Kultur

Opernhaus droht längere Schließung

DÜSSELDORF Auslagerung des Betriebs für ein Jahr steht in Düsseldorf bevor. Neubau wird befürwortet.

Von Alexander Schulte

Das Opernhaus muss womöglich für längere Zeit den Betrieb einstellen, weil der Sanierungsaufwand insbesondere für das Dach noch größer als befürchtet ist. „Nach meinen Informationen muss man damit rechnen, dass der Opernbetrieb bei einer Sanierung für eine Spielzeit ausgelagert werden muss“, sagt Düsseldorfs OB Thomas Geisel.

Das hieße, dass entweder ein bestehender Ersatzspielort gefunden wird, was in Düsseldorf praktisch unmöglich ist. Oder dass es erneut eine „Interimsoper“ gibt, wie 2006/07 mit „ROM“, der Rheinoper Mobil, am Rheinturm. Man prüfe eine provisorische Lösung, sagt Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Konkret geht es um die Abstützung des Daches vom Boden aus.

Sanierungsaufwand für die Oper wird auf 39 Millionen Euro taxiert

Damit könnte zugleich Zeit gewonnen werden. Zeit, um noch 2019 eine grundsätzliche Entscheidung darüber zu treffen, ob eine Sanierung des Opernhauses an der Heine-Allee überhaupt noch Sinn ergibt. Oder ob man dort nicht besser eine neue Oper baut. Zuletzt taxierte die Stadt den Sanierungsaufwand für die Oper auf 39 Millionen Euro in den nächsten Jahren und längerfristig auf bis zu 100 Millionen Euro.

Dass der Sanierungsaufwand offenbar noch größer als zuletzt schon befürchtet ist und nun auch noch die Finanzierung einer Interims-Spielstätte droht, ist Wasser auf die Mühlen der Neubau-Befürworter. Zu denen zählen auch Geisel und Lohe, dennoch äußert sich der OB zurückhaltend: „Ob eine Sanierung oder ein Neubau bei der Oper stattfindet, wird im Zusammenhang mit dem Blaugrünen Ring entschieden.“ Beim Blaugrünen Ring geht es in einem Wettbewerbsverfahren darum, den Freiraum und die Kunst- und Kultureinrichtungen im Zentrum Düsseldorfs zu einer erleb- und wahrnehmbaren Stadtlandschaft zu verbinden. Im April soll die Jury dazu zum ersten Mal tagen.

Die CDU, wie auch die FDP, plädiert schon jetzt klar für einen Neubau und auch grundsätzlich für ein ganz neues Opernhaus-Modell, das für die ganze Stadtgesellschaft erlebbar sein soll.

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