraum von Angehörigen abgeholt werden, „ist es üblich, dass dort auch Unterschriften eingeholt werden“.

Dabei würden die Mitarbeiter des Kranken- und des Sanitätshauses prüfen, dass der Patient sich in einem geschäftsfähigen Zustand befinde.

Das Sanitätshaus Beuthel stehe in engem Kontakt mit dem Krankenhaus St. Josef, um den Vorfall aufzuarbeiten. „Alle beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden entsprechend aufgeklärt und geschult.“ Die Sicherheit und Gesundheit der Patienten sei für beide Parteien „das oberste Gebot“. -tö-

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