Nicht gegen Hochwasserschäden versichert

Opernhaus-Sanierung kostet mehrere Millionen Euro

Ein zerrissenes Flatterband deutet noch darauf hin, dass das Hochwasser im Opernhaus große Schäden verursacht hat. Foto: Stefan Fries
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Ein zerrissenes Flatterband deutet noch darauf hin, dass das Hochwasser im Opernhaus große Schäden verursacht hat.

Wuppertal. Es wird noch einige Tage dauern, bis die Höhe der Hochwasserschäden in Wuppertal an privaten und öffentlichen Gebäuden ermittelt ist.

Von Andreas Boller

Beim Starkregen 2018 summierte sich der Schaden an den städtischen Bauwerken in Elberfeld und Barmen auf rund zehn Millionen Euro. Nun dürften weit höhere Kosten auf die Stadtkasse zukommen.

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Stadtdirektor Johannes Slawig hoffen auf die von Bund und Land zugesagten Hilfen. Versichert ist Wuppertal gegen Elementarschäden wie schon 2018 nicht.

„Vieles muss im Opernhaus erneuert werden.“

Johannes Slawig, Leiter des Hochwasser-Krisenstab

Von den städtischen Gebäuden hat es das Opernhaus am stärksten getroffen. Das Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW) geht alleine für den Ersatz der überfluteten Maschinerie und Haustechnik des Opernhauses von mindestens sechs bis sieben Millionen Euro aus. Das Wasser stand am Donnerstag eineinhalb Meter hoch im Orchestergraben. „Mit Aufräumen und Aufwischen allein ist es nicht getan, vieles muss im Opernhaus erneuert werden“, sagt Johannes Slawig, Leiter des Hochwasser-Krisenstabes.

Schwer getroffen im Gebäudebestand der Stadt wurden unter anderem das Kolkmannhaus, die Volkshochschule Auer Schulstraße, das Schauspielhaus und der Wuppertaler Hof. Hinweise auf große Schäden an den Wupperbrücken liegen der Stadt bisher nicht vor. Mehr Informationen als der Augenschein sollen intensive Untersuchungen ergeben, wenn es der Pegelstand der Wupper wieder zulässt.

„Nach meiner Erkenntnis sind die meisten Städte nicht gegen Elementarschäden versichert, denn es stellen sich die Fragen, ob es überhaupt einen Versicherer gibt und ob es sich rechnet. Wir haben dies nach dem Starkregen 2018 geprüft und uns entschieden, keine Versicherung abzuschließen“, so Slawig. Diese Entscheidung sei auch aufgrund der Annahme getroffen worden, dass es sich bei dem Starkregenereignis um eine extreme Wetterlage gehandelt habe, die so schnell nicht wieder zu befürchten sei. „Diese Entscheidung werden wir jetzt noch einmal hinterfragen“, kündigte Slawig an.

An allen Tagen des Dauerregens konnte weiter geimpft werden

Auch viele der vom Hochwasser betroffenen Geschäftsleute und Privatpersonen sind nicht gegen Elementarschäden versichert. Das ist in den meisten Fällen keine Nachlässigkeit, sondern es geschieht aus Kostengründen oder weil bauliche Voraussetzungen für einen Versicherungsschutz nicht erfüllt werden können. Das ist zum Beispiel in einer Elberfelder Backstube der Fall gewesen.

Die gute Nachricht: Der Pegel der Wupper ist gesunken und weitere extreme Regenfälle sind in den kommenden Tagen nicht zu erwarten. In Wuppertal ging es am Montag mit dem Aufräumen am Wupperufer los. Unmengen von Treibgut führte die Wupper in den vergangenen Tagen mit sich, jüngere Bäume wurden von den Wassermassen abgeknickt und mitgespült.

Der Alte Markt ist einer der am tiefsten gelegenen Punkte im Stadtgebiet und daher vom Hochwasser besonders gefährdet. Daher wurde Sperrung der B 7 im Bereich Oper/Alter Markt als letzte aufgehoben. Die Sporthallen Nevigeser und Heckinghauser Straße hatte die Stadt als Notunterkünfte bereitgehalten. Dieses Angebot wurde von einer Person in Anspruch genommen.

Gut durch den Dauer- und Starkregen ist das Wuppertaler Impfzentrum auf dem Campus Freudenberg gekommen. „Es hat sich bewährt, dass wir beim Zeltaufbau auf einen professionellen Anbieter gesetzt haben. An allen Tagen wurde im Impfzentrum weiter geimpft, wenn auch zeitweise nicht so viele Personen zum Impfen kamen“, sagt Slawig.

Schwebebahn

Stadtwerke: Auch bei den Wuppertaler Stadtwerken verfolgt man das Sinken des Pegels mit einer gewissen Ungeduld.

Schwebebahn: Denn bevor die Schwebebahn am 31. Juli den Regelfahrplan wieder aufnehmen kann – so war es bislang geplant –, müssen das Schwebebahngerüst und die Stationen auf ihre Standfestigkeit überprüft werden.

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